Standort von neuem WLT-Zentrum ist verseucht

880.000 Euro für Sanierung

Mit dem neuen Probe- und Logistikzentrum will sich das Westfälische Landestheater (WLT) einen Traum erfüllen. Eigentlich sollten die Bauarbeiten Anfang 2017 auf dem Ascheplatz neben dem Stadion beginnen. Doch dieser Terminplan wird nicht zu halten sein - der Platz ist mit Schadstoffen belastet.

CASTROP-RAUXEL

, 16.11.2016, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Standort von neuem WLT-Zentrum ist verseucht

Auf dem Aschegelände zwischen Stadion und B235 soll das neue WLT-Proben- und Logistikzentrum entstehen - der Platz hat jedoch die Qualität eines Zechengeländes und muss saniert werden.

Hiobsbotschaft für Castrop-Rauxel: Der Ascheplatz neben dem Stadion an der B235 hat die Qualität eines Zechengeländes. Das bedeutet, er ist verseucht – mit PAKs. Jenen polycyclischen Kohlenwasserstoffen, wie sie typisch für Zechen- und Kokereibrachen sind. Auf dem Ascheplatz soll das neue Probe- und Logistikzentrum des Westfälischen Landestheaters  entstehen.

Die schlechte Nachricht überbrachte der stellvertretende Chef des Stadtbetriebs EUV, Thorsten Werth-von Kampen, Dienstagabend dem Umweltausschuss. Nach ersten Schätzungen soll es rund 880.000 Euro kosten, um das Gelände für den Neubau fit zu machen. „Der Verursacher lässt sich nicht mehr ausfindig machen“, sagte Werth-von Kampen.

Stadt muss zahlen

Mit der Konsequenz, dass der Grundstückseigentümer, also die Stadt, zu zahlen hat. Angesichts eines Haushaltslochs von rund zwei Millionen fürs kommende Jahr ein herber Schlag ins Kontor. Der Ascheplatz ist laut Werth-von Kampen routinemäßig untersucht worden. Die „Hotspots“ liegen in einer Tiefe von 1,50 bis 2,50 Meter. Gekippt worden soll das kontaminierte Material in den 1950-er bis 1960-Jahre. „So hatten wir das wirklich nicht erwartet“, erklärte Werth-von Kampen.

Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll der Boden saniert werden. „Wir gucken noch, auf welche Art und Weise“, so der Fachmann. Der Baukörper des neuen WLT-Zentrums sei angepasst worden, alle Beteiligten hätten entsprechende Infos bekommen. „Ich werde über den Stand der Dinge im Ausschuss berichten“, kündigte Werth-von Kampen an.

Jetzt lesen

Der Kaufmännische Geschäftsführer des WLT, Günther Wohlfahrth, sagte Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir rücken jetzt ein bisschen näher zum Sportforum hin.“ Und zur zeitlichen Verzögerung erklärte er: „Wir sind ja bekannt dafür, flexibel zu sein.“

Baustart soll gleichwohl noch in diesem Jahr sein, es soll mit dem Bodenaushub begonnen werden. Das Projekt kostet 1,5 Millionen Euro, eine Hälfte fördert die öffentliche Hand, die andere wird über ein Geldinstitut finanziert. 

Polycyclische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Diese chemischen Verbindungen umgeben uns ständig, etwa auch durch Autoabgase. Sie entfetten die Haut, führen zu Hautentzündungen und können Atemwege reizen. Einige PAK sind krebserregend.

Lesen Sie jetzt