Nach Amokdrohung: Facebook-Beitrag hat Konsequenzen für Berufskolleg-Schüler

hzBerufskolleg Castrop-Rauxel

Eine Amokdrohung bei Facebook hat ein Nachspiel für einen Schüler des Berufskollegs Castrop-Rauxel – obwohl er mit der eigentlichen Drohung gar nichts zu tun hatte.

Castrop-Rauxel

, 27.09.2019, 13:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Amokdrohung eines Dortmunders bei Facebook hat am Donnerstag nachträglich für Wirbel im Umfeld des Berufskollegs Castrop-Rauxel (BKCR) gesorgt.

Eine Frau, die von sich sagt, sie sei Mutter eines BKCR-Schülers, hatte mit Blick auf unsere Berichterstattung von Donnerstag die Redaktion angeschrieben. In der Mail warf sie BKCR-Schulleiter Fred Nierhauve eine Falschaussage vor: Nierhauve lüge, wenn er behaupte, die Amokdrohung von Mittwochnachmittag habe sich nicht gegen das BKCR gerichtet.

„Das ist gelogen!!! Uns Eltern liegen auch Screenshots des Schülers und dessen Freund vor. Darauf zu lesen- Bkcr aufgepasst!!! Auch gibt es ein Bild des Schülers mit einer Waffe“, schrieb die Frau wörtlich.

Polizei unterstützt Darstellung des Schulleiters

Die Kreispolizei Recklinghausen unterstützte dagegen am Freitag auf Nachfrage ausdrücklich die Darstellung Nierhauves. Sprecher Andreas Wilming-Weber betonte, tatsächlich habe die eigentliche Amokdrohung nichts mit dem BKCR zu tun gehabt.

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Der Jugendliche, der auf Facebook einen Amoklauf angedroht hatte, habe der Polizei bestätigt, überhaupt keinen Bezug zu Castrop-Rauxel zu haben. Er kenne dort niemanden.

Ursprungspost landete in einer Chat-Gruppe

Allerdings sei der ursprüngliche Post in einer Chat-Gruppe von mehreren BKCR-Schülern diskutiert worden. Dort habe einer dieser Schüler den Post mit den Worten „BKCR aufgepasst“ kommentiert. Und ein weiterer Schüler habe dann das Foto einer Waffe gepostet, die er besitzt. Diese Waffe, die sich als Softair-Pistole entpuppt habe, habe die Polizei mittlerweile sichergestellt, berichtete Polizeisprecher Wilming-Weber.

Zusammengefasst sagte Wilming-Weber: „Das hatte alles nichts mit dem Ursprungspost zu tun.“ Die Aufregung habe aus dem Eigenleben resultiert, den die parallel im Chat geführte Diskussion entwickelte – zu einem Zeitpunkt, da der ursprüngliche Facebook-Post mit der Amokdrohung schon längst gelöscht war.

Zusammenhang mit dem Berufskolleg Castrop-Rauxel zunächst nicht auszuschließen

Der Jugendliche aus Dortmund hatte die Drohung vor einigen Tagen gepostet. Einem Schüler vom BKCR war er am Mittwoch aufgefallen. Da zunächst ein Zusammenhang mit dem BKCR nicht ausgeschlossen werden konnte, hatte Schulleiter Nierhauve noch am Mittwochnachmittag die Polizei eingeschaltet.

Nach eingehender Prüfung hatte sich nach Ansicht der Polizei schnell herausgestellt, dass es keine Verbindung zum BKCR gebe. Dennoch hatte Nierhauve seinen Schülern freigestellt, am Donnerstag zum Unterricht zu erscheinen oder nicht.

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