Die Cover-Rock-Band Seven Cent rockte am Freitagabend das Adventszelt in der Castrop-Rauxeler Altstadt. Zutritt hatten Besucher, die geimpft oder genesen und am Tag sich hatten testen lassen. © Uwe von Schirp
Feiern in Corona-Zeiten

Seven Cent rockt Adventzelt: „2G plus“ ermöglicht ausgelassene Stimmung

Advent im Zelt: Das Abendprogramm in der Altstadt hatte zuletzt mit Besucherschwund zu kämpfen. Anders am Freitag. „Seven Cent“ steht auf der Bühne. Die Gäste genießen es – unter strengen Regeln.

Beste Musik im Sound der 80er- und 90er-Jahre. Partystimmung, tanzende Menschen ohne Maske. Aperol Spritz, ein Glas trockerner Weißwein oder ein frischgezapftes Pils mit Freunden im Festzelt. Geht das? Ja, auch trotz Corona. Am Freitagabend (26.11.) im Zelt in der Castroper Altstadt.

Die Regeln sind streng. Auf dem schnuckeligen kleinen Weihnachtsmarkt gilt die 2G-Regel: Zutritt bekommen diejenigen, die geimpft oder genesen sind. Im Zelt indes gilt an diesem Abend sogar „2G plus“. Hinein kommen nur diejenigen, die zudem einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Akribisch sind die Kontrollen am Eingang. Ohne Vorzeigen der Nachweise und des Personalausweises geht gar nichts. Manch einer verzichtet trotzdem, lässt sich abschrecken von den Rekordhöhen von Neu-Infektionen und Inzidenzen. Bis in den frühen Abend gibt es in WhatsApp-Gruppen und bei Facebook privat Karten zu kaufen.

„Wir müssen damit umgehen“

Ganz voll ist das Adventszelt am Ende nicht. Knapp 250 Gäste sind da, 300 hätten es sein sollen. Sie wissen, was sie erwartet: „Seven Cent“ spielt. Die Cover-Rock-Band hat ihr Publikum wie gewohnt im Griff. Ist es nach einer Stunde Einheizen noch eine kleine Gruppe vor der Bühne, ist die Tanzfläche wenig später nach einer Pause rappelvoll.

Diese drei Waltroperinnen genossen den Abend. Angesichts der strengen 2Gplus-Regeln fühlten sie sich relativ sicher vor einer Corona-Infektion.
Diese drei Waltroperinnen genossen den Abend. Angesichts der strengen 2Gplus-Regeln fühlten sie sich relativ sicher vor einer Corona-Infektion. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Drei Frauen aus Waltrop grooven an einem Stehtisch. „Das ist cool“, sagt eine. „Dadurch, dass hier 2G plus gilt, fühle ich mich relativ gesehen sicher“, erklärt ihre Freundin. „Die Zeiten sind halt so. Wir müssen damit umgehen.“

Schon vergangene Woche haben sie sich beim Veranstalter erkundigt, welche Regeln gelten. „Es ist schon schön, dass der Veranstalter sich solche Mühe mit den Regeln macht, dass das hier überhaupt stattfinden kann.“ Und bei laxeren Regeln – nur einfach 2G? Alle drei Waltroperinnen zweifeln, ob sie an diesem Abend hier wären.

Vor der Bühne scheinen in diesem Moment all die Sorgen um immer weiter steigende Infektionszahlen, Inzidenzen und eine neue Corona-Variante vergessen. Seven Cent gibt den Ton an. Die 2Gplus-Community feiert, singt und tanzt.

„Endlich mal wieder unter Leuten“

Weiter hinten im Zelt stehen Brigitte Linke und Christel Heise in einer Gruppe an einem Tisch. „Nach langer Zeit sind wir endlich mal wieder unter Leuten“, sagt Brigitte Linke. „Geimpft und getestet, das finde ich sehr gut. Man kann ohne Maske mal wieder ein bisschen atmen.“ Kein Widerspruch von Christel Heise: „Supi ist das natürlich, hallooo?“ Sie freut sich auch über den guten Besuch im Zelt.

Nicht ganz ausverkauft, aber mit knapp 250 Gästen war das Adventszelt auf dem Marktplatz gut besucht.
Nicht ganz ausverkauft, aber mit knapp 250 Gästen war das Adventszelt auf dem Marktplatz gut besucht. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Der lässt auch Franz-Josef „Bubi“ Leuthold durchatmen. Der Gastronom und Zeltbetreiber sitzt recht entspannt und gut gelaunt am Eingang und verkauft Verzehrmarken. „Bisher schlecht, heute gut“, sagt er mit Blick auf die Besucherzahlen von „Advent im Zelt“ an einigen zurückliegenden Tagen.

„Ich hoffe, dass es ein bisschen besser wird, wenn die Veranstaltungen mit den Comedians anfangen“, erklärt der 68-jährige Gastronom. Vorher aber kommt der Samstag (27.11.). Zwei junge Frauen stehen an der Kasse und fragen nach Karten für den Samstagabend. Noch einmal steht dann Seven Cent auf der Bühne.

„10 bis 15 Karten gibt es noch“, sagt Bubi Leuthold im Gespräch mit dieser Redaktion. Für erhofft unbeschwerte Stunden: bei eingängigem Cover-Rock, einem gepflegten Getränk, mit Freunden – und unter strengen 2Gplus-Regeln.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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