Vergewaltigungsvorwurf gegen Kampfsportler (59): Heiße Spur führt nach Dortmund-Barop

hzSchülerin (15) missbraucht?

Ein Sporttrainer aus Castrop-Rauxel soll seine Schülerin vergewaltigt haben. Der mögliche Tatort konnte bisher nur vage beschrieben werden, doch eine wichtige Spur führt nach Dortmund-Barop.

Bochum/Dortmund/Castrop-Rauxel

, 19.03.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Kampfsporttrainer (59) aus Castrop-Rauxel vor fast 30 Jahren gibt es bei der Tatortsuche offenbar eine heiße Spur - sie führt zu einer Mietwohnung in Dortmund-Barop. Dort hat der Angeklagte laut Melderegister im Jahr 1993 gelebt.

Der 59-Jährige hat laut Anklage 1991 und 1993 eine anfangs 15 Jahre alte Kampfsportschülerin dreimal vergewaltigt. Zwei Taten sollen sich jeweils in der Umkleidekabine eines Bochumer Kampfsportvereins ereignet haben, eine weitere in der ehemaligen Dortmunder Wohnung des Angeklagten.

Zeugin kennt genauen Tatort nicht mehr

Bei ihrer Zeugenvernehmung am Bochumer Landgericht hatte sich die heute 44-jährige Belastungszeugin Anfang März zwar noch genau an Einzelheiten des Übergriffs in der Wohnung ihres damaligen Trainers erinnern können – nicht aber an die genaue Anschrift. „Er hat mich aufs Bett gedrückt und vergewaltigt. Ich kann mich noch bis heute an den Geruch der Bettwäsche erinnern“, hatte die Pädagogin aus Süddeutschland erklärt. Und weiter: „Das war alles sehr demütigend.“

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Vom Grundriss der Wohnung („Ich weiß nur, dass die irgendwo in Dortmund war“) selbst hatte die Zeugin im Saal eine Skizze gefertigt.

Kampfsportler war gemeldet im Ortskern von Barop

Die Richter am Bochumer Landgericht haben im Anschluss an die Zeugenbefragung mit einer akribischen Recherche begonnen. „Aus dem Melderegister ergibt sich, dass der Angeklagte 1993 nach Dortmund gezogen ist“, sagte Richter Alexander Dehmel am Mittwoch. Als Wohnanschrift sei eine Adresse im Ortskern von Dortmund-Barop verzeichnet, an der der Angeklagte seit dem 31. August 1993 seinen ersten Wohnsitz hatte. Fest steht aber: Nach derzeitigen Stand geht die Anklage (beruhend auf den vagen zeitlichen Erinnerungen der Zeugin) davon aus, die Vergewaltigung in der Wohnung sich aber bereits 1991 ereignet haben soll.

Weil eine offizielle Meldung und ein tatsächlicher Einzug in eine Wohnung aber nicht selten zeitlich deutlich auseinander liegen, wollen die Richter nun an einem der nächsten Prozesstage den Hauseigentümer aus Barop als Zeugen vernehmen.

Skizzen-Abgleich gefragt: Hauseigentümer soll als Zeuge aussagen

„Möglicherweise kann uns ja auch eine Grundriss-Skizze vorgelegt werden, so dass wir einen Abgleich mit der Skizze der Zeugin vornehmen können“, so Richter Alexander Dehmel.

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Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen der Bochumer Staatsanwaltschaft. Die inzwischen in Süddeutschland lebende Frau hatte sich im Jahr 2015 entschlossen, eine Strafanzeige wegen der mutmaßlichen Übergriffe durch ihren früheren Kampsporttrainer zu erstatten. Der Prozess wird am 8. April fortgesetzt.

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