Schuss auf Bus und Busfahrer in Habinghorst: Polizei ist weiterhin auf Hinweise angewiesen

hzLange Straße

Der Schuss auf den Busfahrer an einer Haltestelle in Habinghorst hat für Aufsehen gesorgt. Nur wenige Berichte werden so oft im Internet geteilt wie dieser. Hat es auch was gebracht?

Habinghorst

, 29.05.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die öffentliche Fahndung mit einem Foto nach einem Täter ist für die Polizei stets das letzte Mittel. Darum dauert es oft sehr lange, bis die Bilder herausgegeben werden. In diesem Fall lagen zwischen der Tat und der Veröffentlichung sechs Monate. Die Menschen, die die Fahndung im Internet rege geteilt haben, fragen sich: Wie soll das denn funktionieren?

Vorfall geschah am 20. Dezember

Der Sprecher der Kreispolizeibehörde sagt, dass die Veröffentlichung in den ersten 24 Stunden nichts gebracht hat: „Hinweise sind bisher nicht eingegangen“, so Michael Franz im Gespräch mit unserer Redaktion.

Am 20. Dezember hatte ein Mann zwischen 16 und 16.15 Uhr auf der Buslinie 482 ein nicht gültiges Busticket beim Busfahrer vorgezeigt, als er einsteigen wollte. Der Fahrer forderte ihn und seinen Begleiter auf, auszusteigen. Daraufhin zog einer der beiden eine schwarze Waffe und schoss. Zum Glück daneben.

Er schoss noch mal auf die Windschutzscheibe, dann entfernten sich die beiden Männer. Später fand man im Bus eine Plastikkugel - aus was für einer Art Waffe, ist nicht ganz geklärt. Am Ende, so Michael Franz, entscheide das Abzugsgewicht, ob es sich um eine richtige Waffe handelt, für die man eine Besitzerlaubnis brauche. Das könne man erst beurteilen, wenn man das Stück gefunden habe. Darauf deutet aber zurzeit nichts hin.

Schüsse auf Busfahrer sind sehr selten

Klar ist: Schüsse auf Busfahrer kommen nicht oft vor. Michael Franz von der Kreispolizei erinnert sich an keinen solchen Fall. Aber Öffentlichkeitsfahndungen gibt es schon einige Male. Zuletzt suchte die Polizei so nach einem Diebestrio, das im EKZ Widumer Platz, genauer im dort befindlichen Kaufland, Beute im Wert von 1800 Euro gemacht hat.

Davor gab es im Dezember 2018 eine öffentliche Suche nach zwei Bankkarten-Diebinnen aus einer Überwachungskamera an einem SB-Terminal. Im November ging es um einen Tankstellen-Betrüger an der Jet-Tankstelle Herner Straße und einen Einbrecher. In all diesen Fällen gibt es bisher nichts neues.

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„Das letzte Mittel zur Ermittlung“

„Warum es in diesem Fall so lange gedauert hat mit der öffentlichen Foto-Fahndung, kann ich nicht zu 100 Prozent beantworten“, sagt Sprecher Michael Franz. „Grundsätzlich ist es aber das letzte Mittel, um einen Täter zu ermitteln. Alle anderen Ansätze müssen abgehandelt sein. Die Staatsanwaltschaft stellt in so einem Fall einen Antrag, der Richter schaut drüber und erlässt dann einen Beschluss.“ Das sei ein Hintergrund-Prozess, der einige Zeit in Anspruch nehme.

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