Monsignore Reinhard Hörmann (70): „Wichtig sind mir aber andere Dinge“

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Monsignore: In Castrop-Rauxel gibt es neben Lothar Schlegel nun einen zweiten Mann mit diesem außergewöhnlichen Titel. Wir sprachen mit Reinhard Hörmann (70) über die Gratulationswelle.

Castrop-Rauxel

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Herr Hörmann, nein, ich meine, Monsignore Hörmann - Gratulation! Wie geht es Ihnen eigentlich mit Ihrem neuen Titel?

Oje, daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Sie wissen doch, ich bin so rührig, bin jeden Tag auf Achse - ich habe noch gar nicht die Zeit, diese Überraschung aus Rom/Paderborn zu verarbeiten.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Monsignore sind?

Wie gesagt, ich war selbst überrascht, denn ich bekam das erst eine Woche vor dem Termin in Paderborn gesagt. Es hieß: Kommen Sie Mittwoch zum Erzbischof! Ich habe gesagt: Da kann ich nicht, da bin ich in der Schule. Da hieß es: Nein, nehmen Sie, wenn möglich, frei! Ich verstehe mich wirklich gut mit dem Erzbischof, aber das habe ich nicht erwartet.

Aber der Erzbischof hat es wohl nicht selbst organisiert. Was meinen Sie, wer es war?

Es soll Fürsprecher geben, in Paderborn oder Rom, das ist nicht offenkundig. Solch eine Ernennung muss man beim Erzbischof beantragen, das heißt, über dessen Tisch muss der Antrag gehen. Wer es war, weiß ich nicht. Aber ich möchte es auch jetzt nicht wissen. Eines Tages werde ich es sicherlich erfahren.

Was steckt in diesem Titel nun genau drin?

Das ist mir auch noch nicht klar. Papst Franziskus geht damit sparsam um; er will Geistliche für Dienste ehren, indem er ihnen den Titel „Päpstlicher Ehrenkaplan“ verleiht.

Hat der Titel für Sie Konsequenzen?

Wenn ich den Herrn Erzbischof richtig verstanden habe, bedeutet das, dass ich so lange, wie ich möchte, meine derzeitigen Funktionen weiter erfüllen darf. Seit 26 Jahren bin ich Dekanatskatechet, das heißt, dass ich unter anderem die Weiterbildung für Religionslehrer organisiere. Zudem bin ich seit 26 Jahren Schulseelsorger in Herne. Da ich an einer kommunalen Schule tätig bin, wo es kaum Schulseelsorger gibt, ist der Bischof froh, dass ich dort weiter ehrenamtlich als Lehrer und Schulseelsorger tätig sein kann. Ich bin 43 Jahre an dieser Schule. In der Gemeindearbeit war ich 24 Jahre Diakon und seit meiner Priesterweihe 2009 im pastoralen Team von Corpus Christi.

Wollen Sie Monsignore Hörmann in den Briefkopf übernehmen, so genannt werden oder es eher verstecken?

Ich weiß das noch nicht, habe aber als Vorbild und Informant Monsignore Lothar Schlegel, um mich zu erkundigen, wie ich mich angemessen zu verhalten habe. Ich brauche nichts zu verstecken. Für einen Monsignore gibt es eine Kleiderordnung, violetter Gürtel und violette Knöpfe auf schwarzem Talar. Aber die Sachen habe ich noch nicht, also in aller Ruhe. Wichtig sind mir andere Dinge: die Kinder in der Schule, die Menschen in unserer Pfarrei und darüber hinaus.

Haben Sie schon Kontakt zu Monsignore Schlegel gehabt?

Er hat mir gratuliert und schon ein paar Tipps gegeben, ja.

Wie waren die vergangenen Tage?

Eine Menge Gratulationen gab es. Sie kamen vor allem per E-Mail. Die werde ich zur gegebenen Zeit mit einer Dankeskarte beantworten. Die ersten Gratulationen kamen schon abends nach meiner Ernennung. Ich habe mich gewundert, woher die Menschen das wussten - sie hatten es schon auf der Homepage des Erzbistums gelesen.

Was sind Ihre Pläne?

Wenn ich als 70-Jähriger noch zehn Jahre den einen oder anderen Dienst verrichten könnte, wäre ich froh. Ich habe den Erzbischof gebeten, bis zum 75. Lebensjahr weiterarbeiten zu dürfen. Was dann drin ist, werden wir sehen.

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