Scheunenbrand in Merklinde: Angst vor Asbest-Fasern und Ärger mit Löschwasser

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Angst vor Asbest-Fasern und Ärger mit Löschwasser: Nach dem Scheunenbrand in Merklinde meldet sich eine Anwohnerin zu Wort. Und die Stadt Castrop-Rauxel lässt die Eternitreste entsorgen.

Merklinde

, 21.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Brand einer Scheune in Merklinde wirkte auch am Freitag noch nach. Sowohl bei einer betroffenen Anwohnerin als auch bei den offiziellen Stellen der Stadt. Denn die abgebrannte Scheune lässt nicht nur die Frage nach der Brandursache offen.

Eine Anwohnerin, die direkt neben der Scheune wohnt, aber nicht genannt werden möchte, musste in der Nacht zu Mittwoch die direkten Einwirkungen des Brandes und der Löscharbeiten erleben.

Die Anwohnerin: „Die Rauchwolken sind direkt über unser Haus gezogen und wir sind von der Feuerwehr deshalb nicht gewarnt worden“, bezieht sie sich auf unsere Berichterstattung. Demnach seien die Anwohner gebeten worden, ins Haus zu gehen und die Fenster zu schließen, um keine giftigen Rauchgase ins Haus zu bekommen.

War Asbest in der Rauchwolke oder im Löschwasser?

Diese Nachricht habe sie nicht erreicht, so die Merklinderin: „Dabei war das doch eine Scheune mit giftigen Eternit-Asbestplatten. Und da fragen wir uns natürlich, ob das Asbest auch im Rauch war oder jetzt im Boden ist.“

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Scheune in Merklinde abgebrannt

Eine Scheune, prall gefüllt mit Stroh, stand am 18. Dezember in Merklinde in Flammen. Am Morgen danach war nur noch das Skelett zu sehen.
18.12.2019
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Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster einer Anwohnerin: Man erkennt nicht viel, außer dass es einen riesigen Feuerball auf dem benachbarten Feld gab. Zum Glück hatte es stark geregnet, sodass die Wiese rundherum nass war und die Flammen nicht übergreifen konnten.© Stephanie Süper
Diese freistehende Scheune in Merklinde brannte in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. © Tobias Weckenbrock
Die Scheune war voll mit Stroh. © Tobias Weckenbrock
Die Feuerwehr war viele Stunden im Einsatz.© Tobias Weckenbrock
Mitten in der Nacht wurden die Anwohner durch laute Knallgeräusche geweckt. © Tobias Weckenbrock
Von der Scheune ist nur noch das Skelett übrig geblieben. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Die Merklinder Straße musste für die Dauer des Einsatzes zum Teil gesperrt werden. © Tobias Weckenbrock
Die Scheune steht neben dem unbewohnten Bauernhaus Kuhlmann am Feldrand. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Die Polizei ermittelt jetzt die Brandursache. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde brannte in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand.© Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde brannte in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Die Bewohner der anliegenden Häuser versammelten sich mitten in der Nacht auf der Straße. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Die Feuerwehr bat die Anwohner Fenster und Türen zu schließen. © Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde brannte in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde brannte in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Diese freistehende Scheune in Merklinde Brand in der Nacht zum Mittwoch komplett ab. Rund herum standen ein paar Anhänger, die im landwirtschaftlichen Einsatz waren. Der Pächter der Scheune zog sie erst am Morgen, nachdem der Brand gelöscht war, zusammen mit der Feuerwehr von der Scheune weg. Sie sind ebenfalls stark beschädigt.© Tobias Weckenbrock
Das Skelett der Scheune am nächsten Morgen. © Süper

Oder auch im Löschwasser. Denn davon, das ist der zweite Teil der Geschichte, hatten die Nachbarn nach dem Feuerwehreinsatz jede Menge in ihrem Keller. „Jede Menge Löschwasser ist auf unser Haus niedergegangen und an den Wänden runtergelaufen. Wir mussten das ganze Wasser dann aus dem Keller bekommen“, so die Merklinderin.

Die Betroffene: „Der Einsatzleiter der Feuerwehr in der Nacht, den wir auf unser Problem hingewiesen haben, hat noch gesagt, dass wir uns zur Regelung der Kosten an die Feuerwehr oder die Stadt wenden sollten.“ Am nächsten Tag dann aber hätte es geheißen, dass das ein Problem sei, dass die Nachbarn mit ihrer Versicherung regeln müssten.

Scheunenbrand in Merklinde: Angst vor Asbest-Fasern und Ärger mit Löschwasser

Ein Bagger des THW legte das Scheunengerippe um und zog die nach wie vor rauchenden Rest auseinander, ehe die Feuerwehr noch einmal nachlöschen konnte. © Thomas Schroeter

Mit diesem Widerspruch konfrontierten wir die Stadt Castrop-Rauxel. Laut Pressesprecherin Nicole Fulgenzi könne man diese Frage nicht pauschal beantworten. Denn es komme darauf an, warum der Schaden entstanden sei.

Nicole Fulgenzi: „Wenn das Löschwasser im Zuge der Löscharbeiten ins Haus gelaufen ist, kommt die Versicherung der Feuerwehr dafür auf, das ist klar.“

Anders sehe es aus, wenn das Wasser durch offen stehende Fenster oder Türen in ein Haus oder eine Wohnung liefe oder es andere bauliche Mängel gebe. Dann müsste wohl die Versicherung des Hauseigentümers greifen.

Die Asbest-Frage ist der Stadt bekannt, wie es dort auf Anfrage heißt. Untersuchungen laufen noch, am Samstag soll eine Entsorgungsfirma anrücken, um übrig gebliebene Eternitstücke einzusammeln und die Fläche mit Planen abzudecken. „Weitere Schritte werden erst nach den Feiertagen besprochen“, so Nicole Fulgenzi.

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Michael Diehl vom Ordnungsamt der Stadt war am Freitag selbst vor Ort, gemeinsam mit dem Castrop-Rauxeler THW, der Feuerwehr und Mitarbeitern des EUV.

Denn in der Scheunen-Ruine gab es selbst zu diesem Zeitpunkt noch letzte Rauchnester. Um die endgültig in den Griff zu bekommen, sollten die Strohreste auseinandergezogen werden. Anschließend war es Aufgabe des THW, das Gerippe der Scheune aus Sicherheitsgründen mit einem Bagger umzulegen.

Dafür hatte der Castrop-Rauxeler THW-Zugführer Jan Steinbock einen Aufräumtrupp aus Essen angefordert, der mit schwerem Gerät in Merklinde anrückte.

Umweltbehörde sieht keine unmittelbare Gefahr

„Wir haben die Asbest-Problematik geprüft und mit der Umweltbehörde beim Kreis Recklinghausen besprochen“, so Diehl vor Ort gegenüber unserer Redaktion. „Die Umweltbehörde meint, dass es da keine Gefahren gibt“, so Diehl. Trotzdem sollte der THW-Baggerfahrer, der den Auftrag hatte, die Scheune am Freitag umzulegen, einen Schutzanzug tragen.

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Ob die Aussage der Umweltbehörde die Merklinder Scheunen-Anwohner komplett beruhigt, darf bezweifelt werden. „Denn wahrscheinlich sind die freigesetzten Asbest-Fasern mit dem Löschwasser bei uns in den Keller geflossen“, so die Befürchtung der betroffenen Nachbarin.

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