Nach Einsatzfahrt folgen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Freiwillige Feuerwehr

CASTROP-RAUXEL 173,50 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot: Das ist die Bilanz von Jürgen Kahl, nach einem Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr. Der selbstständige Immobilienpfleger versteht die Welt nicht mehr.

von Von Christoph Witte

, 07.07.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach Einsatzfahrt folgen Bußgeld, Punkte und Fahrverbot

Jürgen Kahl fühlt sich zu Unrecht bestraft - trotz allem Ärger bleibt er aber bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Laut Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes, Ralf Fischer, ist Castrop-Rauxel „eine der ganz wenigen Gemeinden in NRW, die Feuerwehrangehörige mit Bußgeldverfahren überzieht“. Zwar besteht eine interne Vereinbarung zwischen Stadt und Feuerwehr, bei Tempoüberschreitungen, von bis zu 20 Kilometern pro Stunde, die in umittelbarem Zusammenhang mit der Alarmierung stehen, ein Auge zuzudrücken. Aber nur, wenn keine Gefährdung besteht. Jürgen Kahl überschritt die Toleranz. Da halfen auch seine Beteuerungen nicht, dass er niemanden gefährdet habe. Am Ende konnte selbst eine verbriefte Aussage des Innenminister Ingo Wolf das Gericht nicht überzeugen. Wolf sieht die Sonderrechte auch für Feuerwehrleute im Privat-Auto geltend. Kahl klagt an: „Die Stadt konterkariert Vorgaben des Innenministeriums.“ Seit 26 Jahren ist er in der freiwilligen Feuerwehr und bleibt. Trotz alledem. „Aber nur wegen der tollen Kameradschaft.“ 

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