Moschee-Feuer in Hagen: Staatsanwaltschaft fordert Haft für Castrop-Rauxeler

hzLandgericht Hagen

Im Prozess um den Brand an einer Moschee in Hagen wird wohl am Montag (17.2.) geurteilt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hielten Plädoyers. Muss der Castrop-Rauxeler in Haft?

Castrop-Rauxel

, 16.02.2020, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit den Plädoyers ist der Prozess um den Brand an einer Moschee am Donnerstag (13.2.) auf die Zielgerde gegangen. Einem 53-jährigen Angeklagten aus Castrop-Rauxel wird vorgeworfen, im Mai 2019 eine Mülltonne im Eingangsbereich einer Hagener Moschee in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer war kurz darauf auf ein Vordach übergesprungen. Weil die Feuerwehr schnell vor Ort war, konnten schlimmere Folgen verhindert werden.

Erst hieß der Tat-Vorwurf: versuchter Mord

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem Castrop-Rauxeler versuchten Mord vorgeworfen, weil er mit der Brandstiftung den Tod der Hausbewohner billigend in Kauf genommen habe. Davon war aber am Donnerstag keine Rede mehr. Der Antrag des Anklagevertreters lautete jetzt: dreieinhalb Jahre Haft.

Die beiden Verteidiger des 53-Jährigen wollen davon nichts wissen. Sie gingen in ihren Schlussvorträgen aufs Ganze und beantragten Freispruch. Ihrer Meinung nach könne dem Angeklagten seine Version des Tattages nicht widerlegt werden.

Angeklagter sagt, er wollte bloß pinkeln

Danach wollte der 53-Jährige bloß in den Hauseingang urinieren. Um dazu beide Hände frei zu haben, soll er eine brennende Zigarette kurzzeitig auf den Rand der unter dem Vordach abgestellten Mülltonne abgelegt haben. Beim Verlassen des Eingangsflures sei die Kippe weg gewesen. Sie sei wohl in die Tonne gefallen und habe dort das Feuer ausgelöst, hieß es in der Erklärung des Angeklagten. Das Urteil wird Montag (17.2.) erwartet.

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