Eröffnungstermin verschiebt sich schon wieder: Die Pannenserie an der Hebewerkbrücke

hzBrücken-Baustelle

Kurz vor Weihnachten sollte die Hebewerkbrücke in Henrichenburg freigegeben werden. Doch jetzt gibt es eine neue Panne. Die Brücke muss vielleicht sogar klimatisiert werden.

von Martin Behr

Henrichenburg

, 28.11.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pleiten-, Pech- und Pannenserie an der Hebewerkbrücke in Henrichenburg geht weiter: Wie das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Duisburg mitteilte, wird sich die Verkehrsfreigabe erneut verschieben. Der Bauzeitenplan weise nun eine „Freigabe für Ende März 2020 aus“, hieß es jetzt aus dem WSA.

Bau dauert schon 26 Monate

Ursprünglich sollte das Bauwerk im Oktober 2017 fertig sein. Nun hat das WSA die Hoffnung zerstreut, dass die verhältnismäßig kleine Hebewerkbrücke (44 Meter) nach bemerkenswert langer Bauzeit (26 Monate) wieder freigegeben werden kann.

Die neue Verzögerung ist bezeichnend für ein Projekt, das von Anfang an mit Pannen gespickt war. Zunächst fehlten Genehmigungen für die Schwertransporte zur Anlieferung der einzelnen Brücken-Teile. Dann waren alle Teile da, allerdings passten sie nicht zusammen.

Der erste geplante Brücken-Überschub musste ebenfalls gestrichen werden. Der 750-Tonnen-Kran (kostet 15.000 Euro am Tag) war zwar am Hebewerk, doch leider war nicht nachzuweisen, dass er auf einem ausreichend abgesicherten Standplatz stehen kann.

Dann fielen noch massive Probleme mit der Stahlkonstruktion auf. Die Schweißer ohne Schweißberechtigung, die zwischenzeitlich ihre Arbeit taten, beschleunigten das Vorankommen auch nicht gerade.

Mehrere Probleme für Verschiebung verantwortlich

Kurz vor Weihnachten, so hatte es das WSA in den vergangenen Wochen mehrfach bestätigt, hätte die Brücke für den Verkehr freigegeben werden sollen. Dass dieser Zeitplan nun um weitere drei Monate auf Ende März 2020 verschoben worden ist, begründet das WSA mit mehreren Problemen.

Zum Teil sei die erneute Verschiebung mit einem „unfallbedingten, längeren Ausfall des mit der technischen Bearbeitung beauftragten Ingenieurbüros“ zu erklären, schreibt das WSA. Auch dem Auftragnehmer, der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stahlbau Magdeburg/Wilhelm Scheidt gibt die Behörde eine Schuld. Wieder mal. Die Suche der Arge nach einem Nachunternehmen „für die Abdichtungs- und Asphaltarbeiten“ habe sich langwierig gestaltet.

Weil das so ist, verschieben sich die Arbeiten weiter in den kalten Winter. Das bringt neue Probleme mit sich. „Wegen der Witterungsbedingungen ist es nicht möglich, temperaturabhängige und feuchtigkeitsempfindliche Arbeiten ordnungsgemäß ausführen“, so das WSA. Im Detail geht es hier um die Beschichtung der Brücke mit einer Schutzschicht, die zwischen Bauwerk und Asphalt aufgebracht werden muss.

Brücke wird für den Winter „eingehaust“

Um die Arbeiten – so gut es geht – zu beschleunigen, werde man Winterbaumaßnahmen anordnen, heißt es weiter. Soll heißen: Die Brücke soll „eingehaust“ und klimatisiert werden.

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