Kurioses Schild und Stolperfallen: Seniorengarten in schlechtem Zustand

hzBesucher-Ärger

Lange haben die Habinghorster für ihren Seniorengarten gekämpft. Mittlerweile lässt dessen Zustand allerdings deutlich zu wünschen. Die Besucher fordern nun Hilfe von der Stadt.

Habinghorst

, 07.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte ursprünglich ein besonderer Rückzugsort und eine kleine Wohlfühloase werden. Knapp 145.000 Euro hat die Errichtung des Seniorengartens an der Kampstraße einst gekostet. Mittlerweile hat sich der Zustand des ehemaligen Vorzeigeprojektes immens verschlechtert. Dies liege vor allem an der fehlenden Unterstützung durch die Stadt, beklagen einige Besucher.

Hinweisschild ist nicht lesbar

Mehr als drei Jahre hat es gedauert, bis der Habinghorster Seniorengarten eine offizielle Beschilderung erhielt. Doch das Schild, das Passanten auf der Straße eigentlich den Weg zum Seniorengarten zeigen soll, bildet nun den unrühmlichen Höhepunkt einer negativen Entwicklung.

„Das Schild ist so klein, unauffällig und auch noch ungünstig aufgestellt worden, dass man es kaum sieht beziehungsweise gar nicht erst lesen kann“, kritisiert Silvia Jaeck, die schon bei der Einweihung des Seniorengartens im Sommer 2017 dabei war. Und tatsächlich: Während das an einem Laternenmast befestigte Hinweisschild zumindest von der einen Seite erkennbar ist, verdeckt die Halterung auf der anderen Seite den kompletten Schriftzug.

Die Halterung des neuen Hinweisschildes verdeckt den kompletten Schriftzug.

Die Halterung des neuen Hinweisschildes verdeckt den kompletten Schriftzug. © Marius Paul

„Darüber kann man doch nur den Kopf schüttelt“, so Silvia Jaeck. „Erst zeigte das Schild sogar noch in die falsche Richtung und jetzt ist es so befestigt, dass es eigentlich auf einen Hauseingang zeigt.“ Mehrfach hätten bereits Passanten bei den dortigen Anwohnern geklingelt, um nach dem Weg zum Seniorengarten zu fragen.

4500 Euro für Instandhaltung vorgesehen

Doch die neue Beschilderung ist nicht der einzige Kritikpunkt. Vor allem die mangelhafte Instandhaltung des Gartens sei ein großes Problem, betont Jaeck. Dabei gebe es einige Senioren, die sich regelmäßig um den Zustand des Gartens kümmern. Dennoch fordere man deutlich mehr Unterstützung von der Stadt.

„Man hat für dieses Projekt viel Geld in die Hand genommen und lässt es jetzt hier ein Stück weit herunterkommen. Dabei sind im Haushalt der Stadt für die Pflege der Anlage extra finanzielle Mittel vorgesehen“, erklärt Jaeck.

Bei Nässe wird es durch das Moos auf den Gehwegen durchaus rutschig.

Bei Nässe wird es durch das Moos auf den Gehwegen durchaus rutschig. © Marius Paul

4500 Euro hatte der zuständige Ausschuss einst für die jährliche Instandhaltung des Seniorengartens veranschlagt. Welche Arbeiten von diesem Geld erledigt werden, bleibt für Silvia Jaeck und die anderen Besucher allerdings unklar. „Ab und zu sind mal Gärtner vor Ort, aber da wird maximal der Rasen gemäht und einzelne Sträucher geschnitten. Ansonsten wächst überall das Unkraut und die Wege sind in einem schlechten Zustand.“

Wasser nur mit einer alten Pumpe

Für ältere Menschen seien die Gehwege vor allem bei zunehmender Nässe aufgrund des vielen Mooses durchaus gefährlich.

Hinzu komme, dass im Produktplan der Stadt für 2019 zwar die Errichtung einer Wasserzapfstelle mit 6000 Euro veranschlagt sei, eine solche allerdings nach wie vor nicht vorhanden ist. „Die Senioren, die sich um die Beete kümmern, müssen sich das Wasser aus der alten Schwengelpumpe besorgen. Das ist für viele einfach nicht zu bewerkstelligen“, so Jaeck.

In dieser Art und Weise sei eine Aufrechterhaltung des Seniorengarten als grüne Wohlfühloase in der Zukunft nicht mehr zu bewerkstelligen.

Von der Stadt Castrop-Rauxel war bis zum Redaktionsschluss dieses Artikels (6. Oktober) keine Stellungnahme zum Zustand des Seniorengartens und zur oben geschilderten Kritik zu erhalten.

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