NaBeBa macht Rückzieher: Gründerin kündigt Zusammenarbeit mit Kinderschutz-Forum auf

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Noch am Freitag sah es so aus, als gäbe es eine Zukunft für den NaBeBa in Zusammenarbeit mit einem anderen Verein. Doch nun steht der Bauernhof wieder vor einer ungewissen Zukunft.

Ickern-End

, 02.03.2020, 16:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie war in Urlaub – auf Schweige-Exerzitien. Darum hat die NaBeBa-Gründerin Dorothee Zijp das Thema nicht kommentiert. Seit Samstag ist sie zurück. Jetzt sagte sie: „Mit mir nicht!“ Die geplante Zusammenarbeit des Vereins, der den Natur- und Begegnungsbauernhof in Ickern-End seit 13 Jahren betreibt, mit dem Deutschen Kinderschutz-Forum ist offenbar aufgekündigt.

Der NaBeBa ist seit 13 Jahren als caritative Einrichtung am Rapensweg beheimatet. Dort, auf der Stadtgrenze zwischen Castrop-Rauxel und Waltrop, ist die Welt seit einigen Monaten nicht mehr so richtig in Ordnung. Denn der NaBeBa mit seinen etwa 200 Tieren, dem Bauwagen, der Hütte, den Beeten, Weiden und Wiesen, muss umziehen.

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Das steht schon seit längerer Zeit fest und hat seine Gründe auch im Baurecht, das an dieser Stelle eine solche Nutzung nicht zulässt. Dazu kamen zuletzt Beschwerden von einigen neuen Anwohnern wegen Kinderlärm-Beeinträchtigungen in der benachbarten kleinen Wohnsiedlung im Grünen.

Plötzlich trat ein bisher unbekannter Verein auf

Dann trat ein Verein auf, der ganz offensiv mit dem NaBeBa gemeinsame Sache machen wollte: das Deutsche Kinderschutz-Forum, ein 2019 in Bochum gegründeter Verein mit großen Plänen. Er wolle ein „Centrum für Familien und Bildung“ schaffen.

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Am Wochenende kündigte Dorothee Zijp die Zusammenarbeit auf. „Ich war naiv bis zum Anschlag, aber alle haben sich gefreut und wir alle sind auf die Ideen des DKF hereingefallen“, sagte sie am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Man habe schon Pläne geschmiedet. Es gebe tatsächlich auch eine Absichtserklärung, die bis zum 1. April gelte – aber keinen Kooperationsvertrag, anders als der DKF-Vorsitzende Friedrich-Wilhelm von Krauss unserer Redaktion gesagt hatte.

Zijp: „Wir waren im siebten Himmel“

Doro Zijp sagt: „Der Verein sagte, er wolle uns helfen. Da war auch viel Geld im Spiel. Wir wollten eine Kooperation, hatten viele Gespräche miteinander und waren im siebten Himmel.“ Nun sei man enttäuscht.

Sie seien „von sich aus an die Öffentlichkeit gegangen, ohne dass ich die Texte mit ihnen abgestimmt hatte“, sagt die Gründerin des NaBeBa. Man habe sich stattdessen darauf verständigt, die Zusammenarbeit und Ideen erstmals am 7. März bei einem geplanten Tag der offenen Tür öffentlich zu machen. Der Vorstand des DKF sei nun selbst initiativ geworden, als sie im Urlaub war.

Das ist aber nicht alles: Zum Beispiel sei der DKF nicht Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, was Zijp als Qualitätszeugnis gedient hätte, sagt sie. Dann habe eines der Vorstandsmitglieder gesagt: „Ich mache eine Welle, die Waltrop noch nie gesehen hat.“

Vergangenen Mittwoch habe es noch ein Vorbereitungstreffen gegeben. „Aber unsere Mitarbeiterinnen hatten da schon erhebliche Zweifel. Einige sind deswegen schon zum Treffen nicht hingegangen.“

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Sie lobt auch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Waltrop: „Die Stadt hat gesagt, wir müssten den Ball flach halten“, so Zijp. „Da waren ja die beiden Herren vom DKF dabei. Sie wollten sogar mit den Nachbarn sprechen, hatten sie angekündigt.“

Beitrag im Internet ist wieder verschwunden

Stattdessen gingen sie auf ihrer Homepage in die Öffentlichkeit. Inzwischen ist der Beitrag über den Fortbestand des NaBeBa auf der Website des DKF aber verschwunden. „Wie sollen wir umziehen? Wer soll das bezahlen?“, fragt sich Dorothee Zijp nun. Darüber spricht nun der Vereins-Vorstand. „Wir kämpfen weiter! Ich möchte nun aber in aller Öffentlichkeit darüber reden.“ Und: „Wir werden die Absichtserklärung wahrscheinlich zurücknehmen.“

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