So läuft der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner in Castrop-Rauxel

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Nach Anwohnerbeschwerden hat Rütgers reagiert: Eine Spezialfirma hat in Castrop-Rauxel den Gänsebusch vom Eichenprozessionsspinner befreit. Die Tennisspieler des TB Rauxel hatten Glück.

Habinghorst

, 20.05.2020, 04:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Angst vor dem Eichenprozessionsspinner geht wieder um. Nachdem vor fast zwei Wochen die ersten Raupen an einem Baum Am Rapensweg in Ickern gefunden wurden, treffen sowohl die Stadt als auch Grundstücksbesitzer nun Vorkehrungen.

So hatte die Stadt Castrop-Rauxel in den vergangenen Wochen beispielsweise mehrere Fallen an Bäumen angebracht. Dabei handelt es sich um Abfangringe, in die die Raupen hereinfallen, wenn sie den Stamm herunterkrabbeln. Diese werden so hoch angebracht, dass sie für den Menschen nicht zu erreichen sind.

Derzeit noch keine Gefahr durch die Härchen

Aktuell geht von den Raupen noch keine Gefahr aus. „Sie sind sie in der 2. Generation, erst ab der 3. Generation bilden sie die Brennhaare, die so gefährlich sind“, sagt Robert Stock von der Firma Kampermann & Söhne aus Mülheim, die seit Montag das Gebiet rund um den Gänsebusch in Habinghorst sicher vor dem Eichenprozessionsspinner macht.

Mithilfe einer Lkw-Arbeitsbühne kann Robert Stock die Mischung aus Neemöl und Wasser in den Baumkronen versprühen.

Mithilfe einer Lkw-Arbeitsbühne kann Robert Stock die Mischung aus Neemöl und Wasser in den Baumkronen versprühen. © Marcel Witte

Am Montag haben sich Kai Kampermann und sein Mitarbeiter Robert Stock vor allem um den Bereich rund um den Sportplatz von Victoria Habinghorst und den Tennisplatz des TB Rauxel gekümmert. Am Dienstag waren dann die Bäume am Rande des Weges dahin an der Reihe. Am Sportplatz behandelten sie zwei vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume.

„Wir sprühen die Blätter der Bäume mit einem Gemisch aus Wasser und Neemöl ein, einem pflanzlichen Produkt“, erklärt Robert Stock. „Die Raupen essen die Blätter und werden dann durch das Mittel in ihrer Entwicklung gestoppt und können die Härchen nicht ausbilden.“

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Ein Mittel, das die Stadt Castrop-Rauxel auch einsetzt und das laut Klaus Ehemann, einem Anwohner der Waldschule in Rauxel, dafür gesorgt hat, dass fünf junge Meisen tot aufgefunden wurden, weil sie die Raupen gefressen hatten. Ein Vorfall, der bei Kai Kampermann nur für Kopfschütteln sorgt: „Wenn das wirklich so wäre, dann hätten wir in Deutschland ein Problem. Neemöl wird von fast allen Schädlingsbekämpfern eingesetzt.“

Die Vorbeugung wird nach dem vergangenen Jahr immer wichtiger

Vor allem nach der extremen Ausbreitung im vergangenen Jahr, als sehr viele Bäume in Castrop-Rauxel von den Raupen befallen waren, werde die Vorbeugung laut Kai Kampermann immer wichtiger. Die Anfragen häufen sich. So auch rund um den Gänsebusch, wo die Firma Rain Carbon, Mutterkonzern von Rütgers, von mehreren Anwohnern Beschwerden über den Befall mit Eichenprozessionsspinnern erhalten hatte.

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An den Tennisplätzen des TB Rauxel hatte sich die Vorbeugung bereits am Montag gelohnt: Dort fanden die Schädlingsbekämpfer ein altes Nest aus dem vergangenen Jahr, das noch Härchen beinhaltete. Diese hätten den Tennisspielern im schlimmsten Fall enorme Probleme bereiten können.

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