Schrottsammler verstieß zum wiederholten Male gegen Regeln

Amtsgericht

Mit Schrott kann man gut Geld verdienen. Doch wer das anstrebt, braucht eine sogenannte Reisegewerbekarte. Die zeigt den Sammlern auch ihre Grenzen auf. Einer hat sich daran nicht gehalten.

Castrop-Rauxel

, 22.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schrottsammler verstieß zum wiederholten Male gegen Regeln

Schrottsammler sind im Ruhrgebiet besser bekannt als Klüngelskerle. Der Mann, der nun auf der Anklagebank saß, will das Gewerbe jetzt aufgeben. Er verstieß zum wiederholten Male gegen Regeln. © picture alliance / dpa

Lange Zeit hatte der 47-jährige Angeklagte als ungelernter Arbeiter sein Brot verdient. Er konnte nie große Sprünge machen. Da schien der Gedanke verlockend, ausrangierten Schrott zu versilbern.

Doch das Geschäft lief nicht rund. Mehrfach, in den Jahren 2016 bis 2018, wurde der Mann angeklagt, illegal Schrott gesammelt zu haben. Jeweils wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Beharrliche Zuwiderhandlung

Jetzt saß der Mann wieder auf der Anklagebank. Er war mit einem Mercedes-Transporter bei Hamm auf der Autobahn in eine Kontrolle geraten. Der Vorwurf: wieder illegales Schrottsammeln, nun aber als beharrliche Zuwiderhandlung angezeigt.

„Das stimmt alles“, gab der Angeklagte zu. Er gestand auch, in den Vorjahren ohne Genehmigung unterwegs gewesen zu sein. Doch der aktuelle Fall vom 9. März 2019 sei anders gewesen: Da habe er eine Gewerbekarte gehabt. Genauer gesagt hatte seine Tochter das Gewerbe angemeldet, den Laster gekauft und dem Vater eine Vollmacht erteilt.

Schlecht jedoch, dass der Angeklagte das zunächst nicht belegen konnte. So legte der Richter eine Verhandlungspause ein, die der Mann dazu nutzen durfte, die notwendigen Unterlagen zu holen.

Schlechte Ortskenntnisse

Alles richtig, lautete dann seine Beurteilung nach der Begutachtung der Papiere, ausgestellt im Mai 2018. Die Anklage hatte aber nach wie vor ihre Berechtigung. Der 47-Jährige hatte nämlich in fremden Gefilden gewildert.

„Ich kenn die Grenzen nicht so genau“, wollte sich der Angeklagte herausreden. Seine Gewerbekarte galt für den Kreis Recklinghausen. Der Angeklagte hatte aber anscheinend seinen Aktionsradius vergrößert.

So zeigte er sich ahnungslos, dass die Stadt Bochum nicht zu seinem Revier zähle.

Genauso wie das mindestens eine halbe Autostunde entfernte Hamm, wo er am fraglichen Tag erwischt wurde. Er habe hier und da Schrott gesammelt und außerdem nach einem Anruf an einer bestimmten Adresse Schrott abgeholt. Das muss dann also bei Hamm gewesen sein.

Gewerbe aufgegeben

Zudem hatte er, so das Polizeiprotokoll, nicht nur Altmetall, sondern auch Elektroschrott und Dachpappe auf der Ladefläche.

Diese Kontrolle muss Vater und Tochter dazu gebracht haben, Bilanz zu ziehen. Sie kamen zu dem Entschluss, das Gewerbe besser aufzugeben, zumal die Geldbußen negativ zu Buche schlugen. „Es war nicht rentabel“, so nun auch vor Gericht das Fazit des 47-Jährigen.

Zumindest der Ausgang der Gerichtsverhandlung war ein kleiner Lichtblick: Es sei keine Wiederholung zu erwarten, das angeklagte Delikt habe auch keinen großen Schaden angerichtet. Da griff der Richter die Anregung der Staatsanwaltschaft auf und stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein.

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