Stadt installiert erste Antenne für neue Datentransfer-Technologie

Lora-WAN

Lorawan heißt eine neue Technologie, die nur Insider kennen. Sie wird nun in Castrop-Rauxel ausgerollt. Als erstes braucht man Antennen, am Ende steht ein Datennetz für besondere Anwendungen.

Castrop-Rauxel

, 28.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Benjamin Matzmorr (l.) ist Bereichsleichter Informationstechnik und zentrale Dienste im Rathaus. Nun stieg er mit Bürgermeister Rajko Kravanja auf den Schlauchturm der Feuerwehr an der Frebergstraße. Dort wurde jetzt die erste LoRaWAN-Antenne installiert.

Benjamin Matzmorr (l.) ist Bereichsleichter Informationstechnik und zentrale Dienste im Rathaus. Nun stieg er mit Bürgermeister Rajko Kravanja auf den Schlauchturm der Feuerwehr an der Frebergstraße. Dort wurde jetzt die erste LoRaWAN-Antenne installiert. © Stadt Castrop-Rauxel

Die Stadt Castrop-Rauxel geht in die Digitalisierungs-Offensive und ist dazu auf den Feuerwehr-Schlauchturm an der Frebergstraße geklettert. Dort wurde ein Gerät installiert, das eine weithin unbekannte Technologie ermöglicht: Der Name ist Lorawan.

Das steht für Long Range Wide Area Network und ist vereinfacht gesagt eine Mischung aus W-Lan und Mobilfunk. Die Technologie soll auf Dauer ermöglichen, recht kleine, aber dauerhaft notwendige Datensätze für eine digitale Stadt zu versenden.

Ob der öffentliche Parkplatz mit Ladesäule für E-Autos frei ist oder nicht, sollen Bürger zum Beispiel bald online abfragen können. Möglich wird das erst mit der neuen Technologie. Seit Freitag hängt die erste Lorawan-Antenne in Castrop-Rauxel: genauer gesagt auf dem Turm der Feuerwache an der Frebergstraße.

Bürger sollen Netz mitnutzen

Bürgermeister Rajko Kravanja erklärt: „Mit dem Aufbau der Lorawan-Technologie setzen wir einen weiteren Baustein zur digitalen Stadt Castrop-Rauxel und bieten Bürgern die Möglichkeit, das Netz mitzunutzen.“

Ein Lorawan-Netz besteht aus Sensoren, Gateways und Auslese- sowie Analysetools. Mit der Technologie können kleine Datenpakete über mehrere Kilometer verschickt werden. Wie die Stadt ankündigt, werde eine intelligente Steuerung von Straßenbeleuchtung über das Netzwerk möglich, auch Daten zur Luftqualität könnten erhoben werden. Vorteil gegenüber dem Mobilfunk: Es entstehen keine Mobilfunkkosten.

Lorawan wurde energiesparend ausgerichtet. Batterien und Akkus in den Sensoren halten der Stadt-Mitteilung zufolge in der Regel mehrere Jahre. Über das Community-basierte öffentliche Netzwerk „The Things Network (TTN)“ kann die Technologie auch privat genutzt werden.

Benjamin Matzmorr, Bereichsleiter Informationstechnik und zentrale Dienste im Rathaus, erklärt: „Wir stellen die Infrastruktur frei zur Verfügung. Technikaffine Bürger und sowie Schulen können die Technik für den Informatikunterricht nutzen.“

Ladesäule frei? So soll es funktionieren

Eine erste Anwendung wird nun realisiert. Dabei werden Sensoren an den öffentlichen Parkplätzen mit Ladesäulen für E-Autos installiert, die übermitteln, ob der Parkplatz frei oder belegt ist. Weitere Anwendungsfälle und Antennenstandorte werden durch die Stadt aktuell geprüft, so die Pressestelle.

Sensoren sollen später Daten für Daseinsvorsorge, Umwelt- und Naturschutz sammeln. Neben der Steuerung der Straßenbeleuchtung sei eine Überwachung abwassertechnischer Anlagen schon in der Planung, heißt es aus der Stadtverwaltung. Gefördert wurde die Anschaffung der Technik über „Emscher-Lippe-Things.net“ vom Land im Digitalisierungsprojekt „Umbau 21“.

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