Wie schon im September 2020 wollen Merklinder, Gerther und andere Bürger Ende Juni gegen die Ecosoil-Pläne auf die Straße gehen. © Inka Hermanski
Bodenaufbereitungs-Firma

Protest gegen Ecosoil geht weiter: Demo und rechtliche Schritte geplant

Die Ecosoil-Ansiedlung auf dem alten Philippine-Gelände im Städtedreieck von Bochum, Castrop-Rauxel und Dortmund sorgt weiter für Empörung. Der Rat protestiert, eine weitere Demo ist geplant.

Die Ecosoil Nord-West GmbH plant die Umsiedelung des Betriebes zum ehemaligen Philippine-Standort in Gerthe, direkt an der Stadtgrenze zu Merklinde. So steht es in den Vorlagen für die politischen Gremien in Bochum. Ecosoil will das Gesamtgrundstück mit 33.388 Quadratmetern übernehmen. Die Stadt Bochum hat der Umsiedlung Angang Mai zugestimmt

Laut Vorlage handelt sich um eine Anlage zur Behandlung und vorübergehenden Lagerung von Abfällen (Bodenaufbereitungsanlage). „Es werden ausschließlich nicht gefährliche, mineralische Böden angenommen“, so steht es in den Unterlagen. Willi Müller vom Merklinder Bürgerverein glaubt nicht daran. „Wir haben inzwischen gehört, dass da auch Böden behandelt werden sollen, die mit Öl verseucht sind.“

Nächste Demonstration kommt am 25. Juni

Darum werden die Merklinder ihre Proteste weiterführen. Im September 2020 hatte der Merklinder Bürgerverein bei einem Demonstrations-Marsch unter dem Motto „Lärm macht krank“ seinen Protest zum Ausdruck gebracht. Das soll sich nun am Freitag, 25. Juni, wiederholen.

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Demonstration gegen Neu-Unternehmen in Gerthe

Willi Müller dazu gegenüber unserer Redaktion: „Wir haben den neuen Demozug zwar noch nicht offiziell angemeldet, aber das Datum steht.“ Unterstützung wird der Verein wieder von vielen Merklindern und Gerthern erhalten, aber auch aus der Kommunalpolitik in Castrop-Rauxel.

Daniel Molloisch, Fraktionschef der SPD im Castrop-Rauxeler Rat, kündigte die Demonstration auch schon bei der Sondersitzung des Rates am Mittwoch, 2. Juni, an. Demnach wird der Protestmarsch am 25. Juni um 15 Uhr wieder im Merklinder Ortskern starten und bis zum geplanten Standort führen.

Der Stadtrat verabschiedete dazu mit den Stimmen aller Fraktionen einen Arbeitsauftrag an die Castrop-Rauxeler Stadtverwaltung, in dem es unter anderem darum geht, zur Not „rechtliche Schritte zu prüfen und dem Rat vorzulegen, wie gegen diese Ansiedlungsabsicht vorgegangen werden kann“.

Linke ruft die Bezirksregierung Arnsberg zur Hilfe

Noch einen Schritt weiter ist inzwischen die Fraktion der Linken im Stadtrat gegangen. Die hat jetzt bei der Bezirksregierung Arnsberg eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht, weil man die angekündigte Ansiedlung für rechtswidrig hält. Dr. Ulrich Häpke schreibt dazu: „Deshalb bitten wir die Bezirksregierung Arnsberg um eine rechtliche Überprüfung und darum, den positiven Bescheid der Bochumer Stadtverwaltung auf die Ecosoil-Bauvoranfrage aufzuheben.“

Auch der Bürgerverein prüft laut Willi Müller nach wie vor eigene rechtliche Schritte gegen die Ecosoil-Ansiedlung, die Müller auch sachlich nicht nachvollziehen kann. Müller: „Es gibt so viel geeignetere Standorte für die Bodenaufbereitung. Etwa in Wattenscheid oder auch das Grundstück auf dem Rütgers-Gelände, das Castrop-Rauxel ins Spiel gebracht hat.“

Das alles interessiere aber offenbar weder Ecosoil noch die Stadt Bochum. Müller: „Die Stadt Bochum ist wahrscheinlich froh, den Betrieb möglichst weit draußen quasi schon in Merklinde anzusiedeln.“ Dagegen werde man aber weiter angehen. Und selbst wenn es zur Ansiedlung kommt, „wird Ecosoil hier nicht viel Spaß haben, werden wir denen das Leben hier nicht bequem machen“.

Höfe, Pferdeweiden, viel Natur, Kornbrennerei Büchter. Aber auch große Hallen, Bagger, Gewerbe: An der Stadtgrenze zwischen Bochum und Castrop-Rauxel will sich der Bodenaufbereiter Ecosoil ansiedeln.
Höfe, Pferdeweiden, viel Natur, Kornbrennerei Büchter. Aber auch große Hallen, Bagger, Gewerbe: An der Stadtgrenze zwischen Bochum und Castrop-Rauxel will sich der Bodenaufbereiter Ecosoil ansiedeln. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Ecosoil plant, auf dem alten Philippine-Gelände einige Gebäudeteile abzureißen. Das bestehende Bürogebäude soll erweitert werden, zudem soll im Bereich der Lkw-Waage ein Bürocontainer aufgestellt werden. Die bestehende Halle 1 soll erweitert und zwischen Halle 1 und Halle 2 soll eine überdachte Bearbeitungsfläche errichtet werden. Südlich hiervon ist eine Werkstatt geplant. Täglich sollen dabei 200, in Spitzenzeiten sogar 300 Lkw das Gelände anfahren.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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