Rauchen muss im Freibad, im Biergarten und im Straßencafé verboten werden

Kommentar

Eine Besucherin hat die Diskussion um ein Rauchverbot im Parkbad Nord angestoßen. Der Autor dieser Zeilen geht weiter: Er verlangt ein Rauchverbot auch im Biergarten oder im Straßencafé.

Castrop-Rauxel

, 31.07.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rauchen muss im Freibad, im Biergarten und im Straßencafé verboten werden

Die Kippen müssen draußen bleiben, wenn es ins Freibad, in den Biergarten oder das Straßencafé geht. © Stephan Schuetze

„Dass Rauchen und Gesundheit im Konflikt stehen können, ist zweifelsfrei bewiesen. Rauchen kann der Gesundheit schaden und zu ernsten Erkrankungen wie Lungenkrebs, Herzkrankheiten, Emphyseme, einem Raucherbein oder einer Raucherlunge führen.“ Das stammt nicht von mir, das stammt von der Homepage des Reemtsma-Konzerns. Sie wissen schon, was der produziert, oder? West, Stuyvesant, John Player Special, Drum, Gauloises...

Man findet dort noch weitere Warnungen zum Passivrauchen:

„Die internationalen Gesundheitsbehörden sind im Kontext Rauchen und Gesundheit zu dem Schluss gekommen, dass Passivrauch bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern Erkrankungen verursachen kann...“

Und zum Rauchen mit Kindern:

„Erwachsene Raucherinnen und Raucher sollten stets Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen und insbesondere darauf achten, nie in Gegenwart von Kindern zu rauchen.“

Jede ernsthafte Diskussion verbietet sich da

Und dann diskutieren wir ernsthaft darüber, ob es nicht sinnvoll wäre, im Parkbad Nord, in dem in diesen Sommertagen hunderte Kindern umherturnen, das Rauchen zu verbieten? Oder wenigstens auf Raucherbereiche einzugrenzen?

Dann finden wir unter dem Facebook-Post zum Artikel, in dem wir darüber berichten, dass Kira Bushold ein solches Rauchverbot im Ickerner Freibad fordert, solche „Argumente“:

  • „Früher gab es nirgendwo Rauchverbot und wir leben alle noch.“
  • „Jetzt geht’s los. Wir bezahlen auch reichlich Steuern.“
  • „Na klar doch. Immer weiter und weiter auf die bösen Raucher.“

Zur Verdeutlichung: Ich habe es auf rund 30 Raucherjahre gebracht. Ich habe Tabak und Zigaretten konsumiert, bin nie unter einer Schachtel Fluppen am Tag gekommen, war ein echter Suchtraucher. Nach dem Frühstück war der Tag ohne Zichte nicht vorstellbar. Nach dem Essen, in der kurzen Pause zwischen zwei Artikeln: Zigarette her.

Ich weiß also, wovon ich rede. Ich bin aber kein militanter Nichtraucher geworden, wie viele ehemalige Raucher. Ich gönne jedem Menschen seine Zigarette, kann das wohlige Gefühl, sich nach echtem Stress den ersten Zug nehmen zu können, bis heute noch gut vergegenwärtigen.

Ein Angriff auf die Gesundheit anderer Menschen

Das gilt aber nur, wenn der Raucher allein oder nur mit anderen Rauchern zusammen ist. Ansonsten, so weiß ich heute, ist das Rauchen ein Angriff auf die Selbstbestimmtheit, die Freiheit und die Gesundheit meiner Mitmenschen. Und das gilt nicht nur in geschlossenen Räumen. Da wirkt der Rauch noch toxischer, aber auch im Freien ist es ein Übertreten von Grenzen, wenn mein Nachbar am Nebentisch im Biergarten oder im Straßencafé meinen Rauch mit inhalieren muss.

Freiheit hört dort auf, wo sie die Freiheit anderer Menschen einschränkt. Schlechtes Benehmen fängt da an, wo ich im Beisein von Kindern rauche. Punkt.

PS: Im Wald ist das Rauchen übrigens auch verboten.

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