Steigende Coronazahlen: Am Mittwoch will auch Castrop-Rauxel reagieren

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Die Coronazahlen im Kreis Recklinghausen steigen. Die Stadt Gladbeck wird eine Verfügung erlassen, die über die Regeln des Landes hinausgeht. Auch Castrop-Rauxel und Haltern reagieren.

Castrop-Rauxel Kreis Recklinghausen

, 06.10.2020, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreis Recklinghausen steigt die Zahl der Corona-Infizierten. Zur Eindämmung der Corona-Infektionen wird die Stadt Gladbeck am Dienstag (6.10.) eine Allgemeinverfügung erlassen, deren lokal und zeitlich begrenzte Maßnahmen über die generellen Coronaschutzregeln des Landes hinausgehen. Es geht vor allem um die Maskenpflicht in Schulen. Zugleich kündigte die Stadt eine konsequente Quarantäne-Sicherstellung an. Auch in Castrop-Rauxel und in Haltern herrscht Alarmstimmung.

Vor allem in Gladbeck lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt weit über dem Schwellenwert. Das Land hatte dem Kreis Recklinghausen allerdings keine Gegenmaßnahmen erlaubt, weil der Schwellenwert von 35 nicht erreicht wurde. Am Dienstag (6.10.) liegt er im Kreis bei 29,9.

In Gladbeck müssen Schüler an weiterführenden Schulen und dem Berufskolleg jetzt verpflichtend eine Maske tragen. Das ist Teil der Allgemeinverfügung, die in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt Recklinghausen und der Bezirksregierung Münster und nach Beratung durch das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) am Mittwoch (7.10.) in Kraft tritt.

Schulische Maskenpflicht ist in Gladbeck belegbar sinnvoll

Eine lokale schulische Maskenpflicht gilt dann als sinnvoll, wenn ein spezifisch auf Schulen konzentriertes und durch die Verfolgung von Infektionsketten belegbares Ausbruchsgeschehen festzustellen ist. Dies sei in Gladbeck – im Gegensatz zu anderen Städten – belegbar der Fall, heißt es in einer Pressemitteilung der Bezirksregerung.

Zur Durchsetzung der geltenden Coronaschutzverordnung und damit der Unterbrechung der Infektionsketten soll es zudem deutlich mehr ordnungsrechtliche Kontrollen und strenge Überwachungen verhängter Quarantäne-Maßnahmen geben. Zusätzlich wird eine werbende Aufklärungs- und Sozialarbeit zu darüber hinaus gehender Vorsicht verstärkt.

Die Verfügung gilt zunächst bis zum 31. Oktober und damit über die Herbstferien hinaus. Die Maskenpflicht besteht für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II während des Unterrichts und auf dem gesamten Schulgelände, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Für Lehrkräfte, Betreuungskräfte und sonstiges Personal an den Schulen besteht die Maskenpflicht auch bei Konferenzen, Besprechungen und auf Sitzplätzen im Lehrerzimmer, falls der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann.

Castrop-Rauxel setzt auf mehr Kontrolle und Aufklärungsarbeit

Hinsichtlich privater Feiern und Zusammenkünfte in privaten Räumen appelliert die Stadt Gladbeck eindringlich an die Bevölkerung, sich streng an die geltenden Schutzregeln zu halten. Entsprechende Appelle, mehr ordnungsrechtliche Kontrolle und werbende Aufklärungs- und Sozialarbeit soll es ebenfalls in Haltern und Castrop-Rauxel geben.

In beiden Städten wird zunächst von einer Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht an Schulen abgesehen. Dazu sehen Kreis und Bezirksregierung, gestützt auf die laufende Rechtsprechung zu Coronaschutzmaßnahmen, aktuell keine Rechtsgrundlage, informiert die Bezirksregierung.

Bereits am Dienstag hatte Bürgermeister Rajko Kravanja auf Facebook an die Bürger von Castrop-Rauxel appelliert, die AHA-Regeln (Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmaske tragen) einzuhalten. Und das auch, wo es keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Die Stadt Castrop-Rauxel hat, ebenfalls auf Facebook, am Dienstag informiert, dass Bürger ab sofort problemlos auch online ihre private Feier mit mehr als 50 Teilnehmenden im öffentlichen Raum anmelden können. Über weitere Aktionen, so heißt es auf Nachfrage, werde die Stadt am Mittwoch informieren.

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