Schock an der Marktschule: Unbekannter spricht Jungen (7) an und will ihn wegzerren

hzPolizei sucht Täter

Am Freitag hat ein unbekannter Mann einen Siebenjährigen angesprochen und wollte ihn wegzerren. Der Junge konnte sich zwar losreißen, hat aber Angst vor einem erneuten Angriff.

Ickern

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der siebenjährige Luca Andre Müller war am Freitag (12. Juli) nach Schulschluss auf dem Weg nach Hause. Eigentlich wollte er sich mit seiner älteren Cousine treffen, damit sie sich gemeinsam auf den Heimweg machen können - weil es sicherer ist.

Die beiden haben sich aber verpasst, also machte sich Luca Andre allein auf den Weg, weit ist der nicht. Noch in der Nähe der Marktschule sprach ein unbekannter Mann den Siebenjährigen an.

Unbekannter Mann will Siebenjährigen mitnehmen

„Du kommst jetzt mit mir“, sagte der fremde Mann zu dem Jungen. Der weigerte sich und hielt Abstand zu dem Fremden. Der Mann versuchte es weiter und behauptete, er würde den Jungen zu seiner Mutter bringen wollen. Luca Andre blieb misstrauisch und fragte, ob der Mann überhaupt wüsste, wie seine Mutter heißt.

Der Unbekannte wurde ungeduldig und laut, sagte, dass ihm das scheißegal sei und packte den Jungen am Arm. Er versuchte den Siebenjährigen mit sich zu zerren. Luca Andre riss sich los und rannte so schnell es ging in Richtung Heinestraße. Zuhause angekommen, erzählte er alles seiner Mutter, Gina Müller.

Der Junge hat jetzt Angst alleine rauszugehen

„Die Polizei ist informiert, hoffentlich wird der Mann bald gepackt“, sagt sie. Ihr Sohn hat seit dem Vorfall große Angst alleine rauszugehen. Am Wochenende wollte er eigentlich Brötchen holen. Er hat sich aber nicht getraut, hatte Angst, wieder von einem Mann angesprochen zu werden.

„Wir sprechen viel über den Vorfall. Die Ärzte, die seine Hämatome am Arm untersucht haben, sagten mir schon, dass das Folgen haben kann.“ So ein Ereignis kann traumatische Auswirkungen haben. Es sei wichtig, viel miteinander zu reden und es sei gut, dass sich Luca Andre nicht vollkommen verschließt, sagen die Ärzte zu Gina Müller.

Die Polizei spricht von Einzelfällen in Castrop-Rauxel

„Der Junge hat sich genau richtig verhalten“, sagt Polizeisprecher Michael Franz. Grundsätzlich sollten Kinder Abstand halten, wenn sie von Fremden angesprochen werden. „Kinder sollten so schnell wie möglich weglaufen und einen Erwachsenen ansprechen, der die Polizei rufen kann“, rät Franz. Eltern sollten auf jeden Fall Anzeige erstatten. Wenn die Kinder noch in der Nähe der Schule sind, sollten sie dorthin gehen und die Lehrer informieren.

Zwar ist erst vor vier Wochen ein ähnlicher Fall an der Martin-Luther-King-Schule passiert, aber generell spricht die Polizei von Einzelfällen in Castrop-Rauxel. Das liege auch daran, dass die Polizei an Schulwegen und an Schulen vermehrt Präsenz zeigt. „Wir haben da ein Auge drauf und sind regelmäßig da.“

Polizei sucht den mutmaßlichen Täter mit dieser Beschreibung

Gefasst ist der Mann noch nicht. Luca Andre konnte der Polizei aber eine gute Täterbeschreibung liefern:

  • Der Mann ist ungefähr 30 Jahre alt.
  • Er ist stämmig und macht einen ungepflegten Eindruck.
  • Der Unbekannte hat hellbraune, kurze Haare und braune Augen.
  • Zum Tatzeitpunkt trug er ein rotes Unterhemd, eine schwarze Jeansjacke mit Kapuze und eine verwaschene, schwarze Jogginghose.
  • Außerdem trug er schwarze Turnschuhe mit weißem Nike-Logo.
  • An einem Unterarm hat er eine Tätowierung.

Hinweise zu dem mutmaßlichen Täter nimmt die Polizei Recklinghausen unter Tel. (0800) 2 36 11 11 entgegen.

Diesen Vorfall kann die Familie nicht so schnell vergessen

Besonders erschreckend findet Gina Müller, dass keiner eingegriffen hat. „Es war Wochenmarkt, der ist genau gegenüber der Schule. Das muss doch jemand gesehen haben.“ Sie lässt ihren Sohn jetzt nicht mehr aus den Augen. „Das steckt uns auf jeden Fall noch in den Knochen.“

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