RB43: Online-Petition sammelt Unterschriften für 30-Minuten-Takt der Emschertalbahn

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Schon seit Jahren wünschen sich viele Castrop-Rauxeler, dass die RB43 häufiger fährt. Mit einer Petition sollen nun Unterschriften gesammelt werden, damit sich etwas tut. Bringt das was?

Castrop-Rauxel

, 17.10.2019, 12:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version hatten wir von einer Spendensammlung geschrieben. Um Geld geht es allerdings nicht, sondern um Unterschriften. Das geht aus der Petition selbst nicht ganz eindeutig hervor. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Der Movie-Park, die Zoom-Erlebniswelt, die Maschinenhalle Zweckel oder die Zeche Zollern – die Emschertalbahn (RB43) fährt viele attraktive Einrichtungen an. Die Eisenbahnlinie führt von Dorsten über Gelsenkirchen, Herne, Castrop-Rauxel nach Dortmund und zurück.

An Werktagen fährt auf der Strecke alle 60 Minuten ein Zug, an Sonn- und Feiertagen nur alle zwei Stunden. Zu wenig – findet Julian Mika. Er hat eine Online-Petition ins Leben gerufen. „Mit dieser Petition sollen der VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) sowie die DB (Deutsche Bahn) dazu bewegt werden, die Taktung werktags von 60 auf 30 Minuten zu verbessern, Sonn- und Feiertags von zwei auf eine Stunde“, schreibt Mika.

151 Unterstützer unterschreiben für RB43

151 Unterstützer haben für die Petition unterschrieben. 66 Prozent von ihnen geben an, direkt von dem Problem betroffen zu sein. Auch viele Castrop-Rauxeler sprechen sich in den Kommentaren für eine bessere Taktung aus.

So schreibt Dennis Schäfer: „In meinen Augen wirkt die Taktverdichtung sinnvoll. Sie ermöglicht eine bessere Verbindung der Castroper Innenstadt und Merklinde nach Dortmund, und damit zum überregionalen Netz.“

Ein anderer Castroper schreibt: „Die Strecke ist gut besucht und es gibt Stationen, die sehr schlecht mit Alternativen erreicht werden. Und wenn man mal einen Zug verpasst, muss man eine Stunde warten, oder wenn ein Zug mal ausfällt.“ Peter Cyganek betont zudem den Umweltaspekt: „In einer Zeit, in der wir unsere Autos weniger benutzen sollen, wäre es schon wichtig.“

VRR-Pressesprecherin: 30-Minuten-Takt soll kommen

Und VRR-Pressesprecherin Sabine Tkatzik hat gute Nachrichten für alle Unterstützer: „Der 30-Minuten-Takt der RB43 zwischen Wanne-Eickel und Dortmund Hauptbahnhof ist Bestandteil des aktuellen VRR-Nahverkehrsplans.“

Tatsächlich steht in dem VRR-Nahverkehrsplan zur Linie RB43: „Im Sommerhalbjahr erfährt die Linie, besonders vor Ferien und an Wochenenden, wegen des Warner Brothers Movieparks in Bottrop eine starke Nachfrage,

sodass bei Veranstaltungen auch Verstärkerfahrten eingesetzt werden müssen.“ Und weiter: „Die bestehenden Taktlücken in den Tagesrandlagen und an Wochenenden sollten perspektivisch geschlossen werden.“

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Genau das hatte die Pressesprecherin unserer Redaktion jedoch auch schon im September letzten Jahres mitgeteilt. Getan hat sich seitdem: nichts. Der Grund: „Die Maßnahme gehört zu den Planungen, die nach 2020 angestrebt werden“, sagt Tkatzik.

Neue Taktung erst ab 2028

Und nach 2020 bedeutet in dem Fall ab 2028. Hintergrund ist der Verkehrsvertrag zwischen dem VRR und der DB Regio. Seit Dezember 2016 hat die DB Regio mit einer Vertragslaufzeit von zwölf Jahren Planungssicherheit. Die bessere Taktung der RB43 wird demnach wohl nicht vor Ende der Laufzeit des aktuellen Vertrages Ende 2028 realisiert werden. Doch Tkatzik sagt auch: „Ganz generell können auch bei einem laufenden Vertrag Anpassungen vorgenommen werden.“

Bernd Goerke, verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Kreistag, hatte in der Vergangenheit gegenüber unserer Redaktion gesagt: „Der politische Wille ist ein anderer. Aber wer bezahlt das?“

Doch auch er hat gute Nachrichten: „Eine erste Verbesserung wird ab Mitte Dezember bereits umgesetzt. Ab dann soll die Linie, die bisher Samstagnachmittag/abend und Sonntags nur im Zweistundentakt fährt, auf einen Stundentakt verdichtet werden“, schreibt Goerke bei Facebook. Und weiter: „Das erhöht die Attraktivität im Freizeitverkehr deutlich. Alle Menschen aus der Altstadt und Merklinde können somit ohne Umsteigen mal unkompliziert zum Weihnachtsmarkt nach Dortmund oder auch für viele andere Gelegenheiten den Zug nutzen. Und kommen auch wieder stündlich zurück! Ein erster Teilerfolg.“

Die Hoffnung von Julian Mika und seinen Unterstützern bleibt. „Eine bessere Taktung der RB43 soll auf dieser Linie noch mehr Menschen auf die Schiene bringen und dadurch den Autoverkehr entlasten. Dies ist gut für Umwelt und Naturschutz“, schreibt Mika.

Und wenn es erst mal soweit ist, verspricht sich auch der VRR positive Auswirkungen und geht davon aus, „dass durch einen 30-Minuten-Takt zwischen Wanne-Eickel und Dortmund Hbf weitere Fahrgastpotenziale aktiviert werden können und zu einem Fahrgastanstieg führen“.

Zahlen zur derzeitigen Belastung der RB43 (laut VRR):

  • Die Belastungen auf den einzelnen Streckenabschnitten der RB43 sind unterschiedlich.
  • Der fahrgaststärkste Abschnitt beginnt am Dortmund Hbf und endet in Wanne-Eickel.
  • Auf dem Streckenabschnitt Dorsten – Wanne-Eickel liegt die tägliche Durchschnittsbelastung bei rund 650 Fahrgästen.
  • Im Bereich Castrop Rauxel liegt die tägliche Durchschnittbelastung der RB43 bei rund 1150 Fahrgästen, im Bereich DO-Bövinghausen zum Beispiel bei rund 1300 Fahrgästen.
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