Pastor Martin Hensel: „Wir brauchen mehr Menschenliebe und mehr Gottesliebe“

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Die evangelische Paulus-Kirchengemeinde Castrop hat am Reformationstag Pastor Martin Hensel und Küster Fiete Hamelmann in den Ruhestand verabschiedet. In einem ergreifenden Gottesdienst.

Castrop-Rauxel

, 01.11.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein Reformationsgottesdienst der besonderen Art am Donnerstagabend, 31. Oktober, in der voll besetzen Lutherkirche. Galt es doch nicht nur des Reformators Martin Luther zu gedenken, sondern auch Pastor Martin Hensel und Küster Fiete Hamelmann in den Ruhestand zu verabschieden.

Die evangelische Paulus-Kirchengemeinde Castrop tat das mit viel Herzwärme und ganz viel liebevollem Beifall für die beiden langjährigen Weggefährten. Martin Hensel war über 30 Jahre Seelsorger in der Gemeinde, Fiete Hamelmann 25 Jahre als Küster ein unentwegter Kümmerer. Pastor Arno Wittekind, der die beiden am Ende eines bewegten und musikalisch wundervoll begleiteten Gottesdienstes von ihren Aufgaben entpflichtete – so heißt das auf Kirchendeutsch – brachte es so auf den Punkt: „Ihr habt gemeinsam mit Pastor Hans-Jürgen Knipp und Pastor Martin Pogorzelski unseren Glauben für neue Generationen erlebbarer gemacht.“

Ein letztes Mal ein persönlicher Handschlag

Und Martin Hensel stand in der ihm eigenen Tradition ein letztes Mal vor dem Beginn des Gottesdienstes vor der Kirchentür, um jeder Besucherin, jedem Besucher, die Hand als Willkommensgruß zu reichen.

In seiner Predigt verdeutlichte Hensel, dass Gottesliebe und Menschenliebe untrennbar miteinander verbunden seien. Gekoppelt mit der Botschaft, wie wertvoll jeder Mensch sei. Und er rief dazu auf, mehr Zeichen zu setzen, wie sehr Gott uns Menschen liebe. „Gebt Zeugnis, sagt es Euren Kindern“, bat Hensel. Aus der inneren Überzeugung heraus, aber durchaus festmachbar an äußeren Zeichen dafür, dass Christen die Liebe Gottes an ihren Nächsten weitergeben mögen. Ja, das Kreuz sei ein Bekenntnis dafür, in Empathie offen anderen Menschen die Hand zu reichen, sagte der Seelsorger.

Als Christenmensch in der Begegnung wohlfühlen

Am Ende des anderthalbstündigen Gottesdienstes, als viele Besucherinnen und Besucher schon Schlange standen, um Hensel und Hamelmann persönlich alles Gute zu wünschen, gab es den Abschlusssegen von Pastor Wittekind – für alle ein unvergesslicher Abend. Und Hensel, der appelliert hatte: „Wir brauchen in unserer Welt mehr Gottesliebe und mehr Menschenliebe“, sagte schlicht: „Wenn ich den Arno jetzt richtig verstanden habe, haben wir jetzt Sabbat.“

Es folgten noch viele Gespräche in der Lutherkirche und ein „Goodbye, sailor“ aus vielen Kehlen. Ein Abendmahl gab es an diesem Abend nicht, aber dank vieler Helferinnen und Helfer die Möglichkeit, sich bei Häppchen auszutauschen und sich als Christenmensch in der Begegnung wohl fühlen zu dürfen.

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