Schafe unter Beobachtung: Diesen Mangel kreidet das Veterinäramt dem Wanderschäfer an

hzSchafherden

Die Sorge um die Schafe von Elias Konze ist offenbar in Teilen berechtigt: Das Kreis-Veterinäramt bestätigt, dass es Probleme in einer der Herden gibt. Aber sie haben einen speziellen Grund.

Castrop-Rauxel

, 29.08.2019, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frauke H. war überrascht über die Resonanz, die ihre eigene Aufmerksamkeit nach sich zog: Seitdem sie zusammen mit dem „Team für Tiere“ ihre Beobachtungen von möglicherweise kranken, mageren und toten Schafen teilte, ist die Aufregung groß. Das bekam sie selbst zu spüren.

Noch am Nachmittag nach der Veröffentlichung unseres Berichts meldete sie sich und sagte, sie habe nicht den Halter angreifen wollen: „Ich wollte nur den Tieren helfen“, so Frauke H.

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So dokumentiert eine Tierschützerin ihre Sorge um die Schafe

Die Tierschützerin Frauke H. hat über fast zwei Wochen den Zustand der Schafsherden von Elias Konze dokumentiert. Das sind ihre Bilder, die wir zum Teil gepixelt haben.
28.08.2019
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Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Dieser Tierkadaver lag am Rande einer Weide hinter den XXL-Garagen am Deininghauser Weg. Das tote Tier lag dort mehrere Tage, wie der Fraß der Maden und Fliegen zeigt. © Frauke H.
Dieser Tierkadaver lag am Rande einer Weide hinter den XXL-Garagen am Deininghauser Weg. Das tote Tier lag dort mehrere Tage, wie der Fraß der Maden und Fliegen zeigt. © Frauke H.
Dieser Tierkadaver lag am Rande einer Weide hinter den XXL-Garagen am Deininghauser Weg. Das tote Tier lag dort mehrere Tage, wie der Fraß der Maden und Fliegen zeigt. © Frauke H.
Dieser Tierkadaver lag am Rande einer Weide hinter den XXL-Garagen am Deininghauser Weg. Das tote Tier lag dort mehrere Tage, wie der Fraß der Maden und Fliegen zeigt. © Frauke H.
Dieser Tierkadaver lag am Rande einer Weide hinter den XXL-Garagen am Deininghauser Weg. Das tote Tier lag dort mehrere Tage, wie der Fraß der Maden und Fliegen zeigt. © Frauke H.
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Auf dieser Weide hinter den XXL-Garagen in Ickern lag über mehrere Tage ein von Maden und Fliegen zerfressener Kadaver eines toten Schafes. Der Schäfer holte das verendete Tier dort erst nach mehreren Tagen ab.© Tobias Weckenbrock
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.
Mit diesen Bildern dokumentiert die Tierschützerin den Zustand der Schafsherden.© Frauke H.

Dabei hat sie richtig gehandelt, wie sich jetzt herausstellt: Der Kreis Recklinghausen, bei dem das Veterinäramt angesiedelt ist, nahm Donnerstag zu einer Anfrage unserer Redaktion von Dienstag Stellung. Am Mittwochnachmittag hatte es einen Ortstermin mit dem Wanderschäfer Elias Konze gegeben, bei dem Tierärzte mit ihm über die Tiere sprachen.

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Die Einschätzungen und Ergebnisse im Überblick:

  • „Tierschutzrechtlich gibt es für uns keinen Anlass, dort einzugreifen.“ Das sagt der Sprecher des Kreises, Jochem Manz.
  • „Wir haben uns beide Herden angeguckt. Die eine zieht vom Kraftwerk Knepper jetzt weiter in Richtung Dortmund und dann Lünen. In dieser Herde haben wir keine Probleme“, so Manz weiter.
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    Reporterbesuch bei einer Schafherde von Elias Konze

    Der Wanderschäfer Elias Konze aus Lünen wird von einer Tierschützerin angegriffen: Seine Tiere seien nicht gut genährt, bekämen zu wenig zu trinken, viele von ihnen humpelten. Wir schauten uns eine der beiden Herden auf dem Kraftwerksgelände Knepper am Dienstagnachmittag an und sprachen mit dem Schäfer.
    28.08.2019
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    Elias Konze ist Wanderschäfer aus Lünen-Alstedde. Er hält mit seinem Vater rund 500 Mutterschafe und kommt mit den rund 50 Ziegen, die ihn die Herden besser führen lassen, und den Lämmern auf über 700 Tiere. Er verteilt sie auf zwei bis drei Herden und zieht durch Castrop-Rauxel.© Tobias Weckenbrock
    Seit Dienstag ist eine der beiden Schafsherden auf dem Gelände des Kraftwerks Knepper. Jedes Jahr kommt Elias Konze mit seinen Tieren her.© Tobias Weckenbrock
    Seit Dienstag ist eine der beiden Schafsherden auf dem Gelände des Kraftwerks Knepper. Jedes Jahr kommt Elias Konze mit seinen Tieren her.© Tobias Weckenbrock
    Elias Konze ist Wanderschäfer aus Lünen-Alstedde. Er hält mit seinem Vater rund 500 Mutterschafe und kommt mit den rund 50 Ziegen, die ihn die Herden besser führen lassen, und den Lämmern auf über 700 Tiere. Er verteilt sie auf zwei bis drei Herden und zieht durch Castrop-Rauxel.© Tobias Weckenbrock
    Die Tiere, die am Kraftwerk stehen, sehen ordentlich genährt aus. Einige humpeln, aber der Schäfer kann das Phänomen für jedes einzelne Tier erklären. Wir nahmen Stichproben. © Tobias Weckenbrock
    Die Tiere, die am Kraftwerk stehen, sehen ordentlich genährt aus. Einige humpeln, aber der Schäfer kann das Phänomen für jedes einzelne Tier erklären. Wir nahmen Stichproben. © Tobias Weckenbrock
    Elias Konze ist Wanderschäfer aus Lünen-Alstedde. Er hält mit seinem Vater rund 500 Mutterschafe und kommt mit den rund 50 Ziegen, die ihn die Herden besser führen lassen, und den Lämmern auf über 700 Tiere. Er verteilt sie auf zwei bis drei Herden und zieht durch Castrop-Rauxel.© Tobias Weckenbrock
    Die Mutterschafe nähren ihre Lämmer: Sie trinken Milch von ihren Müttern. Vor allem die älteren Muttertiere, die bis zu acht Jahre alt werden, sind darum durchaus ausgezehrt. Das liegt auch an einem geringeren Nahrungsangebot durch die Hitze und Trockenheit. © Tobias Weckenbrock
    Elias Konze ist Wanderschäfer aus Lünen-Alstedde. Er hält mit seinem Vater rund 500 Mutterschafe und kommt mit den rund 50 Ziegen, die ihn die Herden besser führen lassen, und den Lämmern auf über 700 Tiere. Er verteilt sie auf zwei bis drei Herden und zieht durch Castrop-Rauxel.© Tobias Weckenbrock
  • Die zweite Herde von der Pöppinghauser Straße sehe „etwas schlechter aus“, so Manz. „Das ist ein Bestand, den der Schäfer vor 14 Tagen hinzugekauft hat. In diesem Zustand hat er die Tiere übernommen.“
  • Es sei in der Tat so, dass es das eine oder andere Tier gibt, das lahmt. „Das ist aber auch nicht ungewöhnlich“, sagt Manz. Der Schäfer habe das gesehen und stehe in Kontakt mit einem Tierarzt. „Sie sind dabei, den Bestand gesund zu machen - über ein Impfprogramm bis zur individuellen Behandlung der lahmenden Tiere.“
  • Im Bestand seien auch alte Muttertiere. „Da muss bald vielleicht das eine oder andere Tier eingeschläfert werden“, so Jochem Manz.
  • Konkret habe man auch über die Tränken-Situation gesprochen: „Er hält sich an die Vorgabe, die Tiere zweimal am Tag zu tränken“, so Manz. „Wir wirken darauf hin, dass er eine zusätzliche Trinkmöglichkeit schafft – gerade bei der Hitze.“ Konze habe zugesagt, das zu tun.
  • Zu den verendeten Tieren, die gefunden wurden: „Da sehen wir einen Mangel, da hat der Schäfer zu nachlässig gearbeitet“, so Jochem Manz. „Man sollte beim Gang über die Weide sorgfältig sein. Tierkadaver sind zwar nicht gefährlich, aber es muss ja nicht sein, dass sie in der Landschaft liegen.“ Eine übermäßige Zahl an Todesfällen habe man aber nicht festgestellt.
  • Tiere ohne Marken: „Bis zum Alter von neun Monaten können die Tiere auch ohne Marken herumlaufen“, so Jochem Manz. Und: Dadurch, dass er die andere Herde übernommen habe, könnten Nachkennzeichnungen nötig sein. „Bei den hohen Temperaturen aktuell sollte man das nicht machen, denn durch die Zange könnte eine Wunde am Ohr entstehen.“ Man habe empfohlen, damit bis zu einer kühleren Zeit abzuwarten.
  • Das Veterinäramt werde die Herde in Pöppinghausen / Bladenhorst in den nächsten Tagen weiter beobachten.
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