Misshandlungsvorwurf in katholischem Kindergarten in Castrop-Rauxel

hzKindertagesstätte

Einer in einem katholischen Kindergarten beschäftigten Person wird vorgeworfen, ein Kind misshandelt zu haben. Mitte Mai erstattete eine Mutter Anzeige bei der Polizei.

Castrop-Rauxel

, 04.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Mutter hat schwere Vorwürfe gegenüber einer Person in einem katholischen Kindergarten in Castrop-Rauxel erhoben. Wie die Staatsanwaltschaft Dortmund auf Anfrage erklärt hat, ist am 12. Mai Anzeige gegen eine in einem Kindergarten tätige Person erstattet worden.

Dieser Person wird von einer Mutter die Misshandlung ihres Kindes vorgeworfen, bestätigt Staatsanwalt Börge Klepping am Mittwoch auf Anfrage dieser Redaktion. Diese Misshandlung soll sich im Zeitraum zwischen dem 1. Juni 2018 und dem 1. Juni 2019 zugetragen haben.

Staatsanwaltschaft prüft den Vorwurf

Seit Dienstag (2. Juni) liegt ein Verfahren, das im Zusammenhang mit dem möglichen Vorfall im entsprechenden Kindergarten eingeleitet wurde, bei der Staatsanwaltschaft in Dortmund. In welche Richtung der Misshandlungsvorwurf geht, könne man aktuell noch nicht mitteilen, da die Ermittlungen noch liefen, sagt Klepping und ergänzt: „Die Vorwürfe werden von der zuständigen Dezernentin umfassend geprüft und dann wird entschieden, ob weiter ermittelt und ein Verfahren eingeleitet wird.“

Nachdem die Anzeige im Mai von der Polizei entgegengenommen worden war, habe sie die Anzeige an die Staatsanwaltschaft Dortmund mit der Bitte um rechtliche Prüfung und Bewertung weitergeleitet, teilt die Kreispolizei in Recklinghausen mit.

Polizeisprecher Andreas Lesch betont in diesem Zusammenhang, dass die Polizei Strafverfolgungszwang habe. Das heißt, der Anfangsverdacht einer Straftat reiche aus, dass die Polizei sich mit einem Fall beschäftigen müsse. Ob auch etwas an diesem Vorwurf dran sei, müssten dann die Ermittlungen zeigen.

Vorfall sei sofort an die Aufsichtsbehörden gemeldet worden

Michaela Koßmann, pädagogische Regionalleitung des Kindergartenträgers katholische Kindertageseinrichtungen im östlichen Ruhrgebiet gGmbH, bestätigt, dass es eine solche „Verdachtsäußerung“ gegeben habe. Auf die Frage, ob die beschuldigte Person suspendiert worden sei, könne sie aus Gründen des Datenschutzes und der Schweigepflicht jedoch keine Antwort geben, sagt Koßmann.

Es sei aber sofort reagiert und alle in solchen Fällen vorgesehenen Schritte seien eingeleitet worden. „Der Vorfall ist sofort den Aufsichtsbehörden gemeldet worden“, sagt die Regionalleiterin. Das heißt, das Landesjugendamt und das Jugendamt in Dortmund seien informiert worden. Der Träger selbst sitzt auch in Dortmund. Zum Vorfall selbst könne sie keine Informationen geben, weil er noch bearbeitet werde, sagt Koßmann.

Schreiben an Eltern spricht von „grenzverletzendem Verhalten“

Die Erziehungsberechtigten der Kindergarten-Kinder sind in einem Schreiben des Trägers vom 19. Mai über den „Verdacht auf ein grenzverletzendes Verhalten in der Kindertageseinrichtung“ informiert worden. Das Schreiben liegt dieser Redaktion vor. Dort heißt es, man wolle die Eltern darüber in Kenntnis setzen, dass ein „Verdacht auf grenzverletzendes Verhalten in der Kindertagesstätte“ geäußert worden sei. „Unserer Fürsorgepflicht allen Kindern und Mitarbeitern unserer Trägerschaft entsprechend, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir Sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter informieren können, sondern einmal den Sachverhalt aufklären. Sobald wir einen Abschluss erzielt haben, werden wir unter Berücksichtigung des Datenschutzes erneut involvieren.“

Weitere Informationen seien bisher nicht an die Eltern herausgegangen, sagt Michaela Koßmann.

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