Was tun bei Sommerhitze? Was Arbeitgeber und Herzkranke beachten müssen

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Hitzefrei gibt es für die allermeisten eher nicht. Doch der Arbeitgeber muss etwas gegen die Hitze unternehmen. Außerdem sollten Herzkranke bei hohen Temperaturen auf so einiges achten.

Castrop-Rauxel

, 22.07.2019, 14:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den nächsten Tagen wird das Thermometer wieder Werte von über 30 Grad anzeigen. Sonnenanbeter können nicht genug vom sonnigen Wetter bekommen, doch viele Arbeitnehmer quälen sich eher durch die Tage. Gut, dass Arbeitgeber sich an rechtliche Vorgaben halten müssen, damit Mitarbeiter ihrer Arbeit nachgehen können.

Die Bezirksregierung Münster gibt an, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, geeignete Maßnahmen und Vorrichtungen zum Schutz vor Hitze, Sonnenschutz oder auch vor UV-Strahlung zu ergreifen und vorzuhalten.

Für den Arbeitsschutz sei in Betrieben sei immer der Arbeitgeber verantwortlich, sodass dieser auch vor der Aufnahme einer Tätigkeit eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen hat.

Gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur

Im Klartext heißt das, alle Arbeitsräume müssen eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur aufweisen. In den Technischen Reglen für Arbeitsstätten wird das etwas deutlicher. Darin heißt es:

  • Grundsätzlich sollen 26°C an Arbeitsplätzen nicht überschritten werden
  • Bei Überschreitung von 26°C sollen wirksame Maßnahmen ergriffen werden
  • Bei Überschreitung von 30°C sind wirksame Maßnahmen zu ergreifen
  • Bei mehr als 35°C sind Räume nicht als Arbeitsplatz geeignet
  • Reduzierung der inneren thermischen Lasten
  • Lüftung in den frühen Morgenstunden
  • Arbeitszeitverlagerung in weniger warme Tageszeiten
  • Lockerung der Bekleidungsregelungen
  • Bereitstellung geeigneter Getränke

Menschen mit Herz- oder Blutdruckproblemen

Besondere Vorsicht sollten laut Deutscher Krankenversicherung (DKV) Menschen mit Herz- oder Blutdruckproblemen walten lassen. Dr. Wolfgang Reuter ist Gesundheitsexperte der DKV und rät:

  • Direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengungen meiden. Kurze Ärmel und Hosen, leichte Stoffe und eine Kopfbedeckung ermöglichen es dem Körper, Wärme abzugeben und verhindern einen Hitzestau.
  • Starke Temperaturwechsel vermeiden. Bei dem plötzlichen Wechsel von hoher Außen- zu kühler Innentemperatur, von der Straße in Geschäfte, verengen sich die Gefäße, was zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen kann. Der Tipp des DKV Experten: Den Einkauf in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
  • Patienten mit Bluthochdruck und solche mit einer Herzschwäche sollten im Sommer die Dosierung ihrer Medikamente mit dem behandelnden Arzt besprechen. Gegebenenfalls sollten bestimmte Mittel bei großer Hitze reduziert werden.
  • Der Körper schwitzt viel Flüssigkeit aus an heißen Tagen, sodass die verlorenen Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium wieder zugefügt werden müssen. Eine zu hohe Flüssigkeitsmenge ist ebenfalls nicht gut und deshalb sollten Herzkranke über ihre Flüssigkeitszufuhr mit einem Arzt reden.
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