Mädchen (11) aus Habinghorst betäubt, missbraucht und gefilmt: Neue Unruhe im Prozess

hzLandgericht Bochum

Im Prozess um den gefilmten Missbrauch eines Mädchens (11) aus Habinghorst ist ein vorzeitiges Prozess-Aus vom Tisch. Es rumort aber erneut. Jetzt geht es um eine parteiische Bemerkung.

Castrop-Rauxel

, 19.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Missbrauchs-Prozess gegen einen Briefzusteller (55) aus Datteln mit Opfern aus Castrop-Rauxel und Umgebung ist der Angeklagte am Bochumer Landgericht mit einem Befangenheits-Antrag abgeblitzt.

Eine vom Gericht beauftragte Sachverständige soll angeblich eine parteiische Bemerkung fallenlassen haben. Die Richter der 8. Jugendstrafkammer entschieden jedoch, dass der Briefzusteller die mutmaßliche Entgleisung der Rechtspsychologin – Stand jetzt - nicht ausreichend glaubhaft gemacht hat.

Gutachterin soll parteiische Bemerkung gemacht haben

„Wir gehen daher davon aus, dass eine solche Äußerung nicht gefallen ist“, sagte Richter Stefan Culemann am Mittwoch. Die bloße Vorwurfsäußerung reiche jedenfalls so nicht aus. Zumal die Anschuldigung von der betroffenen Rechtspsychologin Dr. Sabine Nowara auch in Abrede gestellt worden sei.

Prozessende frühestens im Januar 2020

Der Briefzusteller hat bereits zugegeben, neben einem elfjährigen Mädchen aus Habinghorst in Serie Frauen und Kinder bei Übernachtungsbesuchen in seiner Wohnung an der Castroper Straße betäubt, missbraucht und gefilmt zu haben.

Der Prozess geht nach einer mehrwöchigen Zwangspause wegen einer kranken Schöffin noch bis ins Jahr 2020 hinein. Im September hatte bereits ein Schöffe für Wirbel gesorgt, weil er sich in einer Pause herablassend über den Angeklagten geäußert haben soll.

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