Stadt baut Messtafeln an die Raserstrecke und erhöht den Kontrolldruck

hzVerkehrsberuhigte Zone

Anwohner ärgern sich seit Jahren über Raserei in ihrer Spielstraße. Wenn sie die Autofahrer darauf ansprechen, werden sie angepöbelt. Jetzt macht die Stadt eine klare Ansage.

Habinghorst

, 11.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Amela Bilgin und Christian Koß haben die Nase gestrichen voll. Sie wohnen an einer Spielstraße in Castrop-Rauxel. Von morgens bis abends ist von der ausgeschilderten Verkehrsberuhigung wenig zu spüren. Autofahrer drücken in der engen Einbahnstraße gerne aufs Gaspedal. Das soll sich ändern.

„Stadtverwaltung und Polizei sind über die Situation Im Osterkotten im Bilde“, schreibt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Anfrage dieser Redaktion. „Dementsprechend wurden und werden von der Polizei in diesem Bereich Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.“

Stadt setzt auf Kontrollen und sichtbare Hinweise

Zumindest in der Vergangenheit hat das offenbar nicht ausgereicht. Denn bei unserem Besuch in Habinghorst fuhren in 50 Minuten nur zwei von rund 60 Auto-, Motorrad- und Lkw-Fahrern mit Schrittgeschwindigkeit. Wenn hier geblitzt worden wäre, hätten die meisten Fahrer empfindliche Bußgelder erwarten dürfen.

Amela Bilgin sorgt sich um ihre Kinder. Denn der Osterkotten ist eine gepflasterte Straße ohne Bürgersteig. Wenn die Kinder vor die Haustür laufen, stehen sie unmittelbar auf der Straße.

Die Anwohner Amela Bilgin und Christian Koß beklagen seit Jahren die Situation in der Straße.

Die Anwohner Amela Bilgin und Christian Koß beklagen seit Jahren die Situation in der Straße. © Uwe von Schirp

Die Stadt setzt neben Kontrollen deswegen offenbar auch auf mehr Hinweise. „In den nächsten Wochen werden Im Osterkotten Messtafeln aufgestellt, um die Verkehrsteilnehmer nochmals für die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit zu sensibilisieren“, schreibt Fulgenzi in ihrer Antwort.

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Vielen Verkehrsteilnehmern ist womöglich überhaupt nicht bewusst, dass sie die 30er-Zone verlassen und in die Spielstraße kommen. Das blaue Schild ist klein und bei der Einfahrt vom Kreisel Klöckner-/Ohmstraße leicht verdreht.

Stadt hat ein größeres Schild bestellt

„Das Schild bzw. ein größeres Schild wurde bereits in Auftrag gegeben, wie es den Anwohnern zugesagt wurde“, erklärt die Stadtsprecherin. Insgesamt zehn Mal waren Amela Bilgin und Christian Koß zuvor im Rathaus, um Veränderungen einzufordern – eine davon war die nach einem besser sichtbaren Schild.

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Autofahrer geben in verkehrsberuhigter Zone Gas

Einer Wahrnehmung von Amela Bilgin und Christian Koß widerspricht Nicole Fulgenzi allerdings: „Einen Durchgangsverkehr sieht die Verkehrsabteilung des Bereichs Ordnung und Bürgerservice dort derzeit nicht.“ Der Ortstermin dieser Redaktion bestätigt jedoch die Beobachtungen der Anwohner.

Die Stadt sieht Im Osterkotten nicht als Durchgangsstraße. Beobachtungen von Anwohnern und dieser Redaktion sind andere.

Die Stadt sieht Im Osterkotten nicht als Durchgangsstraße. Beobachtungen von Anwohnern und dieser Redaktion sind andere. © Uwe von Schirp

„Auch die umliegenden Straßen führen durch Wohngebiete“, schreibt indes die Stadtsprecherin. „Eine bauliche Veränderung ist nicht angedacht. Der Bereich Ordnung und Bürgerservice selbst hatte vor einigen Jahren angeregt, die 30er-Zone in eine Spielstraße, also zu einem verkehrsberuhigten Bereich umzuwandeln.“

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