Lummerland in Eigenregie

Verwaltung will Kindergarten-Projekt jetzt doch selber bauen

23.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Das bestätigte gestern die Erste Beigeordnete Petra Glöß unserer Zeitung. Das schon lange gärende Thema steht am morgigen Donnerstag einmal mehr auf der Tagesordnung im Jugendhilfeausschuss. Dort wird es eine Tischvorlage mit dem Verwaltungskurs für die Politik geben, bevor Betriebsausschuss und Rat das Sagen haben. Petra Glöß: «Wir befinden uns da schon im Schweinsgalopp, weil Entscheidungen und Anträge fast zeitgleich sind.» Bis zum 6. Juni muss der Antrag auf Landesförderung gestellt werden. Die Verwaltung habe diese Fördermöglichkeit noch mal abgeklopft, und in der Tat sei da noch Geld im Sanierungstopf vorhanden. Unterm Strich geht die Verwaltung vorsichtig von 2,1 Mio. Euro Gesamtkosten aus, trotz Finanzspritze aus Düsseldorf bliebe die Stadt etwa auf 1,5 Mio. Euro hängen, die sie selber schultern müsste. Was daran liegt, dass das Land nur 50 Prozent der landesdurchschnittlichen Kosten fördert, Lummerland aber aus diesem Rahmen wegen der Herrichtung des Baugrundstücks und der Sonderentsorgung (Asbest) herausfällt. Angesichts der Mietvorstellungen der Investoren, betont Petra Glöß, sei der Bau in Eigenregie günstiger. Zumal beim neuen Kindergartengesetz noch ganz andere Nummern bei den Betriebskosten auf die Stadt zukämen. «Und für 1,5 Mio. Euro», sagt Glöß, «hätten wir die Mensa für den Ganztagsbetrieb an der Marktschule, einen viergruppigen Kindergarten und die Versorgung der Kinder unter drei realisiert.» Um zu gucken, woher die 1,5 Mio. Euro genommen werden können, müsse die Prioritätenliste für dieses Jahr geändert werden. Glöß: «Wir sind noch auf der Suche, wo wir da einhaken.» Natür lich stehe man auch bei den Lummerland-Eltern im Wort. Ob der Eröffnungstermin zum 1. August 2008 zu halten ist? «Mit Hängen und Würgen», so die Dezernentin. «In 2008 aber auf jeden Fall». Das neue Lummerland soll jedenfalls für mindestens 30 Jahre zukunftsfähig sein - mit Solaranlage. abi

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