Nordrhein-Westfalens bester Bäckereiverkäufer kommt aus Castrop-Rauxel

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Ein junger Castrop-Rauxeler hat die landesweite Konkurrenz um den Titel des besten Bäckereifachverkäufers ausgestochen. Doch dazu braucht es mehr, als nur ein Brötchen belegen zu können.

Castrop-Rauxel

, 11.10.2020, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei herbstlichem Wetter lädt eine Bäckerei schon wegen der wohligen Wärme und des leckeren Dufts ein, hineinzukommen. Was lockt, sind ein heißer Cappuccino und ein Stück Apfelkuchen mit Sahne. Das ist auch Silian Schröters Favorit.

Der 20-Jährige bedient gerade in der Dortmund-Huckarder Filiale der Bäckerei und Konditorei Auffenberg eine junge Frau. Es fällt ihr schwer, sich zu entscheiden, also springt der junge Verkäufer in die Bresche. „Wie wäre es mit einem Baguette mit Käse und Salami?“, schlägt er vor.

Nordrhein-Westfalens bester Bäckereifachverkäufer

Silian Schröter ist kein x-beliebiger Bäckereifachverkäufer. Der Castrop-Rauxeler wurde am 30. September von der Ersten Deutschen Bäckerfachschule zum besten „Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk Bäckerei“ Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet. Zuvor hatte er den ersten Platz der Dortmunder Handwerkskammer abgeräumt. Doch für den Titel musste er sich einiges einfallen lassen.

Silian Schröter aus Castrop-Rauxel (r.) belegte den ersten Platz, gefolgt von Franziska Spiekermann, Christin Schlepphorst und Nicol Julia Banner.

Silian Schröter aus Castrop-Rauxel (r.) belegte den ersten Platz, gefolgt von Franziska Spiekermann, Christin Schlepphorst und Nicol Julia Banner. © Silian Schröter

„Wir mussten einen Aktionstisch und einen Frühstücksteller gestalten, ein Verkaufsgespräch führen, Snacks für einen Pressetermin vorbereiten und einen Gugelhupf einpacken“, erzählt Schröter. Das klingt einfacher, als es in Wirklichkeit ist, denn all diese Aufgaben drehten sich um das Thema „Natur“.

Ähren, Blätter und Bast

„Für die Dekoration habe ich Weizenähren, Kürbisse, Obst und Holzplatten mitgebracht“, erzählt der Kammersieger. Den Gugelhupf dekorierte er mit den Blättern und Bastschleifen, im Verkaufsgespräch glänzte er mit seinem Wissen über Inhaltsstoffe, Lockerungsarten und Herstellungsprozesse.

Kaffeemotive sind Silian Schröters Spezialität.

Kaffeemotive sind Silian Schröters Spezialität. © Silian Schröter

Den Frühstücksteller gestaltete er liebevoll mit rohem Schinken, Camembert, Orangensaft und einem Brötchenkorb. Eine Sonnenblume und farbig abgestimmte Servietten bildeten den krönenden Abschluss.

Zu große Brötchen für die Presse

„Nur meine Snacks für den Presseempfang waren etwas zu viel“, sagt Schröter. Erwartet worden waren kleine Häppchen. „Ich habe halbe Brötchen belegt“, sagt der Landessieger, der erst im Juni seine Ausbildung abgeschlossen hat.

In den Fachverkauf zu gehen, war damals eine spontane Entscheidung, erklärt Schröter. „Ich habe immer gerne gebacken, dann habe ich hier Probe gearbeitet und es hat mir gefallen“, erzählt er. Selbst Bäcker zu werden plant er nicht, doch er träumt davon, irgendwann Verkaufsleiter zu werden.

Silian Schröters Frühstücksgedeck zum Thema „Natur“.

Silian Schröters Frühstücksgedeck zum Thema „Natur“. © Silian Schröter

Teamwork und gutes Feedback

Was er an seiner Arbeit genießt, sei die Arbeit im Team und der Kundenkontakt. „Wenn der Kunde wiederkommt und sagt, dass ihm Brot oder Kuchen geschmeckt haben, dann macht mich das zufrieden“, so Schröter. Und auch wenn es stressig wird, verliert er nicht seine gute Laune. „Es macht Spaß, wenn es in solchen Momenten dann richtig gut läuft.“

Um 4.30 Uhr in der Frühe beginnt Schröter schon, räumt Brötchen und Kuchen in die Regale, belegt Brötchen und wartet darauf, die ersten Kunden verwöhnen zu dürfen. Und er ist nicht ohne Grund der beste Fachverkäufer NRWs: Gerne bringt Schröter auch eigene Ideen mit ins Geschäft.

Kreativität im Einzelhandel

„Kreativ zu sein ist in so einem Kleinbetrieb einfacher als in einer Kette. Einmal habe ich mir selbst einen Eis-Latte während der Arbeit gemacht, und den haben wir dann mit ins Programm aufgenommen“, erzählt Schröter.

Doch nicht all sein Können kommt aus der dreijährigen Ausbildung. Worauf Schröter besonders stolz ist, sind die Motive, die er in den Milchschaum des Cappuccinos zaubert.

„Das habe ich mir über Instagram beigebracht“, verrät er. In vier Wochen muss sich Silian Schröter noch einmal beim Bundeswettbewerb in Weinheim beweisen. Doch der NRW-Sieger hat seine Fähigkeiten und sein Talent bereits unter Beweis gestellt - und „natürlich“ gewonnen.

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