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Große Diskussion um einen Facebook- und „Stern“-Beitrag von Micky Beisenherz: Der Kolumnist schreibt über eine „Absurde Situation in der Kirche“ bei der Kommunion in Castrop-Rauxel.

Obercastrop

, 14.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Beitrag von Micky Beisenherz auf Facebook vom 6. Mai hat fast 2700 Likes, wurde etwa 1150 Mal kommentiert und über 350 Mal geteilt. (Stand 13. Mai 2019). Er hat also schon eine beachtliche Reichweite im Netzwerk erreicht. Beisenherz bezieht sich dabei nach Informationen unserer Redaktion auf die Feier der Erstkommunion in der Elisabethkirche in Obercastrop am 5. Mai.

„Ich entcoole mich...“

Die Kurzversion davon: Die dreijährige Tochter beobachtet, wie sich die Kirchgänger in eine Schlange stellen, um die Hostie vom Pfarrer zu bekommen. Sie möchte sich dann auch anstellen. „Ich entcoole mich und tu ihr den Gefallen“, schreibt Papa Beisenherz in seinem Beitrag.

Als beide vor dem Pfarrer stehen und das Kind, wie Papa es ihm gerade gezeigt hat, die Hände vorschriftsgemäß zum Empfang der Hostie aufhält, erklärt dieser ihr, „dass sie leider noch zu klein sei“.

Pastor reagiert verstört

Beisenherz bekommt seine Hostie, reicht sie im Anschluss an die Tochter weiter und will dann eine verstörte Reaktion des Geistlichen nebst dem Kommentar „... ‚Ja, aber eigentlich ist das nicht für...!‘...“ bekommen haben.

Dann kritisiert der Komödiant und Stern-Kolumnist das Verhalten des Geistlichen und die Praxis bei der Eucharistie in der katholischen Kirche.

Keine große Sache in der Gemeinde St. Elisabeth

Auf Nachfrage unserer Reaktion erklärt Pastor Christian Naton, der den Gottesdienst am 5. Mai leitete, und die Gemeindereferentin Kersten Brandt-Gösmann, von dem Trubel um die Erstkommunion in ihrer Gemeinde noch gar nichts mitbekommen zu haben.

An die Situation selbst könne Naton sich aber erinnern, sagt er. „Das Kind hat den Segen bekommen, wie alle Kinder den Segen bekommen haben“, erklärt er dazu im Gespräch mit unserer Redaktion.

Micky Beisenherz, seine Tochter und die Hostienrebellion von Castrop-Rauxel

Christian Naton ist seit einigen Monaten in Castrop-Rauxel als Pastor tätig. Er kümmert sich vor allem um St. Elisabeth und St. Marien. © Tobias Weckenbrock

„Das Kind hat den Segen bekommen, wie alle Kinder.“
Christian Naton, Pastor in der Gemeinde St. Elisabeth

Gemeint ist ein Kreuz, das der Geistliche Kindern, die noch nicht zur Erstkommunion gekommen sind, mit seinem Daumen auf die Stirn zeichnet. Dazu sagt er die Worte: „Gott segne und schütze Dich.“ Dieser Segen ist in der katholischen Kirche übliche Praxis. Im Beitrag von Beisenherz findet sich dieses Detail nicht.

Es folgt die Kolumne im Stern

Am 10. Mai war das Geschehene, das erst nur auf der Facebookseite von Beisenherz diskutiert wurde, Thema der Kolumne, die Micky Beisenherz für das Magazin „Stern“ schreibt. Unter der Schlagzeile „Kommunion – zwischen Oblate Night Show und Hostienrebellion“ greift Beisenherz den „Vorfall“ erneut auf und schildert zusätzlich seine Erfahrungen bei seiner Erstkommunion.

Micky Beisenherz, seine Tochter und die Hostienrebellion von Castrop-Rauxel

Micky Beisenherz in seiner Kolumne im Stern. © Tobias Weckenbrock

Zugegeben, die Kolumne im Stern ist insofern lesenswert, als das sie die Erfahrungen vieler Kinder bei der eigenen Erstkommunion sehr treffend spiegelt. Ein nettes Stück Unterhaltung, wie immer in dieser Kolumne wortreich und sarkastisch. Kirche als Clubhaus, ronaldoartige Jubelpose, Verleihung des Glaubens-Bambi: Nur ein paar Worte, die seinen sarkastisch-kritischen Beitrag kennzeichnen.

Maurus Runge kritisiert Micky Beisenherz

Als Reaktion auf Beisenherz‘ ursprünglichen Facebook-Beitrag verfasste Benediktinermönch Maurus Runge einen Brief an Micky Beisenherz, veröffentlicht auf der Internetseite katholisch.de.

Runge stellt sich darin vor Pastor Naton, erläutert die Gründe dafür, dass Kinder erst im Grundschulalter zum ersten Mal die Kommunion empfangen und erklärt, dass der Priester wahrscheinlich gar nichts anderes hätte tun können, als komisch zu schauen.

„Jede Reaktion hätte die Situation vermutlich vollends zum Eskalieren gebracht“, schreibt er - das aber wäre der Würde dieses Augenblicks sicher nicht angemessen gewesen. Im folgenden schließt Runge: „Beim Lesen Ihres Postings habe ich allerdings eher den Eindruck, dass Sie bewusst die Provokation gesucht haben.“

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