So meistern die Wichmanns und Mohnfelds den Corona-Familienalltag

hzCoronavirus

Eddi (2) geht manchmal mit Papa zur Arbeit. Yvonne (35) arbeitet, wenn Mathilda (2) schläft: Ihr Familienleben hat sich in der Corona-Krise verändert. Zwei Castrop-Rauxeler Familien erzählen.

Castrop-Rauxel

, 31.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Kita, keine Spielgruppe, kein Schwimmkurs, keine Treffen mit Omas und Opas: Für Familien ist die Coronakrise eine Zeit der Veränderung: Der Familienalltag ist vielerorts auf den Kopf gestellt. Aber wie meistert man das? Familien berichten aus ihrem Alltag:

Familie Wichmann aus Behringhausen

Entschleunigung ist das Wort der Stunde für Familie Wichmann aus Behringhausen. Yvonne Wichmann (35) ist Förderschul-Lehrerin und arbeitet im Home Office - und zwar vor allem dann, wenn ihre zweijährige Tochter schläft. Ihr Mann arbeitet auch. Wie bekommt man das Familienleben hin?

„Mir persönlich fiel es anfangs echt schwer, mich umzustellen“, sagt die Mama. Sie war nach Auslaufen ihrer Elternteilzeit schon wieder etwas länger in Vollzeit arbeiten und fiel nun durch die Schließung der Schule quasi von 100 Prozent auf Null. Sie sagt: „An den entschleunigten Tagesablauf alleine mit Kind musste ich mich echt wieder gewöhnen.“ Und: „Man muss kreativ werden.“

Sie hält ihre derzeitige Struktur für einen guten Mix aus „in den Tag hinein leben“ und einer neu entwickelten Tagesstruktur. Morgens spazieren gehen mit Buggy oder Laufrad. Anschließend geht der Tag im Garten („zum Glück haben wir einen“), mit backen oder basteln weiter. Mittags darf es auch mal etwas Fernsehen sein.

Mama Yvonne bastelt viel mit ihrer Tochter Mathilda. Sie selbst arbeitet dann, wenn das Kind im Bett ist.

Mama Yvonne bastelt viel mit ihrer Tochter Mathilda. Sie selbst arbeitet dann, wenn das Kind im Bett ist. © Wichmann

Die Mama bindet Mathilda soweit wie möglich in die Hausarbeit mit ein: Waschen, Kochen oder Staubsaugen, da ist sie dabei. An manches habe sie sich schon gewöhnt: „Anfänglich habe ich tagsüber Zeit für mich vermisst, aber durch das Wegfallen des Mittagsschlafs von Mathilda ist sie in der Regel früh im Bett, sodass ich dann Zeit für mich habe.“

Jetzt lesen

Kontakt zu anderen halten die Wichmanns über Videotelefonie. „Das kennt Mathilda schon, weil eine ihrer Patentanten in Augsburg wohnt“, sagt Mutter Yvonne. „Jetzt werden halt auch Oma und Opa sowie ihr geliebter Cousin öfter angerufen.“ Eine ihrer Uromas schaue sich gerne die Statusbilder bei WhatsApp an.

"Wie gut, dass wir einen Garten haben": Mathilda ist gern draußen. Das bot sich in den vergangenen Wochen an, denn das Wetter war oft gut.

„Wie gut, dass wir einen Garten haben": Mathilda ist gern draußen. Das bot sich in den vergangenen Wochen an, denn das Wetter war oft gut. © Wichmann

Und einen Tipp hat Yvonne Wichmann auch: „Geht raus, wenn das Wetter gut ist! Als Familie in die Natur gehen ist nicht verboten und sollte man unbedingt machen Auch zur Vorbeugung eines Lagerkollers. Frische Luft stärkt zudem das Immunsystem.“

Familie Mohnfeld aus Castrop

Familie Mohnfeld aus Castrop mit Sohn Eddi (2) musste sich in der Corona-Zeit auch erst einmal neu organisieren, sagt Mutter Sibel. Eddi geht sonst zur Kita am Wald - geschlossen. „Wir mussten schauen, wie wir ihn jetzt behütet bekommen“, so Sibel Mohnfeld.

Eddi hilft dem Papa ein wenig bei der Arbeit: Der hat einen Letter-Shop, und Eddi wurde erst einmal mit Hörschutz ausgestattet, damit er helfen kann.

Eddi hilft dem Papa ein wenig bei der Arbeit: Der hat einen Letter-Shop, und Eddi wurde erst einmal mit Hörschutz ausgestattet, damit er helfen kann. © Mohnfeld

Die Mama geht in Teilzeit arbeiten, der Papa Sebastian ist selbstständig mit einem Letter-Shop. Sibel erzählt: „Eddi geht nun mit Sebastian halbtags ‚arbeiten‘ und ich sammle ihn auf meinem Rückweg ein.“ Ihren Eddi haben sie für die Arbeit im Letter-Shop ausgerüstet, damit er mitarbeiten kann.

Kontakte? „Wir halten uns auch sehr zurück“, beschreibt die Mama ihren Alltag. „Wir bleiben unter uns.“ Großeltern: telefonisch oder per Videotelefonat. Freunde und Eddis Tanten und Cousinen: bekommen zwischendurch einen Videogruß.

Eddi geht mit dem Papa halbtags zur Arbeit. Er hält dort aber auch Kontakt zu seiner Kita am Wald: Mit dem Laptop nahm er unter anderem an einem virtuellen Singkreis teil, den die Erzieherinnen und die Elterninitiative auf die Beine stellten.

Eddi geht mit dem Papa halbtags zur Arbeit. Er hält dort aber auch Kontakt zu seiner Kita am Wald: Mit dem Laptop nahm er unter anderem an einem virtuellen Singkreis teil, den die Erzieherinnen und die Elterninitiative auf die Beine stellten. © Mohnfeld

Der Kontakt zu den Kindern der Kita am Wald bleibt durch ein Blog der Einrichtung erhalten: Die Erzieher lesen Bücher vor, basteln etwas, was nachgebastelt werden kann, oder machen Fingerspiele im Video. Natürlich informieren sie die Kinder auch über die Tiere in der Kita (Hühner und Kaninchen leben dort) und filmen die Versorgung, so dass die Kinder „dabei sein können“.

Jetzt lesen

Vergangene Woche fand erstmals ein virtueller Singkreis statt. „Die lassen sich echt was einfallen, dass der Kontakt bestehen bleibt“, freut sich Sibel. Ansonsten seien sie viel im Garten oder spielen einfach drinnen etwas. „Wir geben uns mit dem zufrieden, was gerade möglich ist.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt