Leere Straßen wegen Corona locken rasende Motorradfahrer: Polizei mahnt

Polizei

Ein Motorradfahrer ist in Haltern am See mit 140 km/h erwischt worden - erlaubt waren 50 km/h. Das veranlasst die Kreispolizeibehörde Recklinghausen zu mahnenden Worten vor Ostern.

Castrop-Rauxel

, 10.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Viele Motorradfreunde holen ihre Maschinen im April wieder aus dem Winterschlaf und freuen sich auf die kommende Motorradsaison.

Viele Motorradfreunde holen ihre Maschinen im April wieder aus dem Winterschlaf und freuen sich auf die kommende Motorradsaison. © dpa

Es sind deutlich weniger Autos und Motorräder auf den Straßen unterwegs. Erstmals mahnt der ADAC nicht vor vollen Autobahnen zu Ostern. Doch die Polizei bemerkt, dass bei einigen der Eindruck entsteht, dass die freier zu befahrenden Straßen ein straffreies, schnelles Fahren ermöglichen.

Dass dem nicht so ist, musste am Montag gegen 18.50 Uhr ein Motorradfahrer

erfahren. Einem Polizisten fiel der Mann auf, als er mit einer Geschwindigkeit von 140 km/h (bei zulässigen 50 km/h) über öffentliche Straßen in Haltern am See fuhr. Zudem hatte er den Schalldämpfer der Auspuffanlage entfernt und wollte testen, wie sich sein Krad ohne Schalldämpfer fährt und anhört.

Aufgrund der erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitung und des Verstoßes gegen die Ausrüstungsvorschriften erwartet den Motorradfahrer neben einem Bußgeld ein längeres Fahrverbot.

„Die Polizei führt nach wie vor Geschwindigkeitsmessungen durch“, erläutert Polizeisprecher Andreas Lesch. Das Anhalten von Verkehrsteilnehmern, die ohne Rücksicht, durch das Fahren mit gefährlichen Geschwindigkeiten, verkehrsunsicheren und/oder überlauten Fahrzeugen, ihre Freiheit ausleben, zähle auch jetzt zu den vorrangigen Aufgaben der Polizei.

Jetzt lesen

Verwarnungsgelder und Bußgeldbescheide werden nach Angaben von Andreas Lesch zurzeit allerdings deutlich öfter nach Hause geschickt und nicht, wie sonst meist üblich, direkt vor Ort erhoben. Lesch: „Wo es nicht notwendig ist, wird auf das direkte Anhalten verzichtet.“

Mit Blick auf das kommende Osterwochenende weist die Polizei darauf hin, dass Touren mit dem Motorrad nicht verboten sind, sie aber dem Sinn der

Corona-Schutzverordnung widersprechen. „Schon allein das Verletzungsrisiko

spricht gegen solche Touren. Jeder, der sich angesichts der derzeitigen

Entwicklungen selbst unnötig in Gefahr begibt und sich hohen Verletzungsrisiken

aussetzt, handelt unsolidarisch. Die Betten in unseren Krankenhäusern brauchen

wir derzeit für andere Herausforderungen“, erklärt der Polizeisprecher.

Ausflugsziele gesperrt

Wo sich mehr als zwei Motorradfahrer treffen, greife das Kontaktverbot, bis auf die üblichen Ausnahmen wie das Treffen einer Kernfamilie. Die Frage ist auch, wohin die Tour gehen könnte, denn viele Ausflugsziele, die theoretisch noch besucht werden dürften, wie etwa Moore, Wasserfälle oder See-Wege werden über Ostern voraussichtlich gesperrt. Auch große Ausflugs-Parkplätze könnten geschlossen sein.

Lesen Sie jetzt