Stadt trägt nur Idee mit - es wird keine finanziellen Mittel geben

Parkautobahn

CASTROP-RAUXEL Auf dem Emscherschnellweg ist nicht nur die zu erneuernde Fahrbahndecke ein Thema: Ohrenparks, Parktore und Parktankstellen stehen in der Diskussion.

von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 09.07.2009, 07:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt trägt nur Idee mit - es wird keine finanziellen Mittel geben

So soll der Ohrenpark aussehen.

Eins ist zumindest sicher: Auf dem Emscherschnellweg stehen ab heute Abend Bauarbeiten an. Ohrenparks, Parktore und Parktankstellen sind ein ganz anderes Kapitel von Baumaßnahmen. Sie gehören zu den Planungen zur Kulturhaupstadt Ruhr.2010  und sind nicht sicher. Notburga Henke, Grünen-Politikerin und für den Naturschutzverband BUND im Landschaftsbeirat, lässt nicht locker nach der Replik von Johannes Beisenherz. Der Bürgermeister hatte wissen lassen, dass an einem geplanten Ohrenpark an der Anschlussstelle Bladenhorst, dem Lusebrink, nichts dran sei.

"Sowohl für Bladenhorst wie für den Anschluss Castrop an der B235 der A42 gibt es Planungen", sagt Henke. Pläne, die für die Grünen ein Gräuel seien. Wegen der Sense im Begleitgrün wie der finanziellen Belastung, auch für unsere Kommune. Bund der Steuerzahler Henke spricht noch immer von 200 000 Euro Eigenanteil pro Ohrenpark. Martin Oldengott, Chef der Stadtentwicklung, spricht Klartext: "Wir tragen die Idee der Parkautobahn mit." Was die finanzielle Belastbarkeit der Kommune angehe, habe man klar signalisiert: Keine Mittel. Oldengott: "Das Projekt ist jetzt zur Zielscheibe des Bundes der Steuerzahler geworden, aber jede Menge Zahlen werden durcheinander geworfen." Die 40 Millionen Euro Kosten für das Gesamtprojekt zwischen Duisburg und Dortmund seien auf einen Realisierungszeitraum von zehn Jahren gerechnet. Der Unterhaltungsaufwand der A42 betrüge in dem Zeitraum ohnehin bis 20 Millionen Euro. Umweltgutachten belegten zudem, dass entgegen der Kritik der Grünen kein entscheidender Eingriff in die Natur vorgenommen würde.

Heiße Luft

Unterm Strich bleibt wie es scheint jede Menge heiße Luft. Vielleicht aber auch eine Aufwertung des Lusebrinks. Laut Michael Gebert, Chef des Landesbetriebs Straßenbau, werde geschaut, wie man die Fläche für Lkw besser ausnutzen könne.

Für den Ansatz der Stadtentwicklung, dort tatsächlich eine Tankstelle anzudenken, also eine reale Benzin-Station, sei nicht der Landesbetrieb der Ansprechpartner, sondern der Bund. Gebert: "Wir machen Nachfrageplanung und hier nicht den ersten Aufschlag." Bei seinem Vorstoß hat Oldengott vor allem die Schaffung von Arbeitsplätzen im Hinterkopf.Veraltete Machbarkeitsstudie

  • Aus der Sicht der Bundesstraßenverwaltung besteht laut Michael Gebert, Chef des Landesbetriebs Straßenbau in Bochum, keine Notwendigkeit, am Lusebrink eine Tankstelle einzurichten. Was das Projekt Parkautobahnen im Zuge von Ruhr.2010 anbelangt, sei die vor anderthalb Jahren vorgestellte Machbarkeitsstudie der Anrainerstädte und des Landesbetriebs zum Teil veraltet.
  • Die Stadt Essen ist laut Bund der Steuerzahler aus den Planungen zur Parkautobahn ausgestiegen. Sie wolle sich auch nicht mehr am Ohrenpark im Autobahnkreuz Essen-Nord beteiligen. Damit sei dieser Ohrenpark völlig vom Tisch.
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