Stadtverwaltung hat klare Haltung zu möglichem Abriss der Petrikirche

hzEvangelische Kirche

Wird die Petrikirche abgerissen? Über 100 Jahre alt ist der markante Bau im Castrop-Rauxeler Norden. Die evangelische Kirchengemeinde will sie verkaufen. Immer wieder gibt es Gerüchte.

Habinghorst

, 15.09.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

*Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels haben wir geschrieben, die Kirche werde nicht mehr genutzt. Das ist falsch. Die Gemeinde nutzt die Kirche noch. Sie steht aber zum Verkauf. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Was wird aus der Petrikirche in Habinghorst? In unserem bis dato letzten Bericht hieß es vonseiten der Stadt, sie sei kein Baudenkmal und könne auch keines werden. Seitdem die Evangelische Gemeinde Habinghorst Anfang 2020 mit der Friedenskirchengemeinde im Norden der Stadt zusammengewachsen ist, hält sich hartnäckig das Gerücht, ein Abriss stehe im Raum. Derzeit wird die Kirche aber noch genutzt. *

Die Gemeinde selbst möchte sich dazu derzeit nicht äußern. Der zuständige Bau-Kirchmeister Werner Kemper sagte nur, er sage dazu zurzeit nichts. Pfarrer Sven Teschner erklärte 2019 im Interview, dass eine Kirche mit 400 Sitzplätzen an dieser Stelle künftig nicht mehr gebraucht werde und ein Sanierungsaufwand von 750.000 Euro zu stemmen wäre.

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Darum versucht man nun seit einiger Zeit, Kauf-Interessenten zu finden. Auf der Fläche rund um Waldbühne, Christophorus-Heim und den Saum westlich der Wartburgstraße am Rande der Fläche des Rütgers-Werks stehen eine gerade erst sanierte Kita Senfkorn und viele baufällige „Geisterhäuser“. Die Fläche ließe sich möglicherweise durch Wohnbebauung im urbanen Raum nachverdichten.

Das sind die Gerüchte

Aus internen Kreisen der Kirchengemeinde in Habinghorst ist einem Informanten unserer Redaktion über mindestens ein Treffen mit Bürgermeister Rajko Kravanja berichtet worden. Das Kirchengebäude solle demnach abgerissen und das Gelände mit der Waldbühne verkauft werden. Ein Gemeindetreff solle als Ausgleich in ein Hinterhaus an der Langen Straße verlegt und mit dem Haus der Begegnung verschmolzen werden.

Gerüchte. Was ist wirklich dran? Die Pläne, in ein Gebäude auf dem Geschäfts-Teil der Langen Straße einzuziehen, also östlich der B235, bestätigte die Gemeinde schon vor Monaten. Es stimmt. Die Stadtverwaltung verfolgt ansonsten eine andere Strategie und bestätigt Gespräche mit der Gemeinde: Das Gelände mit Waldbühne sei nicht in städtischem Besitz, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Doch: „Der Erhalt der Kirche ist der Stadt überaus wichtig, dies wurde ebenso noch einmal im letzten Betriebsausschuss 3 betont.“

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Die Absicht, die Kirche abreißen zu lassen, sei der Stadt nicht bekannt. „Wir sollten alles auf eine sinnige Nachfolgenutzung setzen“, erklärt Stadtbaurätin Bettina Lenort.“ Philipp Röhnert, Leiter des Bereichs Bauordnung, sagt: „Wir können das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stellen, es ist hier nicht das geeignete Instrument. Aber wir finden das Gebäude interessant.“

Auch das HadeBe solle nicht umziehen, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Lediglich entstehe an der Langen Straße 100 ein städtisches Quartiersbüro.

„Ein Stück Ruhrgebietsgeschichte“

Petra Schieferstein-Kosthöfer (Kirchenführung/Kirchenpädagogik) schreibt auf der Website der Gemeinde: „Die Petrikirche verkörpert viel für die Menschen vor Ort: den Ort an dem sie getauft, konfirmiert und/oder verheiratet wurden, den Ort der Freude aber auch der Trauer. Sie verkörpert ein Stück Ruhrgebietsgeschichte im Wandel der Zeit: unter hohem Einsatz aufgebaut, wiederaufgebaut, weitergebaut, zeitgemäß verschönert und mit hohem persönlichen Einsatz an Leben erhalten.“
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