Neues Album zehn Plätze hinter Vorgänger - Band Eskimo Callboy reagiert auf Kritik

hzEskimo Callboy

Zum Einstieg in die Album-Charts konnte die neue Platte „Rehab“ der Castrop-Rauxeler Band Eskimo Callboy nicht an den Erfolg von „The Scene“ anschließen. Es gibt Kritik von einigen Fans.

Castrop-Rauxel

, 14.11.2019, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Platz 16 ist das vierte Studioalbum von Eskimo Callboy in die deutschen Albumcharts eingestiegen. Castrop-Rauxels bekannte Metal-/Trancecoreband platziert sich mit Rehab also zunächst zehn Plätze schlechter, als die Vorgänger The Scene und Crystals zum Einstieg in die CHarts erreichten.

Chart-Platzierungen hängen von vielen Faktoren ab; beispielsweise, wer gerade sonst noch eine Platte rausgebracht hat. Dennoch: Rehab ist unter den Eskimo-Callboy-Fans umstritten. Im Internet wird eifrig diskutiert.

So schreibt Simon Murrack auf Facebook: „Bisher habe ich jedes Eskimo Callboy Album gekauft, aber dieses werde ich definitiv überspringen.“ Und er ergänzt: „Zu soft und zu sehr in Richtung Mainstream.“

Darauf antwortet ein Zach Drozdowski: „Ich stimme Dir zu. Aber dieses Album ist so verdammt eingängig, jeder Song bleibt in meinem Kopf. Aber es ist so soft, nur drei Songs klingen nach ihnen.“

„Musikalisch ein großer Schritt“

Es gibt aber auch Zuspruch für die Band: „Musikalisch ein großer Schritt für Euch“, kommentiert Sascha Kröwer, „auch wenn es sich von den alten Alben abhebt (vor allem von der Härte), finde ich die Entwicklung klasse, weiter so.“

Einem erheblichen Teil der Fans fehlt jedoch diese viel beschriebene Härte bei Rehab. „Das einzige Core-Stück auf dem neuen Album ist wortwörtlich ein einminütiges Zwischenspiel“, findet Sebastian Beling.

Damit ist wohl „It’s Going Down“ gemeint. Eigentlich gehört dieser Track noch zur vorangegangenen Titelnummer Rehab, wie Sänger Kevin Ratajczak im August im Interview verraten hatte. „Da schlägt die Stimmung noch mal um, dann gibt es noch mal richtig auf die Zwölf“, sagte er damals. „Diesen Teil wollten wir daher losgelöst haben und haben so einen eigenen Track daraus gemacht.“

Viele Ideen und musikalische Anleihen

Rehab ist mit 31:45 Minuten zudem das kürzeste Album von Eskimo Callboy. We Are The Mess, das Debüt von 2014, kam auf 38:20 Minuten und Platz acht der deutschen Albumcharts.

Trotz der eher übersichtlichen Spieldauer sprüht das aktuelle Album von Ideen und Anleihen an andere Musikstile. Elf Songs finden sich darauf. Abzüglich der vier Single-Veröffentlichungen (Supernova, Hurricane, Nice Boi und Prsim) sowie dem Vor- und Zwischenspiel bleiben fünf Songs übrig. Vor allem „Made By America“ wird vielleicht einige Fans versöhnen, die auf härtere Nummern gehofft haben. Überaus catchy sind indes „Disbeliever“ und „Okay“. Der Song „Lost“ hängt irgendwo dazwischen.

„Uns war klar, dass es nicht nur positives Feedback gibt“

„Wir können auch nur die Musik machen, die wir gut finden“, hatte Kevin im Gespräch zur Single Supernova gesagt, „wir waren uns früh klar darüber, dass es nicht nur positives Feedback gibt; vor allem von unseren hart gesottenen Fans.“

In einem rund 20-minütigen Video nahmen die sechs Musiker Stellung zu den zahlreichen Kommentaren, die im Netz zu Rehab zu finden sind - auch zum mehrfach angebrachten Vergleich mit der britischen Band „Bring Me The Horizon“.

„Weit weg von musikalischem Fast Food“

Vielleicht brauchen die neuen Songs einfach noch eine Weile, bis sie beim Stamm-Publikum ankommen. Oder sich bei neuen Hörern herumgesprochen haben. Oder, wie Eskimo Callboy-Fan Kurt Meinicke auf Facebook schrieb: „Das Album ist halt ganz weit weg von musikalischem Fast Food: Mit der Scheibe muss (darf) man sich auseinandersetzen; man muss (darf) den Songs die nötige Zeit lassen, dass sie sich entfalten und im Hirn festsetzen können.“

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