Ab Samstag (6. März) gibt es im Handel Corona-Selbsttests zu erwerben. Fachleute sind nicht gerade begeistert. © dpa
Corona

Selbsttest vom Discounter: Castrop-Rauxeler Fachleute sind skeptisch

Ab Samstag (6. März) wird man bei verschiedenen Discountern in Castrop-Rauxel Corona-Selbsttests kaufen können. Fachleuten aus der Stadt machen dabei zwei Aspekte echte Kopfschmerzen.

Bei einem Verdacht auf Corona soll man sich ab Samstag (6. März) auch zu Hause bereits eine erste Sicherheit verschaffen können. Mithilfe der neuen Corona-Selbsttests kann man sich dann in den eigenen vier Wänden im Hals und/oder Rachen mit einem Stäbchen nach den Viren abprüfen.

Doch Fachleute sind von den neuen Tests nicht gerade begeistert. Besondere Bauchschmerzen machen ihnen gerade die Orte, an denen die Selbsttests zuerst erhältlich sein werden: bei Discountern.

Fragwürdige Beratung beim Discounter?

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Einzelhandelskaufmänner und -frauen die nötigen Fachkenntnisse haben, bei Nachfragen entsprechend weiterzuhelfen“, meint Ulrike Köster. Die 53-Jährige ist Apothekerin in der „Naturzeit Apotheke“ in Ickern.

Dabei sei gerade eine gute Aufklärung enorm wichtig, um die Tests richtig anzuwenden und zu halbwegs sicheren Ergebnissen zu kommen, „Wie tief muss ich mit den Röhrchen gehen? Was muss ich abstreichen? Eine Anleitung ist gut und schön, aber eine richtige Beratung kann mitunter Fragen beantworten, die eine Anleitung auch mal gerne auslässt“, sagt sie.

Daher könne sie auch nicht verstehen, wieso Discounter vor Apotheken die Möglichkeit bekommen, die Tests zu verkaufen. „Es ärgert mich, dass wir als Allerletzte informiert wurden. Wir werden unsere eigenen Selbsttests erst im Laufe der nächsten Woche anbieten können“, erzählt sie.

Auch Ärztesprecher hat Bedenken

Auch der Ärztesprecher Alexander Senge hat Bedenken bezüglich der richtigen Benutzung der Tests. „Grundsätzlich ist der Schritt, die Tests damit ein Stück weit wieder in die Hände der Bürger zu legen, zu begrüßen. Aber es kann natürlich auch zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen.“

Da mit den Tests weitaus oberflächlicher die Schleimhaut untersucht werde als mit den Tests beim Hausarzt, könnte man zwar davon ausgehen, dass man beim positiven Testergebnis wirklich an Corona erkrankt sei,. Eine weiter zurückliegende Infektion könne jedoch nicht mehr festgestellt werden.

„Vor Omas Geburtstag schnell auf Nummer sicher zu gehen, dafür sind die Selbsttests sicherlich geeignet. Auf die ausführlichen Tests beim Arzt oder im Testzentrum sollte man bei einem dringlichen Verdacht dennoch nicht verzichten“ ,meint der Mediziner.

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Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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