Neuer Blitzer macht an der B235 jetzt Jagd auf Temposünder

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Der Kreis Recklinghausen rüstet auf: Jetzt hat man auch den Blitzer an der B235 in Höhe des Castrop-Rauxeler Rathauses durch eine neue Anlage ersetzt. Die soll Raser zuverlässiger erwischen.

Castrop-Rauxel

, 10.09.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1991 macht der Kreis Recklinghausen mit fest installierten „Starenkästen“ in Castrop-Rauxel Jagd auf Temposünder: an der Wittener Straße/B235 zwischen Merklinde und Castrop (seit 1991), an der Recklinghauser Straße am Ortsausgang von Ickern nach Mengede (seit 1995), an der Leveringhauser Straße in Ickern (seit 1994) und an der B235/Habinghorster Straße auf Höhe des Rathauses (seit 2001).

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Im Frühjahr hatte der Kreis damit begonnen, alle 23 Blitzer im Kreisgebiet gegen neue Technik auszutauschen. Den Anfang machte der Starenkasten an der Wittener Straße. Nun folgte die Anlage auf der B235, wo in Fahrtrichtung Norden kurz vor der Kreuzung mit den Straßen Europaplatz und Grutholzallee jetzt eine digitale Anlage aufgestellt ist.

Erfolgreichster Blitzer im ganzen Kreisgebiet

Der alte Starenkasten hier ist beim Kreis als einer der erfolgreichsten Blitzer im gesamten Kreisgebiet sehr beliebt. 2018 etwa, so Kreissprecher Jochem Manz, hatte man hier 10.611 Temposünder geblitzt, im Vorjahr sogar 11.446. Das waren stolze 29 bzw. 31 Verkehrsverstöße am Tag. In 11.188 der Fälle kamen Autofahrer mit geringen Strafen davon, es wurden aber auch 258 Bußgelder verhängt.

Denn bei solchen Strafen im Straßenverkehr unterscheidet man zwischen Verwarngeldern und Bußgeldern. Üblicherweise liegt ein Verwarnungsgeld zwischen 5 und 55 Euro, wohingegen ab 60 Euro von einem Bußgeld gesprochen wird. Grundlage bildet hier der Paragraf 56 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten. Bezahlen Verkehrssünder die Verwarnung nicht, wird aus dieser üblicherweise dann allerdings auch ein Bußgeldbescheid.

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Ähnlich erfolgreich wie die Anlage an der Habinghorster Straße sind nur Blitzer an der Münsterstraße in Waltrop und an der Weseler Straße in Haltern. Der Erfolg dieser drei Anlagen ist erklärlich: Nur diese drei Standorte sind ganzjährig mit einer Kamera bestückt. In den anderen 20 Kästen wird für punktuelle Blitz-Aktionen zeitweise eine von drei wechselnden Kameras eingesetzt. Spitzenreiter ist dabei die Castrop-Rauxeler Anlage, weil sie beide Spuren der Bundesstraße blitzen kann.

Kreis investiert 1,8 Millionen in neue Anlagen

Die 23 Anlagen bringen dem Kreis im Jahr rund 1,3 Millionen Euro Einnahmen ein. Da sind die Investitionen in die neuen Blitzer zu verschmerzen. „Wir wollen unsere Messtechnik modernisieren. Es gab immer mal wieder Probleme mit den alten Starenkästen, sodass diese zum Teil über längere Zeiträume ausgefallen sind“, so Manz. Insgesamt investiere man in die Umrüstung aller Anlagen 1,8 Millionen Euro.

Zusätzlicher Vorteil der neuen Blitzer: Das neue, lasergestützte Messsystem wird durch Risse in der Fahrbahn nicht irritiert, was ein Problem der bisherigen bodengebundenen Starenkästen war.

Zum Gesamtpaket gehören laut Jochem Manz auch zwei neue Blitz-Fahrzeuge. Für den Umbau hat das Unternehmen Jenoptik den Zuschlag bekommen. Zuvor hatte der Kreis den Auftrag europaweit ausgeschrieben. Mit der Lasertechnik können Raser in Zukunft von vorne, von der Seite und von hinten geblitzt.

„Wir wollen nicht mehr Temposünder erwischen“

„Es ist nicht unsere Absicht, mit den neuen Geräten noch mehr Temposünder zu erwischen oder mehr Verwarngelder einzunehmen“, betont Kreis-Sprecher Jochem Manz. Man sei lediglich gefordert gewesen, die inzwischen veraltete und unzuverlässige Technik durch zuverlässig funktionierende Anlagen zu ersetzen.

Und so sollen auch die beiden noch ausstehenden Blitzer in Castrop-Rauxel noch bis Jahresende durch neue Blitzsäulen ersetzt werden.

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