Parteiloser Florian Pätzold (42) will Bürgermeister von Castrop-Rauxel werden

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Florian Pätzold (42) kämpfte sich als Kandidat einer RTL-Show durch die rumänische Wildnis. Jetzt möchte er Bürgermeister von Castrop-Rauxel werden. Er ist unabhängig, symphatisiert aber mit „Die Partei“.

Castrop-Rauxel

, 12.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt wirft der nächste Bürgermeisterkandidat seinen Hut in den Ring. Oder besser: seine Käppi. Oder noch zutreffender: seinen Fahrradhelm. Kappe oder Helm trägt der 42-Jährige so oft es geht oder er mit seinem Fahrrad unterwegs ist. Florian Pätzold sagt im Hinblick auf die Kommunalwahl am 13. September: Pätzold first, Lind und Kravanja second, Bettinger last.

Er will also der erste sein, der unter den bislang bekannten Kandidaten die Wählerinnen und Wähler um ihre Stimme bittet. Von einer Stichwahl reden wir an dieser Stelle mal nicht. Das ist ein anderes Kapitel, von dem viele der festen Überzeugung sind, erst dann würde es richtig spannend in unserer Stadt, wer sich künftig Castrop-Rauxels erster Bürger oder erste Bürgerin nennen darf.

Frauen sind noch gar nicht dabei. Nach Amtsinhaber Rajko Kravanja (SPD), seit 2015 am Ruder und von seinem Stadtverband schon im vergangenen Jahr erneut auf den Schild gehoben, Dr. Oliver Lind, dem Chef des Bauausschusses und von der CDU vor einigen Wochen gekürt, dem FDP-Fraktionschef und Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses Nils Bettinger, gewählt von seinem Stadtverband am 23. Januar, jetzt mit dem gebürtigen Castrop-Rauxeler Florian Pätzold also der vierte Kandidat.

Er ist Sympathisant von „Die Partei“

Was bewegt den studierten Medienbetriebswirt und begeisterten Radfahrer zu seiner Kandidatur? Die meldete er jetzt im Castrop-Rauxeler Rathaus bei der zuständigen Fachfrau für Wahlen an, um sich schlau zu machen über das Anforderungsprofil oder besser, welche Grundbedingungen er erfüllen muss.

Das ist aber nix Dolles: Man muss 23 Jahre alt sein, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und in dieser Stadt leben, berichtet Pätzold bei seinem Besuch in unserer Redaktion. Wobei: Als Kandidat muss er das nicht einmal, wie uns auf Anfrage bei der Stadt mitgeteilt wird. Er muss aber 250 Unterschriften beibringen. „Am Besten bis zum 1. Juni, da fängt der Wahlkampf an“, sagt Pätzold.

Um eines klar zu machen: Er will als unabhängiger Kandidat antreten. Er ist nicht von einer Partei gewählt worden. Wenngleich er keinen Hehl daraus macht, dass er Sympathisant von „Die Partei“ ist und auch rein gar nichts dagegen hätte, gemeindete man ihn ein in der linken Ecke des politischen Spektrums. „Ich will den Grünen und den Linken aber nicht in die Quere kommen, wenn die noch jemanden finden“, sagt Pätzold.

Damit sind wir wieder bei seiner Motivation: Was derzeit politisch abgehe, gehe so gar nicht, macht er deutlich und hat dabei die große Politik im Sinn – Stichworte Thüringen-Wahl, GroKo, AKK. Wobei groß hier keinesfalls ein qualitativer Begriff ist. „Man muss ja Angst haben, dass die etablierten Bündnisse Einigungen eingehen, die dem rechten Spektrum entsprechen“, formuliert er in seinem Sprechduktus satirisch-ernst.

Einsatz für die Jugend und verbesserte Kommunikation

Hätte er das Sagen im Kleinen, also bei uns in Castrop-Rauxel, dann würde er versuchen, gezielt Jugendliche zu fördern, und die Stadt für die Jugend attraktiver zu machen. Natürlich nicht nur im Hinblick auf Partys, sondern mit dem Ziel, Begegnungen zu schaffen.

Die Jugendzentren bräuchten 100 Prozent Unterstützung. Und jeder Topf, ob beim Bund oder der EU, sei auszureizen, damit genügend Gelder generiert werden könnten, um Projekte für Jugendliche anzukurbeln.

Und die Kommunikation würde er professionalisieren. „Wir sind ja hier eher in einem Dorf“, sagt Pätzold. Mit einer Kommunikation, die an stille Post erinnere, so nach dem Motto: „Hast Du schon gehört, was der oder die macht?“ Er würde dafür sorgen wollen, dass die Kommunikation klarer werde, vielleicht auch mithilfe von Cas-TV in Ausschüssen im Rathaus filmen, um zu zeigen, was es heißt, in einem Ausschuss mitzuwirken.

Und was sagt er jetzt zur AKK-Nachfolge? „Ich sag mal, wir haben jetzt Februar, dann kommt Merz.“

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