Kerzen, Medikamente, Essen: So bereitet man sich auf den großen Stromausfall vor

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Plötzlich ist es dunkel, die Heizung bleibt kalt, der Akku macht schlapp. Stromausfälle haben sich in Castrop-Rauxel zuletzt gehäuft. Wie bereitet man sich auf einen massiven Ausfall vor?

Castrop-Rauxel

, 28.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

In den vergangenen Wochen hat es in Castrop-Rauxel mindestens drei lokale Stromausfälle gegeben. Der Strom war nach kurzer Zeit zum Glück wieder da.

Das geht auch anders: Eine durch Bauarbeiten beschädigte Leitung war ursächlich für einen Stromausfall, den in diesem Jahr über 30.000 Haushalte in Berlin-Köpenick über 30 Stunden zu spüren bekommen haben: Keine Lampe funktionierte mehr, keine Heizung sprang an, der Ofen blieb kalt. Und der Handy-Akku hält auch nicht ewig.

Auf Notfälle einstellen und vorbereiten

Auf solche massiven Stromausfälle sollte man in unserer immer komplexeren Welt vorbereitet sein, denn sonst kann das öffentliche Leben leicht zusammen brechen, das komplett auf Elektrizität zugeschnitten ist.

Bei Städten und Kreisen gibt es für solche Situationen Notfallpläne, mit denen man einem Chaos vorbeugen will. Einbezogen in solche Planungen sind auch Polizei, Feuerwehr, THW und die Rettungsdienste.

Aber auch im privaten Bereich sollte man sich vorbereiten, um im Ernstfall nicht im Kalten und Dunkeln sitzen zu müssen. Für solche Situationen gibt es Handlungsempfehlungen, nach denen man sich richten kann.

Vorbereitungen für einen Stromausfall

  • Halten Sie einen Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (z.B. eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten) sowie Ersatzleuchtmittel, Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge, Kerzen usw. im Haus.
  • Halten Sie ein batteriebetriebenes Radio bereit. Über den Rundfunk erhalten Sie im Notfall wichtige Informationen. Auch Autoradios funktionieren bei einem Stromausfall noch.
  • Bevorraten Sie sich mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Ohne Strom funktioniert die Wasserversorgung nur eingeschränkt, auch Supermärkte haben geschlossen.
  • Mit warmer Kleidung lässt sich die Heizung eine Zeit lang ersetzen. Wenn Sie einen Kamin oder Ofen haben, legen Sie sich einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz an.
  • Solarbetriebene Batterieladegeräte können eine Hilfe sein.
  • Denken Sie daran, eine ausreichende Bargeldreserve im Haus zu haben. Bei Stromausfall funktionieren auch die Geldautomaten nicht mehr.
  • Denken Sie vor allem auch an Ihre persönliche Notfallvorsorge, z. B. an Medikamentenvorräte bei chronischen Krankheiten.

Wenn der Strom dann weg ist

  • Achten Sie auf Hinweise im Radio.
  • Rufen Sie den Notruf der Polizei (110) oder Feuerwehr (112) tatsächlich nur im Notfall an. Stromausfall an sich ist noch kein Notfall.
  • Sollte das Telefon nicht mehr funktionieren, können Sie an einem Notfall-Infopunkt Notrufe absetzen (siehe unten).
  • Nutzen Sie einen Garten- oder Tischgrill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird nur im Freien. Vorsicht! Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen - es besteht Erstickungsgefahr!
  • Wenn Sie Kerzen verwenden, besteht erhöhte Brandgefahr. Seien Sie vorsichtig.
  • Schalten Sie elektrische Geräte aus, die vor dem Stromausfall noch in Betrieb waren. Damit helfen Sie eine sofortige Überlastung des Stromnetzes zu verhindern, wenn der Strom wieder fließt.
    Kerzen, Medikamente, Essen: So bereitet man sich auf den großen Stromausfall vor

    Neun solcher Notfallpunkte sind im Stadtgebiet eingerichtet. Hier kann man einen Notruf absetzen, wenn das Telefonnetz nicht mehr funktioniert. © Thomas Schroeter

Neun Notfall-Punkte in Castrop-Rauxel

Um auch in einem Fall eines kompletten und andauernden Stromausfalls einen Notruf tätigen zu können, wurden in Castrop-Rauxel neun Notfall-Infopunkte eingerichtet.

  • Polizeiwache im Castroper Erinpark, Erinstraße 1
  • Hauptamtliche Feuerwache, Frebergstraße 1
  • Feuerwehr Merklinde, Wittener Straße 274
  • Lindenschule in Frohlinde, In der Fühle 81
  • Feuerwehr Dorf Rauxel, Rieperbergstraße 98
  • Dorfkirche Pöppinghausen, Pöppinghauser Straße 158
  • Feuerwehr Habinghorst, Dornbachstraße 15
  • Marktschule Ickern, Kirchstraße 56
  • Feuerwehr Henrichenburg, Hedwig-Kiesekamp-Straße 7.

Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und DLRG geben von diesen Info-Punkten im Notfall die eintreffenden Informationen per Funk an die Leitstelle weiter, die dann in gewohnter Form die Rettungskräfte alarmiert.

Aktiviert werden die Notfall-Infopunkte, wenn durch einen längeren Stromausfall in einem größeren Bereich die Telefonnetze nicht mehr zur Verfügung stehen.

Für die Bevölkerung erkennbar sind die Notfall-Infopunkte an großen, roten Schildern mit weißer Aufschrift „Notfall-Infopunkt“.

Die Alarmierung für die Besetzung erfolgt durch die Kreisleitstelle. Vor Ort stehen einheitliche Boxen zur Verfügung. Darin sind Formulare für die Notrufannahme, aber auch Schreibmaterial, Magnete und vieles mehr.

Lebensmittel oder Aufwärmmöglichkeiten gibt es dort nicht.

Sämtliche Notfall-Infopunkte kann man auf dieser Seite des Kreises Recklinghausen finden.

Wenn der Strom zurückkommt

Wenn der Stromausfall beendet ist, muss man auch noch einige Empfehlungen beachten. So sollte man elektrische Geräte nur nacheinander wieder einschalten, um eine Überlastung des Stromnetzes (auch in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung) zu verhindern.

Nach einem längeren Ausfall sollte man die Lebensmittel in Kühlschrank und Tiefkühltruhe gut prüfen. Angetaute Lebensmittel sollte man sofort essen oder wegwerfen.

Man sollte verbrauchte Vorräte möglichst schnell wieder auffüllen. Denn der nächste Notfall könnte kommen und dann braucht man wieder Taschenlampenbatterien, Kerzen und Notvorräte an Trinkwasser und Lebensmitteln.

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