Musik-Konzert vor der Mayerschen: Musiker beklagt Ärger mit Markt-Kontrolleurin vom EUV

hzLautstärke-Problem

Rudolf Schiffmann ist Musiker. Seit Jahren spielt er immer mal Konzerte, Open Air und ohne Eintritt. Weil er in der Fußgängerzone auftrat, gab es Ärger mit dem EUV. Er zieht Konsequenzen.

Castrop-Rauxel

, 05.09.2019, 12:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marelda, ebenfalls Musiker, und Rudolf Schiffmann wollten am 7. September vor der Castroper Leselust auftreten. Das tun die beiden nun nicht: aus Ärger über die Marktkontrolleurin des EUV-Stadtbetriebs. Denn die untersagte ihnen bei einer Probe am 24. August die Nutzung von Mikros.

Schiffmann und Marelda zogen aus diesem für sie als Verweis wahrgenommenen Handeln aus der Fußgängerzone ihren Schluss: Sie werden nicht wie geplant am Samstag, 7. September, mitten in der Fußgängerzone spielen, sondern verlegen ihr Konzert auf die Obere Münsterstraße.

Mikrofone und Verstärker runterdrehen

Sie wollten am 24. August, einem Samstag, während des Wochenmarktes vor der Mayerschen Buchhandlung proben. Dann sei die Marktkontrolleurin eingeschritten, schildert Rudolf Schiffmann in einem Schreiben an die Redaktion: Sie verbot den Musikern laut Schiffmann, Mikrofone mit sanfter Verstärkung zu benutzen. Zudem sollten deren Verstärker für die Gitarren leiser gedreht werden.

„Wenn ich den Eindruck habe, dass Sie zu laut sind, drehe ich Ihnen den Strom ab!“, habe es geheißen, so der Beschwerdeführer. „Der subjektive Eindruck der Frau sollte ihr genügen – auch ohne Dezibel-Messegerät.“ Die Probe fand dann statt – „mit sehr positiver Resonanz beim Publikum“, so Schiffmann.

EUV: „Wochenmarkt auch Begegnungsmöglichkeit“

Der EUV-Stadtbetrieb ist für diese Fälle zuständig: Er regelt die Märkte in Castrop-Rauxel. „Grundsätzlich“, heißt es von der Pressestelle, „begrüßt der EUV weiteres Leben auf dem Wochenmarkt, da der Markt ein Treffpunkt für Bürger und ein Forum sein soll.“

Neben der Nahversorgung diene der Markt auch Begegnung und Austausch. „Hier sind aber gegenseitige Rücksichtnahme bei den jeweiligen Interessensgruppen - Marktkunden, Markthändler, Betreiber von Infoständen, Organisatoren von Veranstaltungen - geboten“, so Sprecherin Sabine Latterner.

Schiffmann-Auftritt war schon vorbesprochen

Der Schiffmann-Auftritt am 24. August sei von der Mayerschen Buchhandlung beantragt und vom EUV genehmigt worden. In einem Vorgespräch als auch in der Genehmigung habe der EUV darum gebeten, das Marktgeschehen nicht durch übermäßige Lautstärke zu beeinträchtigen.

Und dann? „Vor Ort hat die Marktaufsicht festgestellt, dass der Gesang über Mikrofone störend für die Verkaufsgespräche auf dem Wochenmarkt gewesen wäre“, so Latterner. Darum habe die Frau gebeten, auf Mikros zu verzichten. Man werde nun im Nachgang das Gespräch mit Rudolf Schiffmann suchen.

„Immer wieder öffentlich ausgetragene Konflikte“

Schiffmann ist sauer: „Hintergrund solcher Willkür-Akte scheint die Marktordnung zu sein, die immer wieder zu öffentlich ausgetragenen Konflikten führt“, meint der Castroper. Er verwies auf den Umgang mit Friedensaktivist Siegfried Hellig vor einigen Wochen.

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Ihm gehe es um die Belebung der Fußgängerzone. „Wann ein Künstler mit professionellem Verwaltungshandeln rechnen kann, bleibt dahingestellt“, so Schiffmann.

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Satzung soll politisch beraten werden

Der EUV, so Sabine Latterner, habe stets darauf geachtet, dass die bestehende Marktregelung wohlwollend ausgelegt wird. „Durch diese Handhabung prallen allerdings gegensätzliche Wahrnehmungen aufeinander.“

Um dies in Einklang zu bringen, solle eine Anpassung der Satzung geprüft und der Kommunalpolitik vorgelegt werden. Beigeordneter Michael Eckhardt kündigte gegenüber dem Stadtanzeiger ebenfalls an: „Wir müssen noch einmal über die Marktordnung sprechen.“

Schiffmann spielt sein Gitarrenkonzert „Klanglandschaften“ nun am Samstag ab 11 Uhr beim Musikladen Lüdke an der Oberen Münsterstraße. Abseits des Wochenmarktes. Der Eintritt ist frei.

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