Polizeieinsatz: Erst Pfefferspray stoppte randalierenden Mann bei der Festnahme

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Ein Auslieferungsersuchen aus Polen führte die Kripo zu einem 58-Jährigen, den sie bei seiner Lebensgefährtin aufspürte. Der Mann widersetzte sich der Festnahme und bedrohte die Beamten.

Castrop-Rauxel

, 04.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war gar nicht so leicht, ihn zu finden“, sagte ein Kriminalhauptkommissar jetzt im Zeugenstand am Amtsgericht. „Er lebte bei seiner Freundin, war aber dort nicht gemeldet.“ Die Kripo spürte den 58-Jährigen im Frühling 2018 dennoch auf und stand unangemeldet vor der Tür.

Jetzt trafen sich die Parteien im Amtsgericht wieder. „Er hat uns damals sofort erkannt und sogar beim Namen genannt“, erinnert sich einer der beiden Beamten. Man sei auch zunächst in die Wohnung gelassen worden, wo ihnen der Mann Nachweise zeigen wollte. Er durchsuchte seinen PC, rief dann seinen Anwalt an, der ihm beschied - so die Kripo - dass er nichts für ihn tun könne.

Erst Pfefferspray stoppte den Angeklagten

Mit der Geduld der Kripobeamten war es nach einer Weile dann vorbei. Doch als sie den Mann festnehmen wollten, krallte sich dieser an seinem Bürostuhl fest. Erst nach dem Einsatz von Pfefferspray konnten die Beamten den Griff lockern, den Mann zu Boden bringen.

Während dieser Aktion schrie der sich heftig Wehrende seine Freundin abwechselnd auf deutsch und polnisch an. Und die Frau spurte und spuckte. Sie griff die Beamten an, trotz Pfefferspray. Schlimmer noch, die Beamten fürchteten angesichts mehrerer großer Messer in der Küche um ihr Leben, forderten Verstärkung an.

Mann wurde am Treppengeländer fixiert

Mit vereinten Kräften dann konnte der Mann ins Treppenhaus geschleift und mit Handschellen am Geländer fixiert werden, bevor es in den Polizeiwagen und zur Wache ging. Dabei soll er die Beamten, das bestätigten sie im Zeugenstand, massiv beschimpft und bedroht haben.

Dass er den Beamten, ihren Frauen und Kindern nach dem Leben getrachtet haben soll, davon wollte er Mann jetzt nichts wissen. Vielmehr habe er Angst um sein Leben gehabt, habe gedacht, er solle getötet werden.

Verteidiger musste den Angeklagten stoppen

Das zumindest behauptete er. Wollte wortreich zu allem Stellung nehmen und hätte sich dabei wohl um Kopf und Kragen geredet, Dinge preisgegeben, die gar nicht verhandlungsrelevant waren. So musste er von seinem Verteidiger mit Hilfe einer Übersetzerin wiederholt zum Schweigen gebracht werden, um die Strafe nicht noch höher ausfallen zu lassen.

Denn jetzt ging er mit einer Geldstrafe über 900 Euro nach Hause. Im Vergleich zu seiner Lebensgefährtin, die die Beamten aktiv angegriffen hatte und dafür bereits eine siebenmonatigen Bewährungsstrafe kassiert hatte, ein moderates Urteil. Obwohl ein Nervenarzt als Gutachter keine urteilsmildernde Störung in seiner Persönlichkeit attestiert hatte.

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