Nach Sabotage an Bahn-Kabel: In Castrop-Rauxel fahren weiterhin kaum Züge

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S-Bahn und Reisende am Bahnsteig des Hauptbahnhofs Castrop-Rauxel.
Die S2 auf der Relation Dortmund-Essen pendelte nur zwischen den Hauptbahnhöfen von Castrop-Rauxel und Dortmund. Die S2-Verbindung Dortmund-Recklinghausen fiel komplett aus. (Symbolbild) © Thomas Schroeter (Archiv)
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In Castrop-Rauxel fährt am Samstag (8.10.) so gut wie kein Zug mehr. Allein die S-Bahn-Linie 2 pendelt zwischen Castrop-Rauxel-Hauptbahnhof und Dortmund Hauptbahnhof. Die RB 43 fährt zwischen Castrop-Rauxel-Süd und Dortmund. Richtung Westen stehen die Räder still. Grund ist eine Störung nahe Herne. Dadurch kommt es zu den massiven Behinderungen und Ausfällen, die auch am Abend weiter anhalten.

„Bisher haben wir leider keine Informationen zur Dauer der Beeinträchtigung“, heißt es auf dem Landesportal Zuginfo.nrw. Die Anzeige der Behinderungen wurde von ursprünglich 18 Uhr auf vorerst 23 Uhr verlängert. Ein Ende der Zugausfälle bedeutet das noch nicht.

Betroffen sind alle vier Linien, die den Hauptbahnhof (S2, RE3, RB32) und alle weiteren Haltepunkte im Stadtgebiet (RB43) anfahren. Auch Fernzüge und der Güterverkehr fahren Umleitungen.

Das Bundeskriminalamt ermittelt

Zur Ursache konnte ein Bahnsprecher am Vormittag noch keine Angaben machen. Inzwischen steht fest, dass es sich um einen Sabotage-Akt handelt. Das erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing am Nachmittag in Berlin. Unter einer Brücke trennten Unbekannte in der Nacht zu Samstag ein Kabel für die Kommunikation zwischen den Zügen und den Stellwerken. Der Zugfunk fiel danach aus.

Bei einer zweiten Tat in der gleichen Nacht wurde ein gleichartiges Kabel in Berlin durchtrennt. Laut der Deutschen Bahn kam es in der Folge zum kompletten Stillstand in Norddeutschland. Mittlerweile ist die flächendeckende Störung im Zugfunk offenbar behoben, dennoch ist der Verkehr vor allem im Ruhrgebiet weiter eingeschränkt.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser erklärte, das Bundeskriminalamt ermittele in alle Richtungen. Ein Motiv für die Taten und ob es sich um einen Anschlag auf die kritische digitale Infrastruktur handelt, ist am Samstagabend noch vollkommen unklar.

Großraumtaxis zwischen Castrop-Rauxel und Wanne-Eickel

Von der Störung betroffen waren auch Fußballfans, die zum Klassiker BVB gegen Bayern München am Samstagabend im Signa-Iduna-Park wollten. Zuginfo.nrw rät schon seit dem Morgen allen Reisenden, sich auf längere Fahrzeiten einstellen und ihre Verbindungen überprüfen.

Da Richtung Herne alle Verbindungen unterbrochen sind, wurde seit dem Vormittag ein Ersatzverkehr mit zehn Großraumtaxis zwischen Castrop-Rauxel Hauptbahnhof und Wanne Eickel Hbf eingerichtet.

Die Ausfälle und Alternativen im Einzelnen:

Die Züge der S-Bahn Linie 2 aus Richtung Dortmund enden und beginnen am Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof. Zwischen Castrop-Rauxel und Essen Hbf fallen die Züge aus. Die S2-Verbindung zwischen Dortmund Hbf und Recklinghausen wurde bis auf weiteres ganz eingestellt.

Die Regionalzüge RE3 und RB 32 fahren den Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof nicht an. Die RB 32 aus Richtung Duisburg Hbf enden und beginnen in Wanne-Eickel Hbf. Zwischen Wanne-Eickel Hbf und Dortmund Hbf fährt sie nicht. Zuginfo.nrw empfiehlt, alternativ mit der Stadtbahn-Linie 306 von Wanne-Eickel Hbf zum Hauptbahnhof Bochum zu fahren und dort in die S1 zum Dortmunder Hauptbahnhof umzusteigen.

Züge der RE 3 werden von Duisburg Hbf mit Ersatzhalt am Essener Hauptbahnhof zum Hbf Dortmund umgeleitet.

Die Regionalbahn 43 aus Dorsten endet am Hauptbahnhof Wanne-Eickel. Aus Richtung Dortmund Hbf enden die Züge am Haltepunkt Herne-Börnig. Von den Haltepunkten Castrop-Rauxel-Süd und Merklinde ist eine Fahrt zum Dortmunder Hauptbahnhof möglich.