Stadt Herne arbeitet Schlangensuche noch immer auf - Kosten im fünfstelligen Bereich

hzSchlangendrama

Nachdem die Kobra von Herne nach fast einer Woche endlich gefangen war, blieben noch Fragen offen. Was kostete der Einsatz und lässt sich nachweisen, dass die Schlange dem Herner gehörte?

Castrop-Rauxel Herne

, 10.09.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast eine Woche lang hatte die Suche nach einer Monokelkobra in Herne Behörden, Feuerwehr, Anwohner und Medien auf Trab gehalten. Bekanntermaßen wurde das Tier schlussendlich von Mitarbeitern des EUV-Stadtbetriebes gefunden.

Damit war die Arbeit für die Stadt Herne aber noch längst nicht vorbei. Sämtliche Kosten rund um den Einsatz müssen noch zusammengetragen werden. Denn die werden nach dem Verursacherprinzip dem Halter der Schlange in Rechnung gestellt.

Einsatzkosten gehen in die Zehntausende

Wie hoch genau die Zeche für den Einsatz ausfallen wird, konnte die Stadt Herne am Dienstag noch nicht beziffern. „Es müssen noch Einzelrechnungen angefordert und zusammengestellt werden“, sagte Stadtsprecher Christoph Hüsken dazu auf Nachfrage unserer Redaktion. Man gehe aber von einem „mittleren fünfstelligen Betrag“ aus.

Die Stadt Herne stellte weiterhin klar, dass man entgegen einiger Medienberichte von Montag absolut sicher sei, dass der Schlangenhalter voll verantwortlich für die Geschehnisse rund um die Ende August entwischte Kobra ist.

Keine Zweifel an Besitzverhältnissen der Kobra

Es gebe keine signifikanten Zweifel, dass die am 30. August wieder eingefangene Schlange aus dem Fundus des Hausbewohners stamme, schreibt die Stadt dann in einer Pressemitteilung am Dienstag (10. September).

Weiter heißt es: „Schon aufgrund der Tatsache, dass im weiteren Umfeld keine weiteren Schlangen gehalten werden, ist es unglaubwürdig anzunehmen, dass eine solche Schlange zufällig im Haus mit einer übermäßig großen Ansammlung – wie sie der Schlangenhalter hatte – auftritt, ohne aus dessen Bestand zu stammen.“

Schlangenhalter zeigt sich wenig kooperativ

Die Stadt Herne habe am Montag (9. September) lediglich mitgeteilt, dass sie zurzeit immer noch weitere Spuren überprüfe, um auch die nahezu absurde Behauptung des Schlangenhalters, die Schlange sei vermutlich zugelaufen und stamme nicht aus seinem Bestand.

Das soll durch den Abgleich des vorhandenen Bildmaterials mit der nun gefangenen Schlange widerlegt werden. Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen. Sie gestaltet sich „aufgrund der mittlerweile deutlichen Verweigerungshaltung des Schlangenhalters etwas schwieriger“.

Er verweigere der Stadtverwaltung beispielsweise den Zugriff auf in seiner Wohnung vorhandene Spuren, etwa Schlangenhäute. Eine Rechtsgrundlage für eine zwangsweise Durchsuchung der Wohnung durch die Stadt Herne gebe es nämlich nicht.

Damit ist der Fall für die Stadt aber noch nicht abgeschlossen. Durch den Fachbereich Öffentliche Ordnung ist ein Ordnungswidrigkeitsverfahren angestoßen worden. Ziel ist es, den unsachgemäßen Umgang des Schlangenhalters mit gefährlichen Tieren zu ahnden.

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