Müll im Henrichenburger Wald: Paul (5) und Emma (7) gehen Problem an

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Paul (5) und Emma (7) sind sauer. Sie ärgern sich über den vielen Müll im Henrichenburger Wald. „Dagegen müssen wir etwas tun“, haben sich die Geschwister gedacht und Schilder aufgehängt.

Henrichenburg

, 07.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Kinder gibt es im Wald viel zu entdecken. Sie können Buden bauen, das Wasser des Bachs aufstauen und vielleicht auch mal ein Waldtier erblicken. Die Geschwister Paul (5) und Emma (7) mussten aber vor kurzem eine unliebsame Entdeckung machen, als sie mit ihrer Mutter Caren Kremer ihren Hund im Henrichenburger Wald ausführten.

Dabei hatten sie schon einige freudige Programmpunkte abgehakt: Die Kinder spielten zuerst am Bach, entdeckten sogar einen Hasen und wollten gerade das „Bude bauen“ angehen. „Wir haben dafür eine Höhle gefunden“, erzählte die siebenjährige Emma. Es ist ein Gebüsch unter einem Baum. Als sie Geschwister hinein kletterten, um die Höhle zu erkunden, machten sie jedoch eine unliebsame Entdeckung.

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„Warum schmeißen die Leute den Müll einfach in den Wald?“

„Da war dann ganz viel Müll. Das hat mich total geärgert“, sagte Emma und fragte: „Warum schmeißen die Leute den Müll einfach in den Wald?“ Den Geschwistern fiel auf, dass auch sonst viel Müll im Wald liegt. Sie beschlossen, etwas dagegen zu tun. „Wenn das nämlich Tiere wie der kleine Hase, den wir gesehen haben, essen, ist das schlecht“, erklärte Emma.

Also ging es nach Hause und wenig später bewaffnet mit Mülltüten und einem Greifer zurück in den Wald. „Drei Stunden lang sind wir durch den halben Wald gelaufen. Die beiden haben auch den kleinsten Fitzel aufgeräumt und nicht nachgelassen, bis alles sauber war“, sagte die Mutter und lachte. „Es ist schon toll zu sehen, dass sie schon so ein Bewusstsein dafür haben. Dass es ihnen nicht egal ist und sie sich Gedanken machen, macht mich stolz.“

Ausgerüstet mit einem Greifer sammelte Paul den Müll im Henrichenburger Wald auf.

Ausgerüstet mit einem Greifer sammelte Paul den Müll im Henrichenburger Wald auf. © privat

„Wir haben ganz schön viel gefunden, aber das Aufsammeln hat auch Spaß gemacht“, sagte Paul. Am Ende sind es drei Müllbeutel voll mit Taschentüchern, Einweghandschuhen, Bierflaschen und Hundekotbeuteln.

Die Geschwister bastelten Schilder

Als sie zwei Tage später wieder im Wald waren, lag dort neuer Müll. Die beiden Kinder ärgerte das. Zu Hause am Schreibtisch bastelten sie deshalb Schilder mit der Aufschrift „Wir wollen keinen Müll im Wald“. Die laminierten Schilder befestigten sie an den Bäumen und sammelten weiter Müll.

Fleißig malte die Grundschülerin Emma Schilder, die sie danach gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder im Wald aufhängte.

Fleißig malte die Grundschülerin Emma Schilder, die sie danach gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder im Wald aufhängte. © privat

Dabei hätten sie auch immer wieder Spaziergänger getroffen, die den Kindern gesagt hätten, dass sie ihre Aktion toll fänden, erzählte Kremer: „Die vierjährige Amelie, die mit ihrem Vater im Wald war, fand es so klasse, dass sie am liebsten gleich mitgesammelt hätte. Wegen des Coronavirus ist das gerade aber natürlich schwierig.“

Paul und Emma wollen sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass weniger Müll im Wald liegt. Für das Erreichen des Ziels hat Paul auch eine einfache Lösung: „Es müssen einfach alle ihren Müll mit nach Hause nehmen.“

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