RVR forstet an der Hafenstraße auf und findet alte Plumpsklos

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Der Regionalverband forstet in großem Stil an der Hafenstraße auf. Dort hatte der Pfingststurm Ela 2014 gnadenlos zugeschlagen. Dabei geht es auch um alte Plumpsklos.

Bladenhorst

, 24.03.2020, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da hat Ela vor mittlerweile fast sechs Jahren ganze Arbeit geleistet. Reihenweise säbelte der Pfingststurm 2014 an der Hafenstraße Eichen und Pappeln um. Jetzt konnte der Regionalverband Ruhr (RVR) endlich auch auf diesem Riesen-Areal junge Bäumchen setzen.

Stück für Stück wird weiter aufgeforstet. „Aber wir haben noch ein ordentliches Stück Wegstrecke vor uns“, sagt Revierförster Matthias Klar. Nachdem zunächst das große Eckgrundstück an Westring/Victorstraße, wo vor Ela tatsächlich Wald war, wieder aufgeforstet wurde, kamen im vergangenen Jahr das Grutholz und ein Stück in Henrichenburg an die Reihe. Gesetzt wurden Rotbuchen und Flatterulmen. Die Flatterulme war der Baum des Jahres 2019.

Was aus den Setzlingen an Westring/Victorstraße wird, muss sich im Laufe des Jahres zeigen. Noch sehen die Bäumchen reichlich braun aus.

Fläche war total überwuchert

Jetzt also das rund vier Hektar große Grundstück an der Hafenstraße, die hinter den Klöckner-Häusern unter dem Schatten der Destille ihr Ende am ehemaligen Waldrand findet. Und streng genommen laut Stadtkarte in Bladenhorst liegt, wenngleich viele Leute denken, sie befänden sich dort in Rauxel.

Allein die Fläche fürs Setzen der Bäumchen vorzubereiten, hat 9000 Euro gekostet. Seit dem Pfingststurm und der ungeplanten Fällung durch den Wind hatten sich vor allem Brombeeren das Grundstück unter den Nagel, nein, unter die Dornen gerissen. Und bei den vorbereitenden Arbeiten trat noch etwas ziemlich Überraschendes zu Tage.

Betonreste im Untergrund von altem Sportplatz

„Wir haben im Untergrund Betonreste vom alten Sportplatz gefunden“, sagt Klar – also dem Vorgänger vom Platz an der Voerstestraße. Dass der Sportplatz früher viel näher am Wald war, sei mit Hilfe von Luftbildaufnahmen, über die auch der RVR verfüge, nachweisbar. Man habe den Verdacht, dass man beim Buddeln tatsächlich alte Plumpsklos vom Sportplatz gefunden habe.

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Gesetzt wurden jetzt rund 17.000 dreijährige Baumkinder. Traubeneichen, Rotbuchen und Vogelkirschen. Zwischen 80 und 120 Zentimeter hoch. Kommen diese Bäume denn mit dem Klimawandel besser klar? „Sie werden ja quasi damit groß“, sagt Klar, also mit der Trockenheit im Sommer, dem milden Winter, den Stürmen. Ein bisschen sei das wie beim Menschen, meint er - mit der Gewöhnung von kleinauf an. „Jetzt sind wir ja ganz gut mit den Regenfällen ins Frühjahr gestartet“, erklärt er. Und fügt hinzu: „Hoffen wir, dass auch im Sommer noch genug Regen fällt.“

Lifta hilft dem Wald auf die Sprünge

23.000 Euro hat der Baum-Nachwuchs den RVR gekostet. Dabei habe man das Glück gehabt, dass 2000 Pflanzen gesponsert worden seien, berichtet Klar. Die Stiftung Unternehmen Wald in Hamburg koordiniere Spenden für Bäume. In diesem Fall habe das Treppenlift-Unternehmen Lifta in Köln für die Geldspritze gesorgt.

Neben dem Terrain an der Hafenstraße geht es auch im Grutholz in diesem Jahr mit der sukzessiven Aufforstung weiter. Dort geht es um eine Fläche von rund einem Hektar.

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