Ouvertüre zum Schützenfest bringt Kirmes kurz zum Stillstand Vorfeier in Henrichenburg

Redaktion und Sportredaktion Castrop-Rauxel
Auf der Henrichenburger Kirmes hielt das Fahrgeschäft Air Race kurz inne als die Schützen durch den Rummel marschierten.
Auf der Henrichenburger Kirmes hielt das Fahrgeschäft Air Race kurz inne als die Schützen durch den Rummel marschierten. © Christian Püls
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Das Schützenfest in Henrichenburg wirft seine Schatten voraus. Zwei Wochen davor treffen sich die Anhänger des Allgemeinen Bürgerschützenvereins (ABSV) traditionellerweise zum Vogelabholen. Rund 150 Menschen beteiligten sich am Samstag (3.6.) daran. Die Anzahl der Zuschauer dürfte mindestens genauso groß gewesen sein.

Dabei wird der hölzerne Adler vom Haus seines Erbauers zur Burgapotheke transportiert, wo er bis zum Vogelschießen (19. Juni) im Schaufenster ausgestellt wird. Dann muss sich der „Piepmatz“ dem Beschuss stellen, um einen neuen Henrichenburger König zu ermitteln.

Wobei „Piepmatz“ natürlich eine wackere Untertreibung ist. Die Vogelbauer Clemens Hartmann und Christian Welmann haben erneut einen beeindruckenden Adler geschaffen. Mit seiner imposanten Spannweite, den gebogenen Flügeln und wunderbar ausgearbeiteten Details sucht er seinesgleichen. „Einen solchen Vogel gibt es nun mal nur in Henrichenburg“, raunte ein Schütze anerkennend, als sich der Zug in Bewegung setzte; Richtung Dorfmitte.

Diesmal aber stellte sich den Schützen ein nicht unbeträchtliches Hindernis in den Weg: die Henrichenburger Dorfkirmes. Wen man auch fragte, keiner konnte sich erinnern, dass der Rummel in der Ortsmitte und das Vogelabholen jemals aufs selbe Datum fielen. Diesmal war es aber so.

Schützen und Zuschauer feierten beim Vogelabholen, zwei Wochen vor dem Schützenfest.
Schützen und Zuschauer feierten beim Vogelabholen, zwei Wochen vor dem Schützenfest.© Christian Püls

Daher nahm die „Prozession“ zwar in gewohnter Manier Kurs vom Alten Kirchplatz Richtung HEDI-Zentrum, kreuzte aber dabei die B 235 nicht nur, sondern marschierte diesmal einige Meter – eskortiert von der Polizei – auf der Bundesstraße. Die Autofahrer nahmen es gelassen.

Die gute Laune gehörte indes den Henrichenburger Schützen und ihren Zuschauern, die sich offenbar aufs dreitägige Fest freuen. 2021 waren schließlich alle Feierlichkeiten wegen der Corona-Pandemie ins Wasser gefallen.

Die Ouvertüre zum Schützenfest 2023 ist allerdings bereits jetzt ein Novum. Auf dem Rückweg, Richtung „Königsschmiede“ am Hof Wetterkamp, zogen die Schützen – natürlich ohne Begleitfahrzeuge – mitten durch die Kirmes. Selbst das Fahrgeschäft Air Race, das als moderne Interpretation einer Schiffschaukel wohl zu den Hauptattraktionen zählt, hielt seine 22 Passagiere kurz am höchsten Punkt der Anlage fest, um ihnen einen perfekten Blick auf den Abschluss der „Vogel-Prozession“ zu bieten.

Das zeigte mal wieder: Nähert sich das Schützenfest, hält nahezu der komplette Stadtteil kurz den Atem an.

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