Der Angeklagte musste den Gerichtssaal während der Vernehmung des Jungen verlassen. © Martin von Braunschweig
Landgericht Dortmund

Missbrauch auf A42-Parkplatz: Junge (11) sagt aus

Ein Mann aus Lünen soll einen Jungen auf dem A42-Parkplatz „Holthauser Bruch“ in Castrop sexuell missbraucht haben. Jetzt sagt das Kind als Zeuge aus - unter besonderen Schutzvorkehrungen.

Im Prozess um einen sexuellen Missbrauch auf dem Autobahn-Parkplatz „Holthauser Bruch“ an der A42 hat der Angeklagte zwar eingeräumt, dass es in dem Toilettenhäuschen des Parkplatzes zu sexuellen Handlungen zwischen ihm und dem damals elfjährigen Jungen gekommen ist. Er behauptet aber, diese sollen im Wesentlichen von dem Kind ausgegangen sein.

Angesichts einer solchen Aussage kamen die Richter nicht daran vorbei, den Jungen nun vor dem Landgericht Dortmund als Zeugen zu vernehmen. Wie gerne sie dem Kind diese Befragung erspart hätten, wurde deutlich, als sie kurz zuvor ein psychologisches Gutachten verlasen.

Therapeutin sagt: Angeklagten von der Verhandlung ausschließen

Die Therapeutin, die den Jungen seit der Tat behandelt, hatte sich darin klar dafür ausgesprochen, dass der Angeklagte für die Dauer der Vernehmung von der Verhandlung ausgeschlossen werde. Für den Fall, dass der Junge den Mann wiedersehen müsste, seien schwere Schädigungen zu erwarten.

In dem Gutachten ist von einer möglichen „Retraumatisierung“ die Rede, von „Ohnmacht und Hilflosigkeit“ sowie massiven Panikgefühlen, die dem Kind drohten.

Die Richter gaben dem Antrag des Nebenklage-Anwalts statt und entfernten den Angeklagten aus dem Saal. Auch die Öffentlichkeit wurde für die Dauer der Vernehmung ausgeschlossen. Daher bleibt offen, was der Junge ausgesagt hat.

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