Massive Auflagen für Ickerner Bürgerfest und die Demo in Merklinde

hzStadt und Polizei

Großveranstaltungen sind in Corona-Zeiten problematisch. Wie gehen Stadt, Polizei und Gesundheitsamt unter anderem mit dem Bürgerfest in Ickern und der Demo in Merklinde um?

Castrop-Rauxel

, 03.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Großveranstaltungen sind in Nordrhein-Westfalen nach wie vor untersagt. Mit der Verlängerung der Coronaschutzverordnung regelt die Landesregierung zudem das Genehmigungsverfahren für Veranstaltungen neu. Klargestellt wurde dabei vom Land, dass bei Veranstaltungen ab 500 Teilnehmern der Veranstalter mit dem Hygiene- und Schutzkonzept auch eine pandemiegemäße An- und Abreise sicherstellen muss. Konzepte für Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern müssen nun nach Prüfung und Genehmigung des Hygienekonzeptes durch die Kommune zusätzlich sogar auch dem Land vorgelegt werden.

Drei große Veranstaltungen im Stadtgebiet

So groß werden die Veranstaltungen am Wochenende in Castrop-Rauxel zwar nicht, mit den beiden Festtagen in Ickern am Freitag und Samstag, der Demonstration in Merklinde gegen die Ansiedlung einer Bodenaufbereitungsfirma in Gerthe am Freitag und dem Markt der Möglichkeiten am Sonntag, 6. September, im Parkbad Süd werden erstmals seit langer Zeit wieder drei größere Veranstaltungen in Castrop-Rauxel durchgeführt.

In Ickern hat man den Typus einer unerlaubten Großveranstaltung umgehen können, indem man die Feierlichkeiten in fünf Einzelveranstaltungen aufgesplittet hat, zu denen jeweils nur 300 Teilnehmer zugelassen sind, die sich zuvor ein Ticket dafür sichern mussten.

Zugleich, das bestätigte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Nachfrage am Dienstag (1. September), habe man „für die städtische Veranstaltung am Wochenende in Kooperation mit Mein Ickern das Hygienekonzept und die Schutzauflagen mit dem Kreisgesundheitsamt und der Ordnungsbehörde abgestimmt“.

Land NRW hat hohe Bußgelder festgesetzt

Das ist auch dringend nötig, denn nach den Beschlüssen von Bund und Land können Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung jetzt richtig teuer werden. Eine Beteiligung an einer Zusammenkunft oder Ansammlung im öffentlichen Raum ohne Erfüllung der dafür geltenden Voraussetzungen etwa wird jetzt mit einem Bußgeld von 250 Euro pro Teilnehmer bestraft. Wer eine Veranstaltung mit mehr als 300 Personen ohne besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept durchführt, muss mit 4000 Euro Strafe rechnen.

Das gilt auch für Veranstaltungen wie die Demonstration des Bürgervereins „Wir sind Merklinde“ , der als alleiniger Veranstalter die Demo unter dem Motto „Lärm macht krank“ für den 4. September beantragt und behördlich hat genehmigen lassen, wie Vereinschef Willi Müller erläutert.

In Merklinde trifft man sich um 15.30 Uhr an der Harkortstraße 14, um von dort aus „einen lauten Protestmarsch gegen 16 Uhr über die Gerther Straße zu beginnen“, so Müller.

Wir sind Merklinde hat 250 Teilnehmer angemeldet

Die Abschlusskundgebung soll dann auf dem Parkplatz der Firma Wilhelm Büchter an der Gerther Straße 98-104 stattfinden. Müller bittet alle Teilnehmer, sich an die Corona-Vorschriften zu halten.

Die Veranstaltung, das bestätigten jetzt die Stadt und Polizeisprecher Andreas Lesch, seit frist- und formgerecht angemeldet und auch genehmigt worden. Allerdings ausdrücklich unter der Auflage, neben den üblichen Bedingungen für solche Demonstrationen auch die Coronaschutzverordnung einzuhalten.

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Andreas Lesch: „Wir werden die Demonstration sicherlich beobachten. Angemeldet wurden dafür 250 Teilnehmer zwischen 15.30 und 17.30 Uhr.“ Man habe dem Veranstalter unter anderem als Auflage gemacht, dass er genug Ordner stelle, um die Auflage einzuhalten.

Kommunaler Ordnungsdienst bleibt außen vor

Das Hygieneschutzkonzept des Marktes der Möglichkeiten, so Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann, sei ebenfalls vom Gesundheitsamt abgesegnet worden. Der Kommunale Ordnungsdienst werde bei den drei Veranstaltungen nicht im Einsatz sein, denn „die Kontrolle durch Ordner ist Sache der jeweiligen Veranstalter und Bestandteil des jeweiligen Hygienekonzepts“.

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