Coronavirus

Piks unterm Kreuz: Pastor öffnet Kirche am Mittwoch für Impfstraßen

Mehr als 200 Menschen werden am Mittwoch (19.5.) in einer Kirche in Ickern geimpft. Für den Pastor der Gemeinde gehört Krankensorge zu den Aufgaben der Kirche. Das überregionale Interesse ist groß.
Die Antoniuskirche öffnet sich für Impfaktionen. © Volker Engel (Archiv)

Wenn am Mittwoch (19.5.) sich die ersten Menschen in einer Kirche in Castrop-Rauxel gegen das Coronavirus impfen lassen, werden auch Kameras auf sie gerichtet sein. Das Interesse auch von Fernsehsendern ist groß an dem Modellprojekt.

Ab 9 Uhr impfen die Ärzte aus der Praxis von Dr. Holger Knapp und Dr. Matthias Jasper in der St.-Antonius-Kirche in Ickern. Mehr als 200 Leute sollen bis zum Mittag im Kirchenschiff immunisiert werden, wie Pastor Bernhard Dlugos der St. Antonius-Kirche sagte. Wenn dann noch Orgelmusik erklingt, könnte es ein besonderes Impferlebnis werden.

In Abstimmung mit den Gemeindegremien habe er die Kirche gerne für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, weil in der Gemeinschaftspraxis nicht ausreichend Platz war. Die Impfaktion unter dem Kreuz soll wöchentlich wiederholt werden, solange Bedarf bestehe. Er könne er sich auch vorstellen, weitere Kirche seiner Gemeinde Corpus Christi für Impfaktionen zu öffnen, hatte er bei der Präsentation des Modellprojekts in der vergangenen Woche im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt.

Eingespielte Logistik mit Laufwegen und Wartebereich im Hauptschiff

„Wir haben hier Platz und viel Luftraum, in dem sich die Aerosole verflüchtigen“, sagte Dlugos. Außerdem könnten die Mediziner von einer eingespielten Logistik profitieren, die im Laufe der Pandemie-Monate für Gottesdienste eingerichtet wurde: Die Laufwege sind markiert, im zum Wartebereich umfunktionierten Hauptschiff ist jede zweite Kirchenbank gesperrt. Die Plätze sind nummeriert, es gibt Desinfektionsspender und in den Seitenschiffen Platz für die eigentliche Impfung.

Barmherzigkeit und Krankensorge seien außerdem schon immer Aufgabe von Kirche gewesen, erläuterte Dlugos. Auch für viele Risikopatienten, die in der Pandemie Kirchen gemieden hätten, sei der Impftermin im Kirchenschiff sicherlich „ein ganz besonderer Anlass“ zurückzukehren.

mit Material von dpa

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