Naturschutz-Unterricht: Castrop-Rauxel hat jetzt ein blaues Klassenzimmer

hzBrandheide

Castrop-Rauxels Schüler können jetzt die Natur hautnah erleben. Dafür wurde auf dem Brandheide-Gelände in Merklinde das „Blaue Klassenzimmer“ eingerichtet - Biologie-Unterricht quasi hautnah.

Merklinde

, 31.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus der ehemaligen Deponie Brandheide an der Stadtgrenze zu Dortmund in Merklinde ist ein Naherholungsgebiet geworden. „Es ist ein grünes Areal geworden, das für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich ist“, sagt EUV-Vorstand Michael Werner.

Das Bachbett des Mühlenbaches verläuft jetzt offen über das ehemalige Deponiegelände, Brücken führen über den Bach, neu angelegte Wege ermöglichen einen Spaziergang über das Areal.

Sanierung der 16,4 Hektar großen Fläche ist abgeschlossen

„Nach mehr als zwei Jahrzehnten, die Vorbereitung, Planung und das Genehmigungsverfahren in Anspruch genommen haben, ist die Sanierung der ehemaligen Deponie Brandheide mittlerweile abgeschlossen“, erklärt Thorsten Werth-von Kampen, stellvertretender EUV-Vorstand und zuständiger Ressortleiter beim Stadtbetrieb. Seit 1989 ist die 16,4 Hektar große Fläche in der intensiven Aufbereitung durch die Stadtverwaltung bzw. seit 1996 durch den EUV-Stadtbetrieb.

Und nun können auch Castrop-Rauxels Schüler von dem Naherholungsgebiet profitieren. Seit März ist das „Blaue Klassenzimmer“ am Mühlenteich nun eingerichtet. Ein Halbrund aus Steinen bietet eine Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben. Schüler und Kindergartenkinder können hier Platz nehmen, Tiere beobachten und die Pflanzenwelt erkunden.

Das "Blaue Klassenzimmer" auf dem Brandheide-Gelände. Die Schüler können auf den Steinen Platz nehmen, die aus der Karbonzeit stammen, und die Natur beobachten.

Das "Blaue Klassenzimmer" auf dem Brandheide-Gelände. Die Schüler können auf den Steinen Platz nehmen, die aus der Karbonzeit stammen, und die Natur beobachten. © EUV-Stadtbetrieb

„Im Rahmen der Sanierung konnten wir neben der Entschlammung des Mühlenteiches und der Erweiterung des dortigen Pflanzenbestandes auch die Einrichtung eines ‚Blauen Klassenzimmers‘ ermöglichen“, erklärt Thorsten Werth-von Kampen. Dies sei Wunsch der benachbarten Lindenschule sowie der Bürgerinnen und Bürger gewesen.

Die Steine an sich sind schon eine Besonderheit, denn sie stammen aus der dem Erdzeitalter des Karbon* und laden zu eigenen Entdeckungen ein: „Es finden sich sogar Einschlüsse von alten Pflanzen an den Steinen“, erklärt Susanne Brannhoff, zuständige Umweltingenieurin beim EUV-Stadtbetrieb“ Dies ist besonders gut an dem ‚Lehrerstein‘ zu erkennen, an dem viele dunkle Einschlüsse zu finden sind.“

7000 Jungbäume gepflanzt und Streuobstwiese angelegt

Die Rodungs- und Aufforstungsarbeiten, die Ende 2019 auf dem Brandheide-Gelände begonnen haben, sind mittlerweile auch abgeschlossen. Ziel und Sinn dieser Maßnahme war es laut EUV-Stadtbetrieb, die Verdunstungsrate zu verbessern und das zufließende Sickerwasser minimieren.

„Im Zuge der Aufforstung wurden 7000 Jungbäume neu gepflanzt und eine Streuobstwiese angelegt“, berichtet Susanne Brannhoff. „Um die jungen Bäume zu schützen, wurden sie mit einem sogenannten Verbissschutz versehen.“ Zudem wurden Ansitzstangen für Greifvögel aufgestellt. Darüber hinaus wurden Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse angebracht.

*In einer ersten Version dieses Artikels hatte es noch geheißen, die Steine seien aus der Kreidezeit. Das ist nicht korrekt. Die Steine stammen aus dem Erdzeitalter des Karbon.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt