Laute Schlagermusik und Beleidigungen: Mann (37) tyrannisiert seine Nachbarn

hzNachbarschaftsstreit

Seine Nachbarn wussten sich nicht anders zu helfen, als zwischendurch die Polizei zu rufen. Mit lauter Schlagermusik, Beleidigungen und Drohungen machte der 37-Jährige ihnen das Leben schwer.

Castrop-Rauxel

, 17.12.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachbarn hatten den 37-Jährigen angezeigt, weil er häufiger die nächtliche Ruhe im Wohnviertel stört. Durch laute Musik im Garten nach 22 Uhr, und auch wegen Beleidigung und Bedrohung.

Was sich hier im Sommer abgespielt hat, ist kein Einzelfall. Ruhestörung zählt zu den häufigsten Delikten bei nachbarschaftlichen Streitigkeiten. Die längst nicht alle vor dem Richter landen. Dieser Fall schon.

Reichlich Bier getrunken

In der Verhandlung ging es um einen bestimmten Vorfall Ende Juni. An diesem Tag hatte der 37-Jährige mit Verwandten und Freunden im Garten gefeiert, bis in die späten Abendstunden. Das gab er auch zu. Auch, dass reichlich Bier geflossen sei.

Als die Polizei anrückte, so der Angeklagte, habe man die Musik ausgestellt, sich aber weiter draußen unterhalten. Über belanglose Sachen. Übrigens sei in allen Gärten in der Umgebung was los gewesen in dieser lauen Nacht. Zudem beteuerte er: „Ich habe nicht geschrien.“ Doch genau das wurde anschließend widerlegt.

Die 38-jährige Zeugin beklagte, dass diese Ruhestörung beileibe kein Einzelfall gewesen sei. Deshalb habe man ihr nach früheren Beschwerden beim Ordnungsamt geraten, ein Lärmprotokoll zu führen. Und das tat die Frau akribisch. Hat diverse kurze Mitschnitte lauter Schlagermusik mit dem entsprechenden Datum auf ihrem Handy.

Beleidigungen und Drohungen

Meist hielt ihre Familie trotz guten Wetters die Fenster in den Abendstunden lieber geschlossen. Um die Geräuschbelästigung zumindest zu dämpfen.

Als ihr am fraglichen Abend der Kragen platzte, griffen sie und ihr Mann wieder zum Handy. Und dieses Gerät war der Zeuge, der die Wende im Prozess einleitete.

Das Hörerlebnis in Kurzform: laute Musik, bis gegen 22.30 Uhr die Polizei für Ruhe sorgte. Danach andere Töne. Laute Stimmen, die Beleidigungen und Drohungen von sich gaben: „Hurensohn“, „Wichser“, „Missgeburt“ und „Ich mach die kalt“. Klar auszumachen waren die Stimmen von zwei verschiedenen Männern und einigen Frauen.

Geldstrafe im vierstelligen Bereich

Dumm nur, dass sich die Leute auch beim Namen nannten. Denn so kam auch der Angeklagte ins Visier, ein Mann, den die Zeugin persönlich gar nicht kannte.

„Ich kann mich nicht erinnern“, wollte sich der Angeklagte herausreden. Was ihm nicht half. Seine Stimme wurde vom Richter und auch von der Staatsanwaltschaft klar erkannt.

Deshalb tat er wohl gut daran, den Rat seines Verteidigers anzunehmen und seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen. Damit akzeptierte er nun doch die dort verhängte Geldstrafe über 1800 Euro.

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